01.04.2021 - 13:07 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Trauerkranz-Aktion: Weitere Stationen im Landkreis Tirschenreuth

Das Blumengebinde ist auf dem Weg. In Richtung Süden, das Maximilianeum in München ist das Ziel. Dort laufen sich bereits Unterstützer des Projekts warm, das am Montag im Stiftland begann.

Holger Paschedag, Zweiter Bürgermeister Johann Brandl, Nicole König und Melanie Blumberg (von links) bei der Übergabe des Trauerkranzes vor dem Eingang des Rathauses in Mitterteich.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Die von Andrea Burger initiierte Aktion "Ein Trauerkranz auf dem Weg durch Bayern" ist am Montag wie geplant gestartet worden. "Nach der Kranzniederlegung in Bad Neualbenreuth wurde er an die Stadt Waldsassen übergeben", heißt es in der Mitteilung der Initiatoren. Abgeholt wurde der Kranz von Heike Suchanek, die in der Klosterstadt das Geschäft "Kunstfleckerl" betreibt.

In Waldsassen haben sich neben Bürgermeister Bernd Sommer noch elf weitere Firmen angeschlossen. "Von dort ging es nahtlos an die Stadt Mitterteich weiter", berichtet Andrea Burger weiter: Um die Abholung kümmerten sich Melanie Blumberg vom Brautmodenstudio "Bezaubernd" und Nicole König vom gleichnamigen Fotostudio. Insgesamt 20 Firmen wurden mobilisiert, außerdem Zweiter Bürgermeister Johann Brandl.

Floß und Neustadt/WN

Am Gründonnerstag sollte der Kranz zum Markt Floß gebracht werden, um den Staffellauf fortzuführen. Quasi über Nacht, so berichtet Andrea Burger, waren weitere Stationen vereinbart worden, darunter die Kreisstadt Neustadt/WN. Dort war für Karfreitag die Kranzniederlegung geplant. Danach, so die Auskunft der Initiatoren, sollte der Kranz noch einmal nach Windischeschenbach zurückkehren; dann geht es weiter in Richtung Süden.

"Im Hintergrund laufen noch Anfragen von weiteren Kommunen und Unternehmen bei uns ein."

Andrea Burger über die Trauerkranz-Aktion

"Wir mussten schon ein bisschen eingreifen", erklärt die "Blumenstüberl"-Chefin auf Anfrage von Oberpfalz-Medien über das Bemühen, dass die Reise durch Bayern möglichst rasch fortgesetzt wird. "Im Hintergrund laufen noch Anfragen von weiteren Kommunen und Unternehmen bei uns ein", verrät Burger über die Vorbereitungen.

Überregionales Interesse

"Jeder sieht zu, dass es fortgesetzt wird." Inzwischen hat Andrea Burger Freunde in München informiert, die sich um die Weitergabe des Kranzes innerhalb der Landeshauptstadt bis zum Ziel kümmern. "Das wird noch spannend", freut sich Andrea Burger über den Zuspruch. Radio- und Fernsehsender sowie weitere Aktionsbündnisse interessierten sich für die ungewöhnliche Tour – um darüber zu berichten oder diese zu unterstützen.

Mittlerweile kümmern sich mehrere Leute im Hintergrund neben ihren eigentlichen Berufen um die Anfragen, die Pflege der Facebook-Seite und um organisatorische Dinge. Neben Andrea Burger sind ihr Mann Quirin Meyer sowie Sarah Matzke dabei.

Das Team um Andrea Burger vom "Blumenstüberl" in Bad Neualbenreuth macht mit der symbolischen Reise eines Trauergebindes von Bad Neualbenreuth nach München zum Maximilianeum auf die schwierige Situation von kleinen Einzelhandelsgeschäften während des Corona-Lockdowns aufmerksam. "Querdenker, Aluhutträger und Weltuntergangspropheten", so heißt es auf der Facebook-Seite, würden sicher eine andere Gruppe finden, die besser zu ihnen passt. "Hier geht es nur darum, diese Aktion zu unterstützen und ein Signal zu senden."

Zerknautscht und abgemagert

Andrea Burger und ihr Team sind sich dessen bewusst, dass der Trauerkranz auf seiner Reise einige Strapazen erleidet und „vermutlich komplett zerknautscht und abgemagert“ in München ankommt. „Aber das spiegelt den Zustand manchen Unternehmens, mancher Gaststätte oder mancher Kommune wider.“

Denn der ewige Lockdown des Handels und der Gastronomie belastet durch geringere Gewerbesteuereinnahmen, den geringeren Anteil an der Einkommensteuer sowie fehlende Eintrittsgelder den Haushalt der Gemeinden zusätzlich. „Auch das Innenstadtsterben durch Geschäftsschließungen, gerade der kleinen Händler usw., wird sich weiter fortsetzen.“ Es seien intelligente Öffnungsstrategien und kein Dauer-Lockdown nötig.

Mehr Informationen über die Aktion

Bad Neualbenreuth
Bei der Übergabe des Trauerkranzes in Waldsassen: von links Heike Suchanek und Melanie Blumberg.
Andrea Burger (links) und Heike Suchanek bei der Übergabe des Trauerkranzes vor dem Rathaus in Bad Neualbenreuth.
Waldsassens Bürgermeister Bernd Sommer nahm den Trauerkranz von Heike Suchanek in Empfang.

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