15.10.2020 - 09:39 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Sibyllenbad fit machen für die Zeit nach Corona

"Erschreckende Dimensionen" zeigte Werkleiter Gerhard Geiger vor der Abstimmung über den Haushalt 2020 auf. Dennoch gibt es positive Signale bei der Versammlung des Zweckverbands.

Die Erlöse im Kurmittelhaus Sibyllenbad (Bild) sind nach der Schließung und des eingeschränkten Betriebs deutlich eingebrochen.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Die Verbandsversammlung des Zweckverbands Sibyllenbad verabschiedete in der Sitzung am Mittwoch im Landratsamt Tirschenreuth einstimmig den vorgelegten Haushalt für den Eigenbetrieb Kurmittelhaus Sibyllenbad und den Zweckverband Sibyllenbad. Die Verbandsmitglieder müssen im „Pandemiejahr 2020“ 3.981.900 Euro aufbringen.

Verbandsvorsitzender Franz Löffler verwies auf die Verwendung der Rücklage aus den Vorjahren, um zu einem großen Teil den Einbruch bei den Erlösen aufzufangen. "Dennoch steigt die Umlage um 8 Prozent an", erklärte der Bezirkstagspräsident. Nicht alles habe mit den Reserven abgedeckt werden können. Dabei erwähnte Löffler, dass die Vorgaben für die Haushaltsstabilität eingehalten werden.

Corona-Folgen auch noch 2021

"All das deutet darauf hin, dass wir unser Sibyllenbad rüsten für die Zeit nach der Pandemie." Diese werde dem Zweckverband auch 2021 noch etwas abverlangen, sagte Löffler. Doch an den im Vermögensplan fixierten Sanierungsmaßnahmen wolle man festhalten.

"Das ist auch unser Alleinstellungsmerkmal", sagte Löffler und meinte damit den Badetempel. Er ist wegen Corona zurzeit nicht in Betrieb, andererseits ist eine umfangreiche Sanierung vorgesehen. "Dass das jetzt ein Jahr warten muss, hängt halt mit der Situation zusammen", warb Löffler um Verständnis für die Verzögerung.

250.000 Euro Planungskosten

Am Rande der Sitzung erklärte Werkleiter Gerhard Geiger auf Anfrage von Oberpfalz-Medien, dass die Sanierung weiter vorbereitet wird. Für Planungskosten sind 250.000 Euro im Haushalt vorgesehen, für den Umbau und der Sanierung des Heilwasserparcours weitere 265.000 Euro. Außerdem sollen, so Geiger, die Fördermöglichkeiten geprüft werden.

Die Planungen für die Badetempel-Sanierung wurden im Juli 2019 vorgestellt

Bad Neualbenreuth

Die Planungen für den Haushalt 2020 gingen von einem durch Corona bedingten Mehrbedarf für das operative Geschäft von heuer rund einer Million Euro aus – nach zwei Haushaltsjahren, die besser als geplant abgeschlossen wurden. Dadurch und durch Streichung verschiedener Kostenpositionen sei es gelungen, die Verbandsumlage gleichwohl "nur" um 321.300 Euro anheben zu müssen.

Geiger erläutert Zahlenwerk

Werkleiter Gerhard Geiger erläuterte die umfangreichen Zahlenwerke und sprach von "erschreckenden Dimensionen". Durch den späteren Beschluss des Haushalts seien die Erfahrungen und Zahlen während der Schließung und der ersten Wochen der Teilöffnung eingeflossen.

Der Sibyllenbad-Chef berichtete von der Fortsetzung der Kurzarbeit: Sie war mit der Arbeitnehmervertretung ab 1. April vereinbart worden. „Damit erhalten wir wichtige qualifizierte Arbeitsplätze und können gleichzeitig die Personalkostenbelastung etwas reduzieren.“

Der Haushalt folgt laut Pressemitteilung „dem Grundsatz der kaufmännischen Vorsicht", sei aber immer noch mit Unsicherheit ob der Pandemie- und Nachfrageentwicklung im letzten Quartal des Kalenderjahres behaftet, so der Betriebswirt.

Hintergrund:

Knapp die Hälfte weniger Ertrag

Vor der Abstimmung über das Zahlenwerk gab es keinerlei Wortmeldungen. "Alle Umlagezahler sind zufrieden", meinte Bezirkstagspräsident und Zweckverbands-Vorsitzender Franz Löffler augenzwinkernd, was in den Reihen der Verbandsmitglieder kurzzeitig für ein Raunen und vereinzelt für ein Schmunzeln sorgte.

  • Bei den Erträgen geht der Haushalt – bedingt durch die Schließung und die geringere Nachfrage – von rund 2.051.900 Euro aus. Das sind 47 Prozent weniger als 2019. Auf der Kostenseite, die mit 5.043.800 Euro im operativen Bereich und damit 8 Prozent weniger als im Vorjahr kalkuliert ist, schlagen wie auch in den Vorjahren die Personalkosten für die rund 85 Beschäftigten mit rund 2.765.600 Euro besonders deutlich zu Buche.
  • Die Verbandsumlage beläuft sich damit auf 2.630.500 Euro für den Erfolgsplan und 1.351.400 Euro für den gegenüber der ursprünglichen Planung reduzierten Vermögensplan. Der auf die Mitgliedsgemeinden und -Kommunen umzulegende Betrag beträgt somit 3.981.900 Euro.
  • Gemäß der seit Gründung des Zweckverbandes im Jahre 1980 unverändert bestehenden Verteilung tragen der Bezirk Oberpfalz 70 Prozent, der Landkreis Tirschenreuth 15 Prozent und die Städte Mitterteich, Tirschenreuth und Waldsassen jeweils 4 Prozent. Der Markt Bad Neualbenreuth als Sitzgemeinde hat 3 Prozent der Umlage zu stemmen.
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