16.03.2020 - 17:04 Uhr
BärnauOberpfalz

Kaum "Zukunftsleute" im Stadtrat

Der Bärnauer Stadtrat steht vor großen Veränderung, wenn auch fast alles beim alten bleibt. Zwar kommt eine neue Gruppierung ins Gremium, doch kaum neue Gesichter tauchen auf. Anna Toman wird die Frauenquote im Gremium geringfügig anheben.

Bis spät in die Nacht herrschte Hochbetrieb in der Wahlzentrale im Rathaus in Bärnau. Bei Wahlleiterin Heidi Schertler und ihrem Stellvertreter Christian Grödl liefen die Fäden zusammen.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Auf der Liste der Stadträte findet sich am Sonntagabend auch der amtierende Bürgermeister Alfred Stier. Der muss sein Amt allerdings erst noch am 29. März bei der Stichwahl absichern. Immerhin haben die Wähler mit 49,2 Prozent für Alfred Stier im ersten Anlauf ein deutliches Zeichen gesetzt.

Kann das amtierende Stadtoberhaupt seinen Posten verteidigen, wird er weiter, inklusive seiner Stimme, auf eine knappe Mehrheit bauen können. Denn am Sonntag hat die CSU ihre fünf Sitze im Stadtrat verteidigt. Die Junge Wählergemeinschaft muss einen "Verlust" verkraften und kommt auf drei Mandate. Damit können die Unterstützer des amtierenden Bürgermeisters acht der 16 Sitzen im Gremium belegen.

Bei der Zusammensetzung im Bärnauer Stadtrat hat sich allerdings eine große Veränderung ergeben. Neu eingezogen ist die Bürgerliche Wählergemeinschaft Bärnau (BWG) mit zwei Mandaten. Erst vor wenigen Monaten ist diese Gemeinschaft neu ins Lebens gerufen worden - und hat auf Anhieb den Sprung ins Gremium geschafft. Wohl auch, weil sich auf der Liste alte Bekannte fanden, die bislang in anderen Parteien mitgearbeitet hatten. Die beiden BWG-Stadträte Kurt Fischer und Josef Hubmann, die für die Gruppierung zwei Mandate erringen konnten, waren zuvor bei der CFWG und der SPD aktiv. Und von ihren Stimmen kann wohl eher die "Regierungsseite" aus CSU und JWG profitieren.

Bei der Auszählung waren Kämmerer Josef Schabner und sein Team mit (von links) Saskia Weigl und Sandra Zölch sowie Laura Schaller und Anja Mages (von rechts) die schnellsten. Schon Minuten nach der Öffnung der Urnen präsentierten sie die ersten Ergebnisse.

Mit dem Einzug der Bürgerlichen Wählergemeinschaft haben die Christliche Freie Wählergemeinschaft und die Junge Wählergemeinschaft "bluten" müssen. Sie verlieren beide je einen Sitz. Die SPD hat ihre drei Sitze absichern können. Neu in der Fraktion vertreten ist Landtagsabgeordnete Anna Toman. Aus dem Stadtrat verabschieden müssen sich Edgar Wettinger (CFWG) und Stefan Schmidkonz (JWG). Nach der Auszählung verteilen sich die 30 631 gültigen Stimmen (2002 Wähler) auf die CSU mit 32,9 Prozent, die SPD mit 17,5 Prozent die CFWG mit 20,4 Prozent, die JWG mit 16,1 Prozent und die BWG mit 13,1 Prozent. Bei den fünf Parteien und Gruppierungen sind die jeweiligen Stimmenkönige Zweiter Bürgermeister Michael Schedl (CSU) mit 1741 Stimmen, der Listenanführer Alfred Stier (1359) hinter sich lassen kann, sowie Gottfried Beer (SPD) mit 1536 Stimmen, Hubert Häring (CFWG) mit 1357 Stimmen, Alfred Wolf (JWG) mit 1114 Stimmen und Kurt Fischer (BWG) mit 783 Stimmen.

Ins 16 Personen starke Gremium haben es nur zwei Frauen geschafft. Alexandra Relvao Morgado hat mit 722 Stimmen immerhin das drittbeste Ergebnis der CSU verbuchen können. Anna Toman (SPD) liegt im Vergleich mit 731 Stimmen in der Wählergunst noch vor der CSU-Kandidatin. Mit Blick aufs Stadtratsergebnis ist Bürgermeister Alfred Stier enttäuscht, dass quer durch die Parteien nicht mehr junge Kandidaten ins Gremium gewählt wurden. Wichtig sei es, auch im Stadtrat den Generationswechsel zu schaffen. Beim Wahlablauf will Alfred Stier die hervorragende Arbeit des Teams im Rathaus herausstellen. So waren die Mitarbeiter auch bei der Schulung der Kräfte in Neualbenreuth mit eingesprungen.

Gottfried Beer freut es, dass die SPD die Zahl ihrer Sitze halten konnte. Natürlich bedauert der Sozialdemokrat, "dass sich die Mehrheitsverhältnisse nicht deutlicher verändert haben". Jetzt komme es stärker auf die Stimme des Bürgermeisters an. Alfred Wolf bedauert ebenfalls, dass nicht mehr junge "Zukunftsleute" ins Gremium gewählt wurden. Immerhin hätte aus seiner Sicht die "Allianz der Vernunft" eine Bestätigung erfahren.

Josef Hubmann für die BWG hätte sich gerne noch einen Dritten im Bunde gewünscht. Der Einzug kommt für ihn nicht überraschend, immerhin hätte man bislang schon eine gute Arbeit für die Bürger gemacht. "Wir wollen etwas bewegen", beschreibt Hubmann die Motivation der BWG und hält dies nur mit Alfred Stier für machbar.

Zwei Stadträtinnen

Michael Schedl Stimmenkönig

Stadtrat Bärnau:

2615 Stimmberechtigte, 2002 Wähler, Wahlbeteiligung 76,6 Prozent (2014: 71,15%), gültige Stimmen 30 631, ungültige Stimmen 31. Das Ergebnis: CSU 32,9 % (2014: 31,32%), SPD/Grüne 17,5% (19,69%), Christliche Freie Wählergemeinschaft (CFWG) 20,4% (26,72%), Junge Wählergemeinschaft (JWG) 16,1% (22,27%), Bürgerliche Wählergemeinschaft (BWG) 13,1%. Die Sitzverteilung: CSU 5, SPD 3, CFWG 3 (-1), JWG 3 (-1), BWG 2. Gewählt wurden: CSU: Michael Schedl (1741 Stimmen), Alfred Stier (1359), Alexandra Relvao Morgado (722), Georg Sollfrank (709), Engelbert Träger (659); sollte Alfred Stier zum Bürgermeister gewählt werden, würde Michael Zintl (623) nachrücken. SPD/Grüne:Gottfried Beer (1536), Anna Toman (731), Michael Wegener (533); sollte Gottfried Beer zum Bürgermeister gewählt werden, würde Cornelia Schwamberger (494) nachrücken. CFWG:Hubert Häring (1357), Markus Fichtner (727), Rudolf Schmid (638). JWG:Alfred Wolf (1114), Marco Donhauser (641), Jürgen Fischer (509). BWG:Kurt Fischer (783), Josef Hubmann (653). (ws)

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