22.05.2020 - 14:10 Uhr
BärnauOberpfalz

Kleines Wunder an der Grenze bei Bärnau

Während alle gebannt auf die geschlossene Grenze achteten, passierte in Grenznähe ein kleines Wunder. Die Orthodoxe Kirche in Milíre/ Brand renovierte ein beschädigtes Feldkreuz.

Mit Freude präsentieren die Arbeiter zusammen mit Pfarrer Eugen Bakos (links) das Feldkreuz auf dem Granitsockel im orthodoxen Stil.
von Rainer ChristophProfil

An der Böttgerstraße unterhalb der Hans-Nigl-Kapelle steht gleich nach der Grenzöffnung unter Bäumen der Sockel eines Feldkreuzes. Das gusseiserne Kruzifix war verschwunden. Ein primitives verwittertes Holzkreuz steckte oben auf. Die deutsche Inschrift im Sockel war kaum noch lesbar.

Bei der Erarbeitung des Historischen Böttgerpfades fand im Sommer 2019 im Rathaus von Obora ein Interview mit dem orthodoxen Pfarrer Eugen Bakos aus Milíre ein Interview mit Schülern statt. Bei einer weiteren Begegnung bat Rainer Christoph, Leiter der ARGE Paulusbrunn, den Pfarrer darum, ob die Kirchengemeinde das provisorische Kreuz nicht erneuern könnte. Immerhin hatte die Gemeinde bereits Kreuze in Obora und die beiden Kapellen in Obora und Branka/Galtenhof restauriert. Er stieß dabei auf offene Ohren. Und diese Woche kam die Nachricht, "das Kreuz ist fertig". Dazu die Bemerkung: "Alles zur größeren Ehre und Herrlichkeit Gottes". Zusammen mit drei Mitgliedern der Kirchengemeinde wurde das Werk in selbstloser Arbeit geschaffen.

Pfarrer Bakos hat ein Faible für die Renovierung "heiliger Denkmäler". Es wurde nicht nur ein neues Kreuz geschaffen, der Granitsockel wurde gesäubert, renoviert und fest installiert. Auch ist die Inschrift jetzt wieder zu lesen. Der Tafeltext lautet: "Errichtet zur Ehre Gottes von der Witwe Therese Fischer aus Paulusbrunn (gemeint ist Hinterpaulusbrunn) Haus Nummer 6.

Die Stifterin hat das Kreuz wahrscheinlich für Ihren Ehemann Franz Fischer (Hausname Schmiedkanasn) errichtet. Paulusbrunner können weitere Informationen zum Kreuz an Ingrid Leser weiterzugeben. Pfarrer Bakos ergänzt noch: "Dies war nur die erste Phase, die zweite Phase wird die Reinigung des Bereichs um das Kreuz." Genau an dieser Stelle wird die ARGE Paulusbrunn im Verein Via Carolina eine Info-Tafel über die Orthodoxe Kirche in diesem Raum aufstellen. Der Pfarrer in Milíre, hat diese Nachricht mit Freude aufgenommen. Den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft gibt diese tschechische Aktion Mut und Bestätigung. Ingrid Leser meint überwältigt: "Das ist wie ein Wunder". Alles, was vor rund vier Jahren begonnen hat, trägt vielfältige Früchte und kommt an.

Die letzten Schritte sind der Druck der Tafeln, die Herstellung der Halterungen und das Aufstellen. Da sich alles verteuert hat, gab es bereits Spenden und einige wenige, die noch ausstehen, werden reichen, das Werk an der 16 Kilometer langen Strecke zu vollenden.

So sah das Feldkreuz mit dem Sockel vorher aus, dahinter lehnt das verwitterte Holzkreuz.
Eine gewissenhafte Reinigung und solide Neuerrichtung wurde von Mitgliedern der Kirchengemeinde durchgeführt.

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