16.07.2021 - 13:03 Uhr
BärnauOberpfalz

Baustellenrundgang im künftigen Zaubertheater von Marco Knott in Bärnau

Das Schlosstheater in Bärnau ist nach eineinhalb Jahren Bauzeit nun schon mehr ein Zaubertheater als ein Kino. Dennoch ist die exklusive Event-Location noch nicht fertig. Zauberer Marco Knott will sichergehen, dass alle Details stimmen.

Probesitzen auf der Zuschauertribüne: Zauberer Marco Knott baut das ehemalige Kino seines Opas in ein magisches Zaubertheater um. Die Bauarbeiten sind schon weit fortgeschritten. Der 38-Jährige schätzt, dass er die exklusive Event-Location in Bärnau Ende diesen, Anfang nächsten Jahres eröffnen kann.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Viel passiert ist im vergangenen Jahr im Schlosstheater Bärnau. Zauberkünstler Marco Knott saniert derzeit das Kino seines Opas vom Keller bis hinauf unters Dach. Entstehen soll ein magisches Theater, eine Event-Location, in der der 38-Jährige seine Gäste verzaubern kann.

Das Kino ist ein Stück Knottsche Familiengeschichte, das mit Marcos Großvater Josef Fehr 1958 begonnen hat. Der letzte Film lief 1990. Nach über 30 Jahren Leerstand reaktiviert Knott das Schlosstheater. Ein magischer Ort, findet der Bärnauer. Das Kino war einst perfekt für die Filmleidenschaft seines Opas und wird nach der Umgestaltung perfekt für seine Zauberei.

Umbau: Keller bis zum Dach

Vor eineinhalb Jahren begann Marco Knott mit dem Umbau. Im Keller steht bereits eine neue Heizung und Lüftungsanlage, das Dach wurde saniert und mit zwei Stahlstreben verstärkt. Das Schlosstheater hat sein eigenes Flair, das Knott zumindest im Erdgeschoss erhalten will. "Im Eingangsbereich soll alles so bleiben wie es ist." Vieles soll nur erneuert und an die aktuellen Vorgaben angepasst werden.

Das Kassenhäuschen bleibt, ebenso wie die bunten Fliesen aus den späten 1950er Jahren. Die Fugen wurden in mühevoller Kleinstarbeit gesäubert. Zwar musste die alte Leinentapete weichen, doch die Wände wurden neu mit gelbem Leinenstoff bespannt. Auch die alten Leuchten bleiben an Ort und Stelle. Dazwischen will Knott noch Plakate von bekannten Filmen aufhängen, die früher im Kino liefen. Im Treppenaufgang zur Event-Lounge will der Bärnauer die Historie des Kinos zeigen und Bilder von früher aufhängen. "Wenn man dann nach oben kommt, ist alles neu. Es soll ein gewisser Wow-Effekt entstehen." Die Wände glänzen golden, Spiegel an der Decke vergrößern den Raum optisch.

Vom ehemaligen Kinosaal selbst ist nicht mehr viel zu erkennen. Die Bar und Lounge sind bereits fertiggestellt, auch die Zuschauertribüne steht. Freunde, die Erfahrung mit Messebauten haben, halfen bei der Konstruktion der Tribüne, in der über vier Tonnen Stahl verbaut sind. "Das ist alles bombenfest", so der Bärnauer.

Im Publikum gibt es 52 Sitzplätze. Somit haben genauso viele Leute Platz, wie in einen Reisebus passen. Die Sessel sind die Original-Kino-Klappsitze, diese hat Knott aufpolstern lassen. Wichtig ist dem Bärnauer, dass bei seinen Vorführungen eine familiäre Atmosphäre herrscht. Auf der Tribüne sitzt das Publikum maximal fünf Meter vom Zauberer entfernt. Möglich ist später Close-up-Zauberei am Tisch, oder eine Show auf der Bühne. Auch Filme kann Knott auf der Leinwand zu besonderen Anlässen über die alten Filmprojektoren abspielen.

Einzigartig in ganz Europa

Knapp zwei Jahre verbrachte Knott mit der Planung. "Ich will, dass es genauso wird, wie ich mir das vorstelle." Besonders die Kombination von technischem Verständnis - Knott machte eine Ausbildung zum Elektrotechniker und arbeitete nach seinem Wirtschaftsingenieur-Studium in der Prozessoptimierung - und seiner Kreativität kommt ihm beim Umbau zu gute. "Ich habe eine Idee, wie das aussehen soll, und dann überlege ich, wie ich das technisch umsetzen kann", erklärt er. "Hier sind Sachen eingebaut, das gibt's in ganz Europa nicht", ist sich der Zauberer sicher.

Wo sich Knott nicht selbst helfen kann, unterstützen ihn Freunde und Bekannte. Bei der Planung konnte er auf die Erfahrung seiner Zaubererkollegen aus Stuttgart München oder Nürnberg zählen. "Ich kenne alle Zaubertheaterbesitzer in Deutschland", sagt er. Besonders dankbar ist Knott aber für die Hilfe seines Vaters. "Wir sind ein tolles Team. Ohne ihn geht es nicht."

Modernste Technik gut versteckt

Insgesamt wurden 20 Kilometer Kabel und 300 Meter LED-Leisten verlegt. "Eigentlich könnte ich da unten auch ein Fernsehstudio betreiben", sagt Knott über seine Ausstattung und lacht. 70 000 einzelne LEDs sind an den Wänden sowie unter den Bänken und Tischen verbaut. Diese sind alle maßgefertigt und in einem braun-grauen Ton gehalten, die Decke ist schwarz gestrichen. Wichtig ist dem 38-Jährigen, dass man die moderne Technik nicht sieht, alles muss versteckt sein. So sei für das Publikum der Überraschungseffekt größer, wenn Show, Licht und Sound perfekt aufeinander abgestimmt sind. Steuern kann Knott später alles über sein Smartphone.

Aber jetzt geht es zunächst daran, die ganze Medientechnik zu installieren. Die Computer und die Ansteuerung müssen noch in den Schaltraum eingebaut und programmiert werden. Bis alles fertig ist und das magische Schlosstheater öffnet, dauert es noch. "Es fehlen noch viele Kleinigkeiten, da kann ich zeitlich schlecht abschätzen, wie lange das noch dauert. Ich will mir auch keinen Druck machen", sagt er. Mit der Fertigstellung rechnet er bis Ende diesen, Anfang nächsten Jahres. "Ich will aber, dass es ein Familienbetrieb bleibt," steht für den 38-Jährigen fest.

Umbau, Show-Konzeption, Gespräche mit Akteuren vom Tourismus, die ersten Auftritte nach Corona - "vieles läuft parallel", sagt der Bärnauer. Vorstellen kann sich der 38-Jährige auch eine Zusammenarbeit mit dem Verein Ackerbürgerhaus. In dem historischen Gebäude am Marktplatz entsteht eine Mitmachbrauerei, in seinem Theater könnte Knott einen Bärnauer Zaubertrank anbieten. In sein Zauberkino will er die Region mit einbinden.

Baustelle statt Zaubershows

Über 15 Jahre war Knott europaweit unterwegs, bevor er vor drei Jahren beschloss, von der Großstadt nach Bärnau zurückzukehren. "Was wir hier haben in der Oberpfalz ist ein Paradies", schätzt der Naturfan seine Heimat. Vor etwa drei Jahren kündigte der ehemalige Soldat seinen Job als Wirtschaftsingenieur und widmete sich beruflich voll und ganz der Magie. "Es war die richtige Entscheidung, trotz Corona", sagt er. Wegen der Pandemie waren im vergangenen Jahr keine Veranstaltungen möglich. Langsam laufen die Buchungen wieder an. Erste Auftritte hat er etwa auf Hochzeiten, Geburtstagen oder Firmenfeiern. Bis September ist er ausgebucht, berichtet Knott. Doch Corona kann er auch etwas Gutes abgewinnen: "Ich konnte mich komplett auf die Baustelle konzentrieren."

Die Bauarbeiten im Zaubertheater gehen zügig voran

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Marco Knott will die Corona-Pause sinnvoll nutzen

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"Hier sind Sachen eingebaut, das gibt’s in ganz Europa nicht."

Zauberer Marco Knott

 

 

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