24.03.2021 - 14:27 Uhr
BärnauOberpfalz

Geschichtspark hat neuen Hauptsponsor

Der erste Hauptsponsor des Gesichtsparks Bärnau-Tachov ist die Grabungsfirma "In Terra Veritas" aus Bamberg. Als Mitglieder und Darsteller unterstützten sie die museale Einrichtung nun auch auf Firmenebene.

Alfred Wolf und Ilona Hunsperger (oben, von links) freuen sich über einen neuen Hauptsponsor für den Geschichtspark. Julian Decker (Mitte), Chef der Grabungsfirma ITV, sowie seine Mitarbeiter Matthias und Nina Hoffmann (unten, von links) unterstützen das Freiluftmuseum nicht nur als Mitglieder, sondern nun auch finanziell.
von Lena Schulze Kontakt Profil

„Wir wollen den Geschichtspark nicht nur rein personell mit Arbeitskraft, sondern auch finanziell unterstützen und unser Expertise mit einbringen“, erklärt Archäologe Julian Decker seine Beweggründe, mit seiner Grabungsfirma „In Terra Veritas“ Sponsor für den Geschichtspark Bärnau-Tachov zu werden.

Engagement seit zehn Jahren

Der gebürtige Kemnather war schon immer geschichtsbegeistert. 1997 fing er mit dem Mittelalter-Hobby an. In Bamberg studierte er Archäologie. Als Decker 2011 von dem Aufbau des Geschichtsparks in Bärnau erfuhr, musste er einfach vorbeifahren. Denn zur gleichen Zeit setzte er sich in seiner Magisterarbeit mit der Sachkultur des 9. und 10. Jahrhunderts in Nordostbayern auseinander – genau die Phase, die auch der Mittelalter-Park abbildet. Der Archäologie-Student war vom entstehenden Freiluftmuseum derart begeistert, dass er Mitglied wurde. Die folgenden zwei Jahre lang war Decker „mindestens einmal die Woche in Bärnau“, sagt er. Mit zwei Freunden baute er ein Haus im Park mit. Er haute Balken und stampfte Lehm. „Julian Decker hat einen großen Beitrag zur Entstehung des Geschichtsparks geleistet“, bestätigt der Vorsitzende des Trägervereins Via Carolina, Alfred Wolf.

2014 machte sich der Wahl-Bamberger mit seiner eigenen Grabungsfirma „In Terra Veritas“ selbstständig. Das aktive Engagement im Geschichtspark musste Decker aufgrund seiner Karriere zwischenzeitlich herunterfahren. Mit seinem Unternehmen ist der Archäologe hauptsächlich in Ober-, Mittel- und Unterfranken sowie in der Oberpfalz unterwegs. Decker beschäftigt mittlerweile 14 fest angestellte Mitarbeiter. Die Grabungsfirma begleitet private und öffentliche Bauvorhaben und untersucht die Baustellen auf mögliche Bodendenkmäler. Demnächst will der Firmenchef einen neuen Standort in Weiden eröffnen. „Dann bin ich auch wieder öfters in der Gegend“, sagt Decker und nimmt sich vor, dann auch wieder im Geschichtspark vorbeizuschauen. Die Filiale in Weiden soll künftig Deckers Mitarbeiter Matthias Hoffmann leiten. Auch er und seine Frau sind Mitglieder und Hauspaten im Mittelalter-Park.

Eldorado für Archäologen

Die Archäologen sind von dem Mittelalter-Park so begeistert, dass sie die Einrichtung nun nicht mehr nur als Mitglieder und Darsteller, sondern auch finanziell unterstützen wollen. „Die Oberpfalz ist – was Archäologie angeht – ein sehr spannender Bereich. Ein Eldorado für Archäologen.“ Die Sponsoren haben auch vor, Projekte im Mittelalter-Park zu unterstützten und sowohl die Archäologie als auch die Geschichte der Region bekannter machen. „Viele Leute wissen nicht, auf welchem Schatz sie stehen.“ Diese Kooperation sei die beste Kombination aus Hobby und Beruf, sagt Matthias Hoffmann. Er ist seit 2015 Mitglied und betreut ein frühmittelalterliches Grubenhaus im Freiluftmuseum.

Anfrage kam zur richtigen Zeit

Geschichtspark-Geschäftsführerin Ilona Hunsperger und Alfred Wolf freuen sich, welch große Begeisterung für den Geschichtspark die Sponsoren mitbringen. „Es ist toll, dass ihr mit so viel Herzblut hinter der Sache steht“, sagt Hunsperger. Der Sponsorenvertrag sei vorerst auf drei Jahre ausgelegt. „Aber wenn es gut läuft, verlängern wir ihn natürlich. Die Anfrage von ,In Terra Veritas‘ kam genau zur richtigen Zeit, als wir das Thema Sponsoren sowieso ausweiten wollten“, freut sie sich über die künftige Zusammenarbeit.

Alfred Wolf freut sich, dass aus der Mitgliedschaft nun auch eine Kooperation auf Firmenebene geworden ist. Der Vorsitzende berichtete von der schwierigen Lage des Freiluftmuseums. „Wir haben seit vier Monaten zu und es gibt keine Perspektive.“ Für die Einrichtung würden keine Hilfen greifen. Trotz fehlender Einnahmen wollen die Verantwortlichen neue Standbeine aufbauen. Dazu gehört die Entstehung eines Öko-Dorfs als Teil des Projekts „Zukunftsoffensive“. Die Unterstützung eines Hauptsponsor sei dabei sehr willkommen.

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Bärnau
Nach der Vertragsunterzeichnung besuchte Archäologe und Firmenchef Julian Decker das mittelalterliche Haus im Park, dass er vor zehn Jahren selbst erbaute.

 

 

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