17.09.2021 - 14:33 Uhr
BärnauOberpfalz

Außergewöhnliche Knopf-Bilder laden zu Besuch im Museum in Bärnau ein

„Malen mit Knöpfen“ klingt ungewöhnlich. Einer, der diese besondere Kunst beherrscht, ist Michael Voigt. Seine sehenswerten Werke sind derzeit im Knopfmuseum zu bewundern.

Die aktuelle Ausstellung im Knopfmuseum zeigt die ungewöhnlichen Werke des "Knopf-Malers" Michael Voigt (links).Die Midissage im Museum konnten die Besucher auch nutzen, um sich die Arbeiten vom Künstler selbst erläutern zu lassen.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Michael Voigt ist in der Knopfstadt kein Unbekannter, immerhin ist es bereits sein dritter Auftritt mit seinen außergewöhnlichen Kreationen. Die erste Ausstellung fand 2013 statt. Die bunten „Knopf-Bilder“, originellen Motive und eine Vielfalt an Accessoires lohnen dennoch einen Abstecher ins Deutsche Knopfmuseum. Überhaupt ist das Haus mit seinen Exponaten grundsätzlichen einen Besuch wert. Schließlich manövriert sich die Knopfherstellung immer mehr in einen Teil der Industrie-Historie der Stadt. Die Stücke im Museum sind lebendige Erinnerung. Und der Beitrag von Michael Voigt eine schillernde Facette.

Bilder mit Tausenden Teilen

Die Knopfkunst des Künstlers aus dem sächsischen Neusalza-Spremberg wird im Museum ergänzt durch viele historische Uniformknöpfe aus der Zeit von Napoleon oder Zar Nikolaus II. sowie historische Gürtelschließen. Doch es sind die Collagen und Objekte, die Michael Voigt in akribischer Arbeit aus oft Tausenden Teilen geschaffen hat, die die Blicke auf sich ziehen. Beim Gang durch die Ausstellung faszinieren farbenprächtige Collagen, fantasievoll „zugeknöpfte“ Schneiderpuppen, in die Knopfkunst transportierte Surrealisten, bezaubernde Eigenkreationen und berühmte Köpfe aus Knöpfen. Markus Söder hat so sein originelles Porträt bekommen, aber auch vom Antlitz Helge Schneiders gibt es eine Knopf-Version. Eine Darstellung von Bürgermeister Alfred Stier gibt es ebenfalls, doch die findet sich nicht in der Ausstellung.

Dafür war das Bärnauer Stadtoberhaupt am vergangenen Montag persönlich vor Ort. Nachdem pandemiebedingt im April auf eine Vernissage verzichtet werden musste, wollte man diese Termin jetzt nachholen. Ansprachen, Sekt, ein musikalischer Rahmen und Ansprachen inbegriffen. Dabei zeigte gerade Barbara Habel, neben ihrer Funktion als Museumsfachkraft der Ikom, ihr sängerisches Talent, mit Gitarren-Begleitung durch ihren Ehemann Christoph. Im eher historischen Umfeld sorgten sie mit modernen Stücken für eine akustische Frische.

Spontaner Wunsch des Bürgermeisters

Alfred Stier durfte in seiner Begrüßung einen kleinen Wunsch äußern, zumal sein Konterfei nicht das einzige Porträt einer Bärnauer Persönlichkeit sein sollte. Der Bürgermeister regte an, die wichtigsten Bärnauer Knopffabrikanten in dieser Form zu verewigen. Mit den Bildern könnte so auch ein Beitrag zur Dokumentation der Knopfgeschichte geleistet werden. Zudem könnte aufgezeigt werden, wer die Leute waren, die Bärnau vorangebracht hätten. „Dann müssen wir anbauen“, ergänzte spontan der Vorsitzende des Bärnauer Knopfverbandes, Lothar Fichtner.

Knopf nur mehr Farbelement

Michael Voigt freute sich, bereits das dritte Mal in der Knopfstadt sein zu dürfen. „Das sehe ich als Privileg!" Den Besuchern der Midissage stellte der Künstler kurz seine Arbeitsweise vor. Bevor die Knopfcollagen oder -mosaike entstehen, werde das Motiv immer untermalt und ergebe dann die Vorlage für das farbige Auslegen, Anpassen und Bekleben mit Knöpfen. Als „Lückenfüller“ würden auch Perlen, gestickte Applikationen oder Gürtelschnallen zum Einsatz kommen. „Jeder Knopf wird einzeln in die Hand genommen“, erläuterte Voigt den zeitaufwendigen Arbeitsprozess. Immerhin gebe es auch Motive mit 5000 Einzelelementen. Bei der gestalterischen Arbeit würde der Knopf seine Bedeutung verlieren und nur noch Farbelement für die Gesamtwirkung sein. „Deshalb male ich mit Knöpfen“, erklärte der Künstler.

Ausstellung bis Ende Oktober

Die Ausstellung "Knopfkunst und historische Knöpfe" ist noch bis Ende Oktober im Deutschen Knopfmuseum in Bärnau zu sehen. Die Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag und Feiertag von 13 bis 17 Uhr. Gruppen ab 15 Personen ganzjährig nach Vereinbarung.

Im Mai richtete Michael Voigt seine Ausstellung im Knopfmuseum Bärnau ein

Bärnau
Das Duo Christoph und Barbara Habel sorgten für einen besonderen musikalischen Akzent im Knopfmuseum.
Michael und Barbara Voigt sind alte Bekannte im Knopfmusem. Voigt, der bei seinen Arbeiten durch seine Ehefrau unterstützt wird, zeigt in Bärnau bereits das dritte Mal seine Werke. Bürgermeister Alfred Stier (links) bedankte sich bei den beiden für ihre Ausstellungen im Museum.
Ein Motiv aus der Ausstellung: Der Vogelbaum.
Ein Motiv aus der Ausstellung: Das große Fressen.
Zur Person:

Knopf-Künstler Michael Voigt

  • Geboren 1945 in Neusalza-Spremberg, ab 1957 regelmäßige Zirkeltätigkeit bei Armin Schulze und Dr.Helmut Voigt.
  • Abschluss der Lehre als Offsetretuscheur 1963, vom Vater Karl Voigt zum Malen angehalten.
  • 1990 bis 2009 Stadtrat und stellv. Bürgermeister in Neusalza-Spremberg, seit 1991 Mitglied im Oberlausitzer Kunstverein.
  • 1999 Eröffnung der Galerie "NEU".
  • Seit 2010 Beginn mit dem Sammeln von Knöpfen und künstlerische Gestaltung von Bildern und Objekten.
  • Ausstellungen und -beteiligungen Malerei und Grafik in zahlreichen Orten Deutschlands, darunter Zittau, Dresden, Leipzig, Göppingen sowie Riorges in Frankreich.
  • Knopfausstellungen unter anderem im Deutschen Damast- und Frottiermuseum Großschönau (2012), im Knopfmuseum Schmölln (2013), bei der Knopfausstellung Burg Stolpen (2017) und in Bärnau (2013, 2016 und 2021).

 

 

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