20.06.2021 - 11:42 Uhr
BärnauOberpfalz

Von der "Odlgruam" direkt ins Paradies: "Dreiviertelblut“ begeistert in Bärnau

Wer dieses Konzert auf dem Vorplatz des Geschichtsparks nicht miterlebt hat, hat etwas versäumt: Die oberbayerische Band „Dreiviertelblut“ mit ihrem charismatischen Leadsänger Sebastian Horn bot am Freitag ein Gastspiel der Extra-Klasse.

von Konrad RosnerProfil

Der Auftritt von "Dreiviertelblut" verlief ganz nach dem Geschmack der gut 250 Fans, die gekommen waren, um „folklorefreie Volksmusik“ zu hören. Viele kannten die Band um Sebastian Horn und Gerd Baumann von ihren Auftritten am Nockherberg. Möglich gemacht hatte dieses Konzert die Wanderbühne „Eulenspiegel Flying Circus“, gemeinsam mit dem Verein „Via Carolina“ und dem Kultur- und Festspielverein „Wir im Bärnauer Land“.

Etwa 35 Ehrenamtliche sorgten für den reibungslosen Ablauf. „Schön, dass wir wieder zusammen arbeiten können“, kommentierte Wolfgang Giehl von „Via Carolina“ begeistert. Mit einem „Servus Bärnau“ eröffnete Sebastian Horn im deftigen oberbayerischen Slang das Konzert, mittlerweile schon das fünfte der Band nach der Corona-Zwangspause. Schon mit dem ersten Song „Odlgruamschwimmer“ – einer wahren Geschichte, denn der Sänger wurde als Kind von einem Nachbarsmädchen aus einer sehr prekären Situation gerettet - faszinierte Horn mit seiner ausdrucksstarken Bass-Stimme.

Originell und mitreißend folgten Lieder wie „Henna ohne Kopf“ oder „Oben schneit's und unten dout's renga“. Sehr sentimental wurde es beim Song „Woana“. Temperamentvolle Lieder wie „Rundumadum“ mit tollen Saxophon- und Trompetensoli rissen das Publikum mit. Überhaupt boten alle Bandmitglieder musikalisch ein sehr hohes Niveau.

Horn sang nicht nur, er redete auch viel und bot geistreiche Bemerkungen wie das Zitat seines Opas: „Beim Essen schwitzen, beim Arbeiten frieren.“ Seine Feststellung „Begeisterung ist Homöopathie für Besessenheit“ kam beim Publikum dagegen spontan gar nicht an: „Trinkt's nu zwoa Bier, dann gfollt's eich a“, meinte der Sänger, der auch als Frontmann der "Bananafishbones" aus Bad Tölz in den 1990er Jahren einige Bekanntheit erlangt hat.

Begeistert zeigte sich Sebastian Horn übrigens vom angrenzenden Geschichtspark. Den müsse jeder einmal gesehen haben, der sich frage, was man eigentlich ohne Strom so machen könne. Die Band hatte vor dem Konzert eine Führung durch Alfred Wolf erhalten. Der Vorsitzende des Vereins "Via Carolina" überreichte dem Bandleader bei der Gelegenheit auch einen original Zoigl aus Neuhaus, spendiert von Schafferhof-Wirt Reinhard Fütterer.

Nach zwei Stunden ging ein Konzert der Extra-Klasse zu Ende. Sebastian Horn, Gerd Baumann, Flurin Mück, Dominic Glöbl, Benny Schäfer, Luke Cyrus Goetze und Florian Riedl liefen bei idealen Festival-Temperaturen beim "Deifetanz" zur Hochform auf und gingen nicht ohne Zugaben von der Bühne. Ein romantischer Song beendete den Auftritt mit einer eingebauten Hommage an den Veranstaltungsort: "Sogt's, wisst's ihr des, dass' Paradies in Bärnau is?"

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