02.06.2021 - 15:39 Uhr
BärnauOberpfalz

Trotz Ziegler-Aus: Bürgerentscheid in Bärnau läuft

Die 2500 Wahlunterlagen für den Bürgerentscheid über das Industriegebiet in Bärnau waren schon fast fertig gepackt, als die Bombe platzte. Trotz der Absage der Ziegler-Group sind die Bürger zur Abstimmung aufgerufen.

Das sind die Wahlunterlagen für den Bürgerentscheid, den die Stimmberechtigten bereits zugesandt bekommen haben.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Am Sonntag, 20. Juni, findet der Bürgerentscheid über das geplante Sondergebiet "Am langen Rain" statt. Dort wollte die Ziegler-Group ein Werk für Holzfaser-Dämmplatten errichten. Vergangene Woche erfolgte der Rückzug des Unternehmens. Als die Nachricht dir Runde machte, war Wahlleiterin Heidi Schertler mit ihrem Team gerade dabei, die Abstimmungszettel und Hinweisblätter für den Versand vorzubereiten. "Wir haben am Dienstag angefangen, alles einzupacken und waren mit den Vorbereitungen schon zu 90 Prozent fertig", erzählt sie.

Dann erklärte die Ziegler-Group gegenüber der Stadt Bärnau, das geplante Holzfaserdämmplattenwerk nicht zu errichten. Den Bürgerentscheid über die Industrieansiedlung will Bürgermeister Alfred Stier dennoch durchziehen. Ihm ist wichtig zu erfahren, wie die Bevölkerung generell zu einer möglichen Gewerbeansiedlung steht.

Über 2500 Stimmberechtigte

Beim Bürgerentscheid kann folgende Frage mit Ja oder Nein angekreuzt werden: "Sind Sie dafür, dass das laufende Bebauungsplan- und Flächennutzungsplanverfahren der Stadt (Bauleitplanung) für das geplante Sondergebiet "Am langen Rain" mit der Zweckbestimmung "Holzverarbeitende Betriebe" weitergeführt werden soll?" Die Abstimmung erfolgt als reine Briefwahl. Jeder der insgesamt 2548 Stimmberechtigten Personen erhält die Abstimmungsunterlagen automatisch. Am vergangenen Samstag wurde mit der Zustellung der Wahlunterlagen begonnen. Im Abstimmungsbrief enthalten sind auch ein Merkblatt für die Abstimmung sowie ein Hinweis über die Rückgabe.

Erste Umschläge zurückgekommen

Dafür, so teilt die Stadt mit, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Entgeltfrei in jeden Postbriefkasten der Deutschen Post einwerfen oder entgeltfrei dem Postboten wieder mitgeben. Die Stimmzettel können auch zu den Öffnungszeiten des Rathauses im Windfang in den dafür vorgesehen gekennzeichneten Einwurf geworfen werden. Möglich ist dies auch bis spätestens 18 Uhr am Tag des Bürgerentscheids, 20. Juni, in den Briefkasten am Rathaus Bärnau. Durch die Post zugestellte Abstimmungsbriefe müssen spätestens am Samstag, 19. Juni, am Rathaus sein. Die ersten Stimmzettel wurden schon wieder im Rathaus abgegeben, berichtet die Wahlleiterin. Sie rechnet mit einer Wahlbeteiligung von 60 bis 70 Prozent. Bei der Stichwahl im März 2020 - die ebenfalls als reine Briefwahl abgehalten wurde - lag die Wahlbeteiligung bei rund 80 Prozent erinnert sich Schertler. Am Sonntag, 20. Juni, werten ab 18 Uhr zwei oder drei Wahlhelferteams im Pfarrheim die Abstimmungsbriefe aus.

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Kommentare

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Christian Gilch

Eigentlich ist es egal, wie der Entscheid ausgeht:

- geht er gegen Ziegler aus werden die Gegner behaupten: seht her wir haben es immer gewusst
- geht er für Ziegler aus ist es auch sinnlos weil der Investor ja bereits abgesagt hat. Er wird sicherlich nicht wegen eines positiven Entscheides zurückkehren
- damit sagen sich Fuchs und Hase weiterhin in Bärnau nicht mal Gute Nacht zueinander, weil sie nicht wissen wo Bärnau liegt
- die Chance für Gewerbesteuereinnahmen wurde vertan; aber anscheinend hat es dieser Grenzort ja nicht nötig
- manch ablehnender Kommentar zur geplanten Ansiedlung trieft ja vor Neid und Mißgunst. Sicherlich nichts was sich ein Firmeninhaber antun muss. Man kann jetzt zur Ziegler Group stehen wie man will - aber wenn man schon Contra-Argumente bringt sollten die auch fundiert und nicht aus der untersten Schublade sein
- die Jungen stimmen sowieso mit den Füßen ab - wer könnte es ihnen verdenken ?

04.06.2021
Weid ener

Aha, für die Tirschenreuther "Bauernsbuam" nicht gut genug...

Aber bis Siemens, die Automobilindustrie und Konsorten anklopfen, darauf könnt ihr ewig warten... und wenn nicht z.B. ein Herr Ziegler die Region mit einer wie der geplanten Investition ins Rampenlicht rückt... dann wird das bis zum St. Nimmerleinstag nix.

Hier zeigt sich wieder einmal, wie mit Neid & Mißgunst dringend nötigte Chancen, die in dieser Region auch sehr rar sind verspielt werden.

Wenn, wie z.B. in Weiden West mal ein Gewerbe-/Industriegebiet durch einen Bürgerentscheid im Papierkorb landet, dann ist das nicht schlimm... hier gibts genügend andere große auch namhafte Betriebe, die das kompensieren, aber in einer Region wie Tirschenreuth ist so etwas tödlich.

Die Region wird so halt auf immer und ewig das Armenhaus / die Region der Almosenempfänger Bayerns sein und auch bleiben.
Inzwischen über die letzten Jahrzehnte heben sich selbst die anderen / südlicheren Regionen der Oberpfalz ab, aber die haben hart auch um solche Investitionen gekämpft / und kämpfen ggf. auch heute noch darum.
Nur indem man jede Chance -auch ein Dämmplattenwerk...- ergreift gelingt es eine Region wirtschaftlich nach oben zu bringen.

PS: ...auch beispielsweise in Neumarkt war / ist man sich z.B. nicht zu fein Platten zu stapeln... dort sinds Spanplatten ( https://de.wikipedia.org/wiki/Pfleiderer_(Unternehmen) )... man hat aber -nicht zu verschweigen- auch noch etliche weitere Gewerbebetriebe ( https://de.wikipedia.org/wiki/Neumarkt_in_der_Oberpfalz#Ans%C3%A4ssige_Unternehmen )... und schwimmt quasi im Geld der Gewerbesteuereinnahmen.
Die öffentlichen Gebäude und z.B. das neu gebaute und demnächst zu eröffnende Ganzjahresbad / Schlossbad Neumarkt sprechen Bände.

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[Edit, 05.06.2021] ...auch zur Erklärung... hier ist mindestens 1 Kommentar verschwunden (???), auf welchen sich Teile dieses Kommentars beziehen!

05.06.2021