19.11.2020 - 11:38 Uhr
BayernOberpfalz

Bayerns SPD-Generalsekretär Grötsch bewirbt sich um Landesvorsitz

Seine Kandidatur ist keine Überraschung: Generalsekretär Uli Grötsch will Natascha Kohnen an der Spitze der Bayern-SPD beerben. Er ist damit der erste Bewerber - dürfte aber wohl nicht der letzte sein.

Uli Grötsch, Generalsekretär der Bayern-SPD, und Natascha Kohnen, Landesvorsitzende der SPD in Bayern.
von Agentur DPAProfil

Bayerns SPD-Generalsekretär Uli Grötsch will im kommenden Jahr neuer Landesvorsitzender werden. Der 45-Jährige kündigte in einer kurzfristig anberaumten Online-Pressekonferenz am Donnerstag an, sich auf dem nächsten Landesparteitag um die Nachfolge der scheidenden Vorsitzenden Natascha Kohnen zu bewerben. Grötsch, der seit 2013 für die SPD im Bundestag sitzt, ist der erste Kandidat, der nach Kohnens Rückzugs-Ankündigung aus der Deckung gekommen ist.

"Es wird mir, sollte ich Landesvorsitzender werden, immer eine Ehre sein, an der Spitze der Bayern-SPD zu stehen", sagte Grötsch. Er kündigte an, in einem starken Team und zusammen mit einer Kandidatin für den Generalsekretärs-Posten anzutreten, nannte aber hierfür noch keinen Namen. Er kandidiere aber alleine um den Vorsitz, nicht als Doppelspitze - das sei auch die Absprache mit seiner Mit-Kandidatin.

Kohnen hatte am Wochenende in einer Schalte des Landesvorstands angekündigt, sich nicht erneut um den Landesvorsitz zu bewerben. "Es ist in meinen Augen Zeit, dass mehr Jüngere die Verantwortung an der Spitze übernehmen. Denn die Zukunft ist ihre", sagte die 53-Jährige.

Grötsch, der aus Waidhaus im Landkreis Neustadt/WN stammt und ausgebildeter Polizeibeamter ist, vertritt die SPD im Bundestag unter anderem im Parlamentarischen Kontrollgremium. Wegen seines hartnäckigen Kampfes gegen Rechts und gegen Hass und Hetze im Internet hat er schon wiederholt Morddrohungen erhalten.

Grötschs SPD-Parteikarriere in Bayern ist dagegen eng mit Kohnen verbunden. Als Kohnen 2017 zur Landesvorsitzenden gewählt worden war, hatte sie den Oberpfälzer zu ihrem Generalsekretär gemacht. In die Amtszeit der beiden fällt eine Reihe von bitteren Wahlniederlagen. Grötsch räumte selbst ein, es habe schon paar harte Momente gegeben - sein bisheriges Amt habe ihm aber dennoch an jedem Tag Spaß gemacht.

Grötsch, nach eigenen Worten ein "klassisches Arbeiterkind", kündigte an, er wolle als SPD-Vorsitzender authentisch und klar und deutlich wahrnehmbar sein. Er sei niemand, der "schwurbelt". Es sei gerade in diesen Zeiten und gerade für die SPD wichtig, "dass man zu jedem Thema in jeder Situation immer ein klare Haltung hat", betonte er.

Weitere Kandidaturen für den Landesvorsitz gab es am Donnerstag zunächst nicht. Immer wieder genannt wurde und wird aber der Name des Landtagsabgeordneten und SPD-Umweltexperten Florian von Brunn.

Als Termin für den nächsten Parteitag peilen die Sozialdemokraten den 20. März an. Offen ist angesichts der Corona-Krise aber, ob das Treffen tatsächlich an dem Tag und in normaler Form stattfinden kann.

Diskutiert wird derzeit in der Bayern-SPD noch, ob der Landesverband künftig - wie die SPD im Bund - von einer Doppelspitze geführt werden könnte. Dies soll nach Worten Grötschs aber nur eine "Option" sein. Über eine entsprechende Satzungsänderung soll auf dem nächsten Landesparteitag noch vor der Vorstandswahl entschieden werden.

Uli Grötsch kurz vor der Pressekonferenz im Interview

Weiden in der Oberpfalz
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