16.08.2020 - 13:20 Uhr
BärnauOberpfalz

Bauarbeiten im Bärnauer Schlosstheater gehen zügig voran

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Ob etwas Schlechtes eine gute Seite haben kann, ist immer eine Frage der Perspektive. Während des Lockdowns ging die Baustelle im ehemaligen Kino flott von der Hand. Marco Knotts magisches Schlosstheater nimmt Formen an, außen wie innen.

Der Blick vom Zuschauerraum auf den Platz des Zauberers.
von Norbert Grüner Kontakt Profil
Bärnau

Geht es weiter so zügig voran, rechnet der Bärnauer Zauberer in einem Jahr mit der ersten Show im runderneuerten, ehemaligen Kino. Im ganzen Gebäude ist jetzt Baustelle. Überall liegt Material und Werkzeug. Türen, die eingebaut werden wollen und Staub ohne Ende kennzeichnen die Situation. Da hilft auch kein noch so guter Zauber. Seine Show-Klamotten hat Marco Knott schon vor Monaten gegen den Blaumann getauscht. Entweder legt er selbst Hand an oder er hilft mit, wenn Handwerker diverser Spezialfirmen vor Ort sind. Genauso wie sein Vater Josef, der hier nicht wegzudenken ist. Lange war das Haus eingerüstet. Jetzt wurde es von seinem Stahlkorsett befreit und frischer Putz und neue graue Farbe zeigen an, dass hier etwas passiert. Auch drinnen nehmen die Dinge langsam Gestalt an. Große Holzrahmen, bespannt mit edlem Tuch, das zwischen gold- und kupferfarben schimmert, je nach Lichteinfall, lehnen an den Wänden oder sind dort bereits montiert. Es handelt sich um die neue Wandverkleidung, die dem ehemaligen Zuschauerraum schon jetzt edles Aussehen verleiht. Der neue Parkettboden ist feinsäuberlich abgedeckt.

Denn alles muss von überall mit dem Smartphone gesteuert werden können.

Zauberkünstler Marco Knott

20 Kilometer Kabel

Die Decke ist schwarz gestrichen - magisch und geheimnisvoll soll schließlich alles aussehen am Ende, bevor sich hier der erste Vorhang hebt. 35mm Cinemascopefilme lassen sich dann genauso genießen wie die Zaubershows des Bauherrn. Überall hängen Kabel von Decken und Wänden herab. Etwa 20 Kilometer werden es sein, wenn sie einmal alle verlegt sind. Allein sechs Kilometer davon sind Netzwerkkabel, die im ganzen Haus verlegt sind. "Denn alles muss von überall mit dem Smartphone gesteuert werden können", so der hohe Anspruch von Marco Knott. Das Wichtigste, die Zuschauertribüne, die wie ein Mini-Amphitheater anmutet, steht. Vier Tonnen Stahl sind in dieser aufwendigen Sonderkonstruktion verbaut.

Mehr als 300 Meter LED-Leisten wurden im Theater verbaut um eine individuelle und magische Stimmung zu verbreiten. An der neun Meter langen Traverse, die über die volle Breite des Raums an der Decke befestigt ist, werden Theaterscheinwerfer und Lautsprecher den Zauberer selbst ins rechte Licht rücken und das was er sagt akustisch in bester Qualität im Raum verteilen.

Akribische Kleinarbeit

Wenn die Grobarbeiten erledigt sind, noch fehlt die große Leinwand, geht es um die Details. "Viel akribische Kleinarbeit liegt da noch vor uns", sagt Knott. Oberhalb der Zuschauertribüne ist der Loungebereich ebenfalls noch Baustelle. Hier soll ein ganz besonderes Ambiente familiäre Atmosphäre schaffen. Auch in diesem Bereich zieren edle Stoffverkleidungen, die von weitem metallisch glänzend wirken, die Wände. Ein Freund des Magiers aus Roth fertigt für diesen Bereich die Möbel an. Ende des Jahres soll das alles fertig sein. Nichts ändert sich, wenn man das "magische Schlosstheater" vom Haupteingang aus betritt. Das Foyer mit dem Kassenhäuschen bleibt wie es war. Auch die Wände und Fliesen werden original erhalten. Die Wände zieren dann wieder alte Filmplakate. Das Treppenhaus hinauf in den Saal wird nicht verändert. Wer in den 1960er Jahren hier ins Kino ging, wird sich gleich wieder zu Hause fühlen.

Einmalig in Europa

Anders die Situation, wenn man dann den Saal über den Loungebereich mit Bar betritt. Von dort führt ein Tunnel hinunter zur Zuschauertribüne. In höchsten Tönen schwärmt Knott davon, ohne konkreter zu werden. Nur soviel, "das findet man wahrscheinlich in ganz Europa kein zweites Mal."

Der Treppenaufgang zum Saal wird lediglich aufpoliert und bleibt so wie zu Zeiten als hier das Kino seinen Höhepunkt hatte.
Auch der Kassenbereich bleibt wie gehabt und wird lediglich aufgehübscht.
Vater Josef Knott ist der Heizungsspezialist. Ein ausgeklügeltes System mit Frischluftzufuhr, heizt das Schlosstheater in acht Minuten auf – magisch.
Hier entsteht die Lounge.
Überall Kabel die noch verlegt werden müssen. Sie zeugen davon, dass hier Hightech einzieht.
Zahlreiche Lichtelemente setzen im Saal überall leuchtende Akzente.
Blick in den Zuschauerraum. Im Vordergrund die kleine Bühne.

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