04.03.2020 - 17:06 Uhr
BärnauOberpfalz

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber unterstützt Machbarkeitsstudie zur Silberhütte

Holzvergasung und ein Fachgespräch standen auf der Agenda von Ministerin Michaela Kaniber auf der Fischzuchtanlage von Alfred Stier. Der Bürgermeister ließ bei der Gelegenheit die Katze aus dem Sack - und das betrifft die ganze Gemeinde.

Alfred Stier (rechts) mit der umfangreichen Machbarkeitsstudie. Ministerin Kaniber soll dafür in München werben und ein Gespräch beim Ministerpräsidenten Markus Söder arrangieren.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

"Keine Angst, Sie müssen weder die 600 Seiten durchlesen, noch den Berg an Papier mitnehmen. Uns geht es darum, dass Sie uns bei der Staatsregierung in München, quasi als Vermittlerin, zur Verfügung stehen". so Bürgermeister und Fischzüchter Alfred Stier zur Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber, bei ihrer Stippvisite in Bärnau.

Stier bezog sich bei seiner Ausführung auf die erst vor einer Woche fertiggewordene Machbarkeitsstudie zum Thema "Europäisches Klima- und Wetterverständniszentrum Silberhütte - Europäischer Klima- und Wetterpark Silberhütte", die von der Peplies Consult GmbH aus Wiesbaden erstellt worden ist. Drei Fachbüros hätten parallel daran gearbeitet. Laut Stier ist das vielleicht der erste große Schritt zur Sensibilisierung der Menschen zum Thema "Rettet die Bienen", was seiner Meinung nach nur durch die intensive Zusammenarbeit der Verbände und der Politik funktionieren werde.

Schulungszentrum als Ansatz

Schulungszentren für die Generation, die jetzt im Heranwachsen ist, sieht er dabei als Ansatz. An die Ministerin gewandt, sagte er: "Wir wollen eine Stunde beim Ministerpräsidenten, um das umfangreiche Papier vorzustellen." Stier will Michaela Kaniber als Fürsprecherin dafür in München gewinnen. Der Bürgermeister: "Wir wollen auf der Silberhütte das erste europäische Naturverständniszentrum schaffen." Wir könnten als kleine Kommune eine Staatsaufgabe mit auf den Weg bringen. Den Begriff habe man sogar schützen lassen. Die Ergebnisse der Studie, die rund 140 000 Euro gekostet hat, von denen 70 Prozent gefördert werden, wertete der Sprecher als "von europäischer Bedeutung". Die Stadt Bärnau könnte die Verwirklichung der beschriebenen Möglichkeiten weit nach vorn bringen. So sei im Bereich der Silberhütte eine privat finanzierte Hotelanlage mit einem Volumen von etwa 20 Millionen Euro geplant. Drei Investoren stünden dabei zu Verfügung.

Abriss und Neubau

Das Schutzhaus Silberhütte selbst werde in diesem Rahmen ebenfalls auf Vordermann gebracht. Alfred Stier würde das Gebäude am liebsten abreißen und unter Berücksichtigung heutiger ökologischer Aspekte so wieder aufbauen, "wie es jetzt aussieht." Laut Studie sind für das Schutzhaus fünf bis sechs Millionen Euro nötig.

Nach Fertigstellung könne die Silberhütte ein Ausgangspunkt für naturnahe Lernorte, wie sie das Kultusministerium fordere, werden, meinte Alfred Stier. Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei und Imkerei könnten im Umkreis von 50 Kilometern zusammenarbeiten. Ein Partner stehe mit dem Kloster Waldsassen bereits fest. Bei dieser Kooperation gehe es um die Themen Glaube, Schöpfung und Kräuterkunde. Viele Puzzleteile seien hier vorstellbar. Die Silberhütte diene dabei als Verwaltungszentrum, wo auch der Koordinator als Schnittstelle zum Kultusministerium seinen Sitz haben könnte.

Als dritte Schiene nannte Stier die Generalsanierung des Freibades Altglashütte, das ebenfalls als Partner angesehen werde. Um die vier Millionen Euro sehe die Studie dafür vor, inklusive Möglichkeiten der Schülerunterbringung, etwa in amerikanischen Tiny-Häusern. Um diese sportliche Aufgabe zu lösen, brauche man das Kultus-, Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerium sowie die Staatskanzlei.

Michaela Kaniber versprach, sich darum zu kümmern, einen Termin im Ministerium zu finden, bei dem man zuerst einmal auseinanderdividieren müsse, wer denn für was zuständig wäre. "Oft lässt sich schnell etwas verwirklichen, wenn jede Hand etwas dazugibt."

Landwirte äußern Unmut

In der anschließenden Diskussion zum Thema Landwirtschaft machten mehrere Bauern ihrem Unmut zu den Themen Düngeverordnung, Düngen von Zwischenfrüchten, Düngeausbringung auf gefrorenem Boden und Glyphosat-Verbot Luft. Kaniber ließ das so nicht stehen und konterte: "In Bayern ist die CSU die einzige Partei, die hinter euch steht."

In Bayern ist die CSU die einzige Partei, die hinter euch steht.

Michaela Kaniber, Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Michaela Kaniber, Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

 

 

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