06.02.2020 - 11:23 Uhr
Oberpfalz

Vom Ballast befreien

Die wenigsten Dinge brauchen wir wirklich. Wir sollten lernen, unnütze Dinge zu erkennen und uns von ihnen zu befreien. Schaffen Sie mehr Platz für das Wesentliche, rät die OWZ-Glücksexpertin.

Wenn wir uns von unnötigem Ballast befreien, schaffen wir nicht nur mehr Lebensqualität, sondern können anderen auch noch eine Freude machen, indem wir Aussortiertes verschenken oder spenden.
von Autor EWAProfil

"Weniger ist mehr", erkannte Dichter Robert Browning schon vor zwei Jahrhunderten. In unserer modernen Zeit, in der sinnloses Shoppen mittlerweile zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen zählt und wir immer mehr überflüssigen Krempel anhäufen, ist der Minimalismus eine Art Gegenbewegung geworden. Denn immer mehr von uns merken, dass maßloser Konsum keineswegs glücklich macht - ganz im Gegenteil. Immer öfter haben wir das Gefühl, dass uns alles über den Kopf wächst und wir im unnötigen Ballast ersticken. Kein Wunder, dass viele von uns immer öfter zur gleichen Erkenntnis wie Browning kommen. Minimalismus als Lebensstil heißt: bewusster Verzicht, um wieder mehr Platz für das Wesentliche zu schaffen.

Rund 10 000 Dinge besitzt jeder von uns im Schnitt. Unglaublich, nicht wahr? Und seien wir doch mal ehrlich: Die wenigsten davon brauchen wir wirklich. Denken Sie doch nur mal an Ihren vollgestellten Speicher oder das überfüllte Kellerabteil. Oder die Klamotten im Schrank, die Sie seit Ewigkeiten nicht mehr getragen haben. Oder die sogenannten Erinnerungsstücke in irgendwelchen Kisten, die Sie seit Jahren nicht mehr geöffnet haben. Warum haben wir die ganzen Sachen eigentlich noch, wenn wir sie gar nicht benutzen? Denn wenn wir weniger besitzen, müssen wir uns auch um weniger kümmern, haben dafür mehr Platz, Geld und Zeit. Und das macht dann tatsächlich glücklich.

Deswegen sollten wir lernen, unnütze Dinge zu erkennen und uns von Ihnen zu befreien. Am besten ist es, sich immer zu fragen: Macht mich dieser Gegenstand wirklich glücklich? Brauche ich ihn wirklich? Wenn er verloren ginge, würde ich ihn wieder kaufen? Oder behalte ich ihn nur deswegen, weil er einmal teuer oder ein Geschenk war? Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie sich von etwas trennen wollen, legen Sie das Ding am besten in eine Kiste oder eine spezielle Schublade. Stellen Sie nach einiger Zeit fest, dass Sie diese nicht ein einziges Mal geöffnet haben, kann der Inhalt weg. Denn Sie brauchen ihn doch gar nicht.

Wenn wir uns von unnötigem Ballast befreien, schaffen wir nicht nur mehr Lebensqualität, sondern können anderen auch noch eine Freude machen, indem wir Aussortiertes verschenken oder spenden. Und auch das macht erwiesenermaßen glücklich. Auf was warten Sie also noch? Lassen Sie uns doch den Start in ein minimalistischeres Leben wagen. Lassen wir einen Teil unseres Besitzes einfach los und beginnen wir mit dem Aussortieren. Bewährt hat sich dabei laut Experten zum Beispiel die sogenannte "Korbmethode". Das geht so: Nehmen Sie einen Einkaufskorb und schlendern Sie damit durch die Wohnung. Schauen Sie sich dabei in Ruhe um. Entdecken Sie überflüssige Dinge, die Sie schon lange loswerden wollen, lassen Sie diese in den Korb wandern.

"Aber das ist doch alles zu schade zum Wegwerfen", sagen Sie nun vielleicht. Da haben Sie sicherlich Recht. Minimalismus bedeutet natürlich nicht, Überflüssiges einfach nur in die Tonne zu werfen. Da gibt es bessere Möglichkeiten. Wie gesagt: Sie können Aussortiertes spenden oder verschenken, gut erhaltene Sachen im Internet verkaufen - oder sich einen lustigen Tag auf dem Flohmarkt machen. Mit weniger Ballast haben Sie dann nämlich auch die nötige Zeit dafür.

Damit sich der Krempel auch in Zukunft nicht wieder anhäuft, nehmen Sie sich doch einfach vor, für jeden neuen Gegenstand einen alten loszuwerden. Denn weniger ist tatsächlich meistens mehr.

Mehr Rezepte zum Glück: www.onetz.de/themen/gluecksrezept

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