08.03.2020 - 13:59 Uhr
BärnauOberpfalz

Ludwig Hartmann: "Mehr regionale Absätze für die Landwirte"

"Triff Ludwig Hartmann" – unter diesem Motto suchte der Grünen-Fraktionsvorsitzende den Austausch im "Gasthof zur Post" in Bärnau. Das war bereits der zweite Besuch des Politikers in der Knopfstadt – aber dieses Mal lief es etwas anders.

Grünen-Fraktionsvorsitzender Ludwig Hartmann und die Bündnisgrüne Anna Toman tauschen sich im "Gasthof zur Post" in Bärnau mit den Gästen aus.
von Susanne Forster Kontakt Profil

Gute zwei Stunden nahm sich Hartmann Zeit, um sich mit den rund 50 Zuhörern auszutauschen. Bereits zum zweiten Mal in die Knopfstadt eingeladen hatten ihn Parteikollegin und Landratskandidatin Anna Toman und am Freitag auch der Grünen-Kreisverband.

An diesem Abend habe der Politiker wesentlich mehr Zeit, sich zu artikulieren - so schilderte es Bürgermeisterkandidat Gottfried Beer (SPD). Er erinnerte sich noch gut an den ersten Besuch von Hartmann in Bärnau. Damals sei er bei der Ikom Stiftland zu Gast gewesen und hätte gegenüber den anderen Rednern das Nachsehen gehabt. Kaum eine Chance habe man dem Grünen damals gegeben, auch ein paar Worte zu verlieren.

Regionale Produkte als Standard

Das war an diesem Abend anders. Auch Tomans Konkurrent, der SPD-Landratskandidat Thomas Döhler, hatte den Weg in die Knopfstadt gefunden. Hartmann lagen besonders die Themen Energiewende, Agrarpolitik sowie Landesplanung und Flächenverbrauch in Bayern am Herzen. In seiner kurzen Ansprache machte er seine Standpunkte deutlich. Energie aus Wind und Sonne wolle er voranbringen. Und forderte dafür: "Die 10-H-Regelung muss in die Tonne getreten werden."

Die Agrarpolitik verglich er mit dem Kauf eines Autos, das charakteristisch bayerisch sein müsse - und spannte damit den Bogen zum Konsumverhalten. "Wir müssen ehrlicher darüber reden. Ich erwarte einen Standard. Etwa für Produkte, die aus Bayern kommen."

Zum dritten Thema nannte er etwa, die Ortskerne wieder zu beleben. Er bekomme häufig Anfragen von Senioren, die einen sozialen Treffpunkt, etwa in Form eines Geschäftes, in ihrem Heimatort vermissen. Das wolle er ändern, denn für ihn sei "im Dorf alt werden und nicht in die nächste Kreisstadt abgeschoben werden" ein wesentlicher Punkt.

Debatte um Landwirtschaft

Vom Tisch der Landwirte kam die erste Frage des Abends. "Sie müssen uns schon erklären, wie sich die Grünen eine Landwirtschaft vorstellen, die nicht mehr wächst", wollte man wissen. "Wir nehmen nicht mehr am Weltmarkt teil", sagte einer der Landwirte und zielte darauf ab, dass es kleine Betriebe zunehmend schwerer hätten.

Hartmann möchte dazu "in Europa die Förderinstrumente anders machen". Es komme darauf an, wie Gelder verteilt werden, um Unterschiede auszugleichen. Auch um "mehr regionale Absätze für die Landwirte" möchte sich der Politiker bemühen. Als Standard wünsche sich der Landtagsabgeordnete eine Regionalförderung für jeden Landkreis. In der Debatte ging es unter anderem auch darum, ob denn nun konventionelle oder biologische Landwirtschaft von den Bündnisgrünen gewollt werde. Eine eindeutige Antwort gab es darauf von Hartmann nicht. Er sprach für eine Bio-Landwirtschaft etwa den Umbau von Ställen und Tierwohl an, für die es Gesetze zu verändern gebe. Das betreffe auch die Plastikverpackung-Thematik.

Politiker Ludwig Hartmann im "Gasthof zur Post" in Bärnau.

Stromtrasse und 5G-Netz

Fragen gab es etwa auch zum Süd-Ost-Link, Landärzten oder dem 5G-Netz. Für dieses forderte der Politiker, über Grenzwerte zu sprechen, schließlich habe es eine gewisse Auswirkung auf die Umwelt. Zur Stromtrasse überließ er Kollegin Toman das Wort. Sie sprach sich klar für die Trasse aus, da sie momentan keine andere Alternative sehe.

"Was denken die Grünen über Künstliche Intelligenz und Industrie 4.0?", lautete zudem eine Frage. "Künstliche Intelligenz ist einfache Sensortechnik", antwortete Hartmann. Zwar werde viel Geld für Forschung ausgegeben, jedoch wünsche er sich, die Ergebnisse schneller in die Praxis umzusetzen. "Wie soll das funktionieren mit den Akkus?", äußerte ein Gast Bedenken zu Elektroautos. "Wir werden Wege für das Recyceln finden", versicherte Hartmann. Zur Mobilität sprach er auch von "Wasserstoff als gleichwertige Alternative", die er "zügig voranbringen" wolle.

Ludwig Hartmanns erster Besuch in Bärnau:

Bärnau

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