05.08.2019 - 16:32 Uhr
BärnauOberpfalz

Bärnau bleibt auf Kosten sitzen

Die Ikom-Stiftland beteiligt sich nicht an der Machbarkeitsstudie zur Silberhütte. Jetzt hofft Bärnau auf Unterstützung durch die Nachbarkommune.

Eine Machbarkeitsstudie soll die neue Nutzung des Silberhütten-Areals voranbringen. Die Ikom Stiftland unterstützt die Stadt bei der Studie nicht.
von Lena Schulze Kontakt Profil

(szl) Eine Machbarkeitsstudie soll aufzeigen, welche Möglichkeiten sich ergeben, das Schutzhaus Silberhütte wieder mit Leben zu füllen. In der vergangenen Stadtratssitzung besprach das Gremium die Finanzierung der Studie.

Bei einer Besprechung am Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) wurde empfohlen, die Machbarkeitsstudie aufgrund der Fördermöglichkeiten über die Ikom Stiftland durchzuführen. Das ALE stellte für die Erstellung der Studie eine Förderung in Höhe von 70 Prozent in Aussicht. Die Stadt Bärnau fragte bei der Ikom an, ob der Zweckverband die restlichen 30 Prozent Anteil übernehmen würde. In der vergangen Ikom-Sitzung fand der Antrag durchaus Zustimmung, wusste Bürgermeister Alfred Stier. "Der Antrag ist an einer Gegenstimme gescheitert." Die Ikom beteiligt sich finanziell also nicht an der Studie, somit verbleiben die 30 Prozent Eigenanteil bei der Stadt Bärnau. Wie viel die Machbarkeitsstudie kostet ist noch nicht bekannt. Das ergebe sich erst bei der Ausschreibung, die ebenfalls die Stadt zahle. "Vorsichtig geschätzt wird die Machbarkeitsstudie zwischen 20 000 und 50 000 Euro kosten", gab Stier bekannt. "Uns werden viele Ratschläge gegeben. Da finde ich es schon schade, dass sich die Ikom hier nicht beteiligt", sagte Gottfried Beer (SPD). Schließlich gehe es nicht allein um Bärnau, die Silberhütte sei über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt. Das Areal sei für die breite Öffentlichkeit nutzbar. Ikom-Geschäftsführer Wolfgang Kaiser erklärte, dass die Silberhütten-Machbarkeitsstudie eines von drei Projekten in der Ikom-Sitzung war. "Wir haben noch mehr solche Projekte. Wenn wir das jetzt finanzieren, müssen wir die anderen auch unterstützen." Kaiser fürchtet, damit die Leistungsfähigkeit des Zweckverbands zu übersteigen. Die Ikom werde allerdings unterstützend tätig, etwa was Antragstellungen angehe. Kaiser ergänzte: "Es steht der Stadt frei, einzelne Nachbarkommunen anzuschreiben, ob sie sich beteiligen wollen."

"Das werden wir tun", versicherte Stier. Die Landkreise Tirschenreuth und Neustadt/WN sowie die Nachbarkommune Floß soll um Unterstützung gebeten werden.

Zur Vorgeschichte:

Bärnau
Bärnau

Mehr zum Thema:

Aus dem Stadtrat:

Ärztehaus und ehemaliges Schloss

Die Stadt Bärnau meldete noch zwei weitere Leerstandsprojekte in der Förderoffensive Nordostbayern an. Bereits angemeldet sind das Ackerbürgerhaus in der Bischof-Senestrey-Straße 2 sowie das Geburtshaus von Bischof Senestrey. Dort sollen rund 20 Studentenwohnungen entstehen. Neu angemeldet wurden das Anwesen in der Tachauer Straße 37. Das Gebäude soll zum Ärztehaus umgebaut werden. Ebenso angemeldet wurde das "Ehemalige Schloss". Dort sieht die Kommune eine Möglichkeit, die Bücherei, den Jugendtreff und verschiedenen Vereinsräume anzubieten.

Zwar seien die Mittel dieses Programms der Städtebauförderung laut Josef Kagerer ausgeschöpft, dennoch könnten die neu angemeldeten Projekte noch ins Programm reinrutschen. Es werde grundsätzlich geprüft, ob die Projekte die Voraussetzungen erfüllen. Allerdings läuft die Offensive zum Jahresende aus. "Wir sollten es probieren", betonte Bürgermeister Alfred Stier.

Gottfried Beer wollte wissen, wie sicher es ist, dass die Studenten des Archaeo-Centrums in 15 bis 20 Jahren immer noch kommen. Denn für diese Kooperation würde schließlich das Senestrey-Geburtshaus umgebaut. "Sicher ist gar nichts", antwortete Stier. Er hoffe, dass mit den Jahren eine gewisse Nachhaltigkeit einkehre. Allerdings könnten die rund 20 geplanten Wohnungen auch als Single-Appartements vermietet werden, erklärte Stier den Plan B.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.