28.07.2021 - 10:09 Uhr
BärnauOberpfalz

Bauausschuss Bärnau bespricht Gestaltung des Friedhofs

Friedhofsmauer, Bepflanzung, Urnengräber: Bei einem Ortstermin befasste sich der Bauausschuss Bärnau eingehend mit der Gestaltung des Friedhofs. Besonders der Neubau der Mauer sorgte für Diskussion.

Kreisfachberater Harald Schlöger (links) erklärte dem Bau- und Werkausschuss seine Überlegungen für die Gestaltung des Bärnauer Friedhofs.
von Konrad RosnerProfil

Wenn, dann gründlich: Mehr als zwei Stunden genehmigte sich der Bau- und Werkausschuss des Stadtrates für einen Ortstermin auf dem Bärnauer Friedhof. Hauptthema des Treffens war die Gestaltung der vorderen Außenmauer und die weitere Vorgehensweise am Friedhof. Diese marode Außenmauer, die unter Denkmalschutz steht, wurde im Zuge der Sanierung der Philipp-Mühlmayer-Straße abgerissen. Gegen den Abbruch des alten Mauerwerks hatte die Denkmalschutzbehörde nichts einzuwenden.

Bürgermeister Alfred Stier erklärte, dass die oberen Abdeckplatten der alten Steinmauer sowie verschiedene Steinkreuze, die im Zuge der Beseitigung zum Vorschein kamen, aktuell im Bauhof gelagert seien. Bei dem Neubau müssten die denkmalgeschützten Ornamente wieder eingearbeitet werden. Als Provisorium wurde ein Holzzaun installiert.

500 000 Euro für neue Steinmauer

Zum Ortstermin konnte Bürgermeister Alfred Stier auch Kreisfachberater Harald Schlöger, Stadtpfarrer Konrad Amschl und Steinmetz Ferdinand Wagner begrüßen. Ziel des Termins sei, alle Überlegungen vor Ort einmal zur Diskussion zu stellen und dann eine möglichst einvernehmliche Lösung zu finden. Stier berichtete, dass er schon viele Bärnauer Stimmen gehört habe, die diese Steinmauer gar nicht mehr wollten. "Warum sollen die Toten nicht mit der Bevölkerung von Bärnau mit leben können", sagte Stier im Hinblick auf den Holzzaun.

Der Bürgermeister machte aber auch klar, dass der klare Auftrag laute, die Steinmauer wieder zu errichten. Dennoch sei er für alle Ideen offen. Allerdings müsse der Denkmalschutz in jedem Fall eingeschaltet werden. Wobei Stier durchaus Diskussionsbereitschaft vonseiten des Denkmalschutzes erwarte. Die Kosten für den Wiederaufbau der Steinmauer bezifferte der Bürgermeister auf rund 500 000 Euro. Die Kosten für den Wiederaufbau müsse die Stadt tragen.

"Offene Mauer" mit Blickfenster

Hubert Häring warf ein, dass es doch gut sei, wenn man den Friedhof von außen sehen könne. "Der aktuelle Holzzaun ist keine Abwertung." Man sollte den Friedhof nicht verstecken. Anna Schwamberger betonte, dass der Friedhof ein Ort der Ruhe sein sollte. Weil die Mauer unter Denkmalschutz stand, werde man wohl kaum darum herumkommen, wieder eine Steinmauer zu errichten. Sie plädierte für eine "offene Mauer" - die sollte niedriger sein als die bisherige und könnte Blickfenster enthalten. Letztlich sei jetzt der Denkmalschutz am Zug, schloss Schwamberger.

Eine zufällig vorbeikommende Frau, die der Bürgermeister auf das Provisorium ansprach, sagte, dass der Holzzaun anfänglich für viel Kopfschütteln gesorgt habe, mittlerweile jedoch durchaus positiv gesehen werde. "Die Mauer hat den Friedhof abgeschlossen, jetzt ist er einsehbar", sagte auch Stadtpfarrer Konrad Amschl, was durchaus positiv sein könne.

Konzept für Friedhofsbäume

Breiten Raum in der Diskussion nahmen auch die Bäume auf dem Friedhofsgelände ein. Kreisfachberater Harald Schlöger verwies darauf, dass Bäume in Friedhöfen eine historische Bedeutung hätten. Diese Tradition sollte man keinesfalls infrage stellen. Zudem stellte er fest, dass die "klassischen Friedhöfe" alle eine abgeschlossene Einfassung hätten. Dritter Bürgermeister Gottfried Beer merkte an, dass noch keine Ersatzpflanzung für die beiden abgeholzten Bäume links und rechts vom großen Friedhofskreuz erfolgt sei.

Bürgermeister Alfred Stier regte an, dass der Kreisfachberater ein Konzept erstellt, wie und welche Bäume wohin gepflanzt und welche entfernt werden können. Anna Schamberger verwies darauf, dass der Friedhof ein Ort zum Verweilen und zum Besinnen sei. Deshalb seien hier Bäume sehr, sehr wichtig. Manche Bürger wollten auch im Friedhof spazieren gehen. Sie schlug vor, kleine Oasen der Ruhe zu schaffen. Gottfried Beer meinte, dass dazu auch Bänke aufgestellt werden sollten.

Ein Thema war auch der Splitt zwischen den Gräbern, der dort nicht sein sollte. "Das ist eine Grauzone, natürlich ist Grün zwischen den Gräbern einfach schöner", erklärte Schlöger.

Urnengräber nicht verstecken

Ein weiteres Thema waren mögliche neue Urnengräber. Diese, so Gottfried Beer, sollten im Friedhof an mehreren Stellen integriert werden. Er könne sich verschiedene Varianten der Gestaltung vorstellen. Der Bürgermeister sagte, dass immer mehr Menschen keine Gräber mehr wollen. Immer öfter würden Gräber aufgelöst werden. Steinmetz Ferdinand Wagner bestätigte diesen Trend. Auf den aufgelösten Gräbern könnte Urnengräber platziert werden, meinte er. Hubert Häring betonte, dass man die Urnengräber keinesfalls am Rand des Friedhofs verstecken sollte so wie früher. "Sie haben hier alle Möglichkeiten", sagte Harald Schlöger.

Beim anschließenden Rundgang wurden auch Gräber besichtigt, die schon seit Jahren nicht mehr gepflegt werden. Die Stadt habe die Grabbesitzer deshalb schon angeschrieben, jedoch mit mäßigem Erfolg. Der Stadtrat wird in einer der kommenden Sitzungen entscheiden, wie es mit dem Bärnauer Friedhof weitergeht.

Wie es mit Mauer und den Kreuzen weitergeht, liegt vor allem am Denkmalschutz

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Anfänglich sorgte er für Kopfschütteln, jetzt wollen ihn viele Bärnauer nicht mehr missen: Den "Provisoriums-Zaun" am Bärnauer Friedhof. Ein Friedhof, der offen ist, habe durchaus seien Reiz, sind sich die Bauausschussmitglieder einig.

 

 

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