04.11.2021 - 14:45 Uhr
BärnauOberpfalz

Totenandacht am Friedhof des ehemaligen Ortes Paulusbrunn

Zentralkreuz am Friedhof in Paulusbrunn.
von Externer BeitragProfil

Wie schon längst zur Tradition geworden, fand auch heuer am Allerheiligentag wieder der grenzüberschreitende Friedhofsgang im ehemaligen Paulusbrunn statt. Es ist wohl einmalig im bayerisch-böhmischen Grenzgebiet, dass ein Priester aus der deutschen Nachbarpfarrei, hier also Bärnau, über die Grenze geht und dort mit den ehemaligen Bewohnern des verschwundenen Dorfes im wieder aufgerichteten Friedhof eine Totenandacht mit Gräbersegnung hält.

Gleich nach der Wende haben sich die ehemaligen Bewohner von Paulusbrunn, viele von ihnen haben sich in Bärnau und Umgebung angesiedelt, mit der Neugestaltung des verwüsteten Friedhofs befasst. So hat der damalige Stadtpfarrer Siegfried Wölfel es gewagt hinüber zu gehen und die Gräber zu segnen. Nun haben alle nachfolgenden Priester diese Tradition übernommen und ziehen jedes Jahr, mit Ausnahme im letzten Jahr durch Coronabestimmungen nicht möglich, am Allerheiligentag um 16 Uhr hinüber nach Paulusbrunn. Pfarrer Konrad Amschl freute sich, dass das Totengedenken an die Vorfahren so hoch gehalten werde und betonte, wie wichtig es sei, zu wissen, woher man denn komme.

Das Wetter war nicht grade freundlich, es regnete ohne Unterlass, doch fanden sich etwa 30 Besucher, viele Nachkommen der Paulusbrunner, auch der Urenkelgeneration ein. Während der Pfarrer die Gräber mit Weihwasser besprengte, trug Ingrid Leser die Fürbitten für die im Friedhof ruhenden und im vergangenen Jahr aus Paulusbrunn Verstorbenen vor.

Im Namen der Paulusbrunner und anstelle des am 15. Dezember 2020 verstorbenen Ortsbetreuers Hans Wettinger, übernahm Ingrid Leser die Bekanntgabe der Namen, der in den letzten beiden Jahren verstorbenen Paulusbrunner. Zudem erwähnte Leser die Verdienste des Ortsbetreuers Wettinger um die Erhaltung der Erinnerungen an das Dorf Paulusbrunn, als Mitinitiator und Mitautor des "1. Paulusbrunner Heimatbuches" und den Einsatz für die Wiedererrichtung des Friedhofs, der zu einer wesentlichen Gedenk- und Meditationsstätte entlang der Grenze geworden ist.

Sie bedankte sich bei Pfarrer Amschl für die würdige Gestaltung der Feier, Dank galt auch all denen die sich das ganze Jahr über um den Friedhof kümmern, eine Gruppe aus Hermannsreuth, die die Mäharbeiten und das Sauberhalten des Friedhofs übernehmen. Leser dankte auch den Damen, die sich um die Pflege die Anlage kümmern sowie Ferdinand Zwerenz, der so was wie der "Friedhofskümmerer" ist und als heimatkundlicher Führer zur Verfügung steht.

Sie verwies auch auf das was im Kleinen und Großen so geschehen ist. Die Hermannsreuther haben einen neuen Wegweiser geschaffen mit zweisprachigem Hinweisschild zum Friedhof und es gibt ein Kästchen mit einem Büchlein, wo sich jeder Besucher eintragen kann. Es sei sehr interessant wie viele Namen, deutsche wie tschechische, seit September bereits zu lesen sind. Ingrid Leser sah darin das Interesse an dieser Gedenkstätte bestätigt.

 

 

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