18.09.2020 - 13:30 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Schmackhafte Erinnerungen im Sengerhof Neualbenreuth

Der Titel lässt schon erahnen: Die ständige Ausstellung im Sengerhof in Neualbenreuth widmet sich dem Essen, speziell dem Bäckerhandwerk. Jetzt wurde die Schau in den historischen Räumlichkeiten eröffnet.

von Autor ENZProfil

Es war ein großer Tag für Bäckermeister Siegfried Stähli. Denn mit der Eröffnung der ständigen Ausstellung “Bäckerei Stähli - Schmackhafte Erinnerungen” im Sengerhof wird sein Lebenswerk geehrt, erklärte Bürgermeister Klaus Meyer bei der Eröffnung mit vielen Gästen.

Mit dabei waren auch die Museumsfachkraft der Ikom Stiftland, Barbara Habel, Altbürgermeister Albert Köstler und Mitglieder des Historischen Arbeitskreises sowie ehemalige Mitarbeiter der Bäckerei und die Tochter des Bäckermeisters, Carolin.

Goldmedaillen und "Huasnoatoutara"

"Die Bäckerei Stähli hat maßgeblich dazu beigetragen, Neualbenreuth über den Landkreis hinaus bekannt zu machen. Ich bin dankbar, dass wir die Bäckerei hatten", so Meyer. Er erwähnte hierzu den nach eigenem Rezept seit 1970 hergestellten "Bauernlaib", der von Einheimischen und Gästen sehr geschätzt wurde und oft als Souvenir oder Mitbringsel die Reise in andere Regionen Deutschlands antrat. Dieses Brot der Bäckerei Stähli erhielt zahlreiche Goldmedaillen.

Ein weiteres Markenzeichen war ein Törtchen in Form des sogenannten "Huasnoatoutara", dem großen achteckigen Egerländer Trachtenknopf am Hosenträger. Dazu hatte Stähli eine Form selbst gefertigt. Insbesondere bei den Treffen der Egerländer in Neualbenreuth war dieses Gebäck sehr beliebt.

Meyer dankte Siegfried Stähli für seinen engagierten Einsatz bei zahlreichen Festen der Marktgemeinde. Auch auf ein paar Anekdoten ging der Bürgermeister ein: So hatte Melchior Stähli 1954 das zweite Auto in der Gemeinde. Damit wurden nicht nur Brot und Semmeln in die umliegenden Dörfer transportiert, sondern auch Hochzeitsfahrten und Krankentransporte übernommen.

In seinem Grußwort bekannte der stellvertretende Landrat, Alfred Scheidler, dass er ein Fan von Bad Neualbenreuth sei. Mit der Ausstellung werde die Tradition der Bäckerei bewahrt.

Neubeginn nach Kriegsende

Siegfried Stähli ging auf die Geschichte der Ausstellung ein. Diese entstand im Haus des Ostens in München, als nach Betrieben gesucht wurde, die nach dem Kriegsende den Mut hatten, in Bayern neu anzufangen. Anschließend wurde diese Ausstellung auch im Egerland-Kulturhaus in Marktredwitz gezeigt.

In Deutschland, so Stähli, seien über 1000 verschiedene Brotsorten bekannt – darunter auch Stählis Bauernlaib, Stählis Roggenvollkornschrotbrot und das Dinkelsprossenbrot. Er freue sich, dass er mit seinem kleinen Handwerksbetrieb über viele Jahrzehnte Neualbenreuth mit handwerklich hergestellten Backwaren und Spezialitäten versorgen durfte.

Dass sich der 81-Jährige für diese Veranstaltung noch einmal in die Backstube stellte, um seinen Bauernlaib herzustellen, wurde dankbar angenommen. Auch trug er viele Hinweise und Erläuterungen zur Ausstellung bei.

Im Vorfeld der Ausstellung gab es viel Arbeit für die Beteiligten

Bad Neualbenreuth
Im Blickpunkt:

Goldmedaillen als strahlender Schatz der Ausstellung

Die Ausstellung zeigt verschiedene Arbeitsmittel, die in der Bäckerei Stähli verwendet wurden, viele Fotos, Werbemittel und – als einen besonders strahlenden Schatz – die zahlreichen Goldmedaillen, mit dem der Bauernlaib ausgezeichnet wurde. Geöffnet ist die Ausstellung dieses Jahr noch bis Ende Oktober jeweils am Montag und Freitag von 14 bis 16 Uhr.

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