06.03.2020 - 16:26 Uhr
BärnauOberpfalz

Brauerei und Kulturhof im Ackerbürgerhaus Bärnau

Jetzt ist es amtlich. Die Stadt Bärnau hat für das Vorhaben des Vereins „Ackerbürgerhaus Bärnau e.V.“ den Förderbescheid für die Städtebauförderung der Regierung der Oberpfalz erhalten.

Große Freude herrscht bei den Initiatoren des Heimatunternehmer-Projekts „Ackerbürgerhaus Bärnau“. Der Förderbescheid für die Städtebauförderung der Regierung der Oberpfalz ist zwischenzeitlich eingegangen. Damit hat erstmals ein gemeinnütziger Verein in Bayern mit einer Genussrechtefinanzierung die Basis für ein Altstadtsanierungsprojekt mit innovativem Modellcharakter geschaffen. Gemeinsam mit der Stadt Bärnau KommunalGmbH wird dieses Modellprojekt nun umgesetzt. Im Bild der Vorstand des Vereins mit dem Projektkoordinator Heimatunternehmen Alfred Wolf (links) und Projektleiter Ackerbürgerhaus Edgar Zwerenz vorne, Dritter von rechts).
von Autor AWOProfil

Damit hat erstmals ein gemeinnütziger Verein in Bayern mit einer Genussrechtefinanzierung die Basis für ein Altstadtsanierungsprojekt mit innovativem Modellcharakter geschaffen. Hinter dem Projekt „Ackerbürgerhaus Bärnau“ steht der gemeinnützige Verein „Ackerbürgerhaus Bärnau e.V.“, ein Zusammenschluss aktiver Heimatunternehmer. Der Verein hat für sein „Mitmachhaus“ ein Genussrechtsmodell aufgelegt, an dem sich alle Interessierten beteiligen und durch ihre Bürgerbeteiligung regional und traditionsbewusst in die Zukunft investieren können.

Die Finanzierung des Ackerbürgerhaus sorgte für eine hitzige Diskussion im Stadtrat:

Bärnau

Der Verein hatte bereits im November die anvisierten 100.000 Euro „geknackt“ und damit die Basis geschaffen, ein denkmalgeschütztes Haus in der Altstadt von Bärnau zu sanieren und zu beleben. Die Grundlagen zur Auflage des Genussrechtemodells hat der Verein gemeinsam mit Petra Wähning von der GenussInvest GmbH geschaffen. Mit einer aktiven Bürgerschaft kann nun ein Herzensprojekt des Vereins in Angriff genommen werden, dass als Projekt der Daseinsvorsorge in Kombination mit der Stadt Bärnau Kommunal GmbH als Miteigentümer des Gebäudes umgesetzt wird. Damit übernehmen Verein und Kommunal GmbH tatsächlich städtische Aufgaben, beseitigen einen Leerstand und schaffen für die Bürger ein wichtiges Zukunftssegment.

Es entsteht ein Mitmachhaus als Treffpunkt, mit Kreativräumen, Heimatmuseum, Kulturhof und Mitmachbrauerei. Damit wird das kommunale Braurecht über die Bürgerfinanzierung belebt. Mit einem neuen und einzigartigen Nutzungskonzept hat das Vorhaben eine Pilot- und Vorbildfunktion für die gesamte Region. Ein denkmalgeschütztes Haus wird saniert, ein Ort wird geschaffen, an dem man sich treffen, Pläne schmieden, arbeiten, ratschen und feiern kann. Und zwar mitten in der Stadt. Und das mit selbstgebrautem Bier in der Kretsch’n, wie es sie schon zur Zeit Karls IV. gab. Das ‘Zintlhaus‘, wie es im Volksmund genannt wird, ein typisches Bärnauer Ackerbürgerhaus, ist eines der ursprünglichsten Häuser der Stadt mit einer bis ins späte Mittelalter zurückreichenden Geschichte.

Für das Anliegen des Vereins, ein Mitmachhaus als Treffpunkt einzurichten, bietet das Objekt nicht zuletzt durch seine zentrale Lage die besten Voraussetzungen. Die mit dem Haus verbundene Geschichte sorgt darüber hinaus für vielfältige Ansätze zur Pflege alter Traditionen. Für kulturelle Veranstaltungen, Vorträge und rege Diskussionsabende, oder um gemeinsam neue Initiativen für die Region auf den Weg zu bringen. Nicht zuletzt soll auch die regionale Identität an der Deutsch-Tschechischen Grenze gestärkt werden. Das Ackerbürgerhaus ist seit mehr als 30 Jahren unbewohnt und steht unter Denkmalschutz. Die Gesamtkosten für die Sanierung belaufen sich auf ca. 1,9 Millionen Euro.

Derzeit forscht Viviane Diederich, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, im Ackerbürgerhaus. Sie leitet zusammen mit Rainer Schreg, Lehrstuhlinhaber der Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit das deutsch-tschechische Forschungsprojekt "Socioeconomic spaces crossing borders - Archäologische Untersuchungen in einer Stadt an der bayerisch-tschechischen Grenze". Wenn diese Forschungsarbeiten in den kommenden Wochen zum Großteil abgeschlossen werden, startet die Sanierung des Gebäudes.

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