16.06.2019 - 19:14 Uhr
BayernOberpfalz

Bischof Voderholzer: "Jesus hat bewusst nur Männer als Apostel berufen"

Im Mai zogen Tausende Katholikinnen in den Kirchenstreik für umfassende Reformen in ihrer Kirche. Der Regensburger Bischof Voderholzer will davon nichts wissen. Schließlich seien Priesterinnen in der Antike oft Prostituierte gewesen.

Bei einem Gottesdienst zur Eröffnung eines Kongresses des konservativen Forums Deutscher Katholiken sprach sich der Regensburger Bischof Rudolf Vorderholzer entschieden gegen die Zulassung von Frauen zum katholischen Priesteramt aus.
von Agentur DPAProfil

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat sich gegen die Zulassung von Frauen zum katholischen Priesteramt ausgesprochen. "Jesus hat bewusst nur Männer als Apostel berufen, als Stammväter des neuen Israel, die ihn dann zu vergegenwärtigen hatten auch im christlichen Kult", sagte er in Ingolstadt bei einem Gottesdienst zur Eröffnung eines Kongresses des konservativen Forums Deutscher Katholiken, das sich als Zusammenschluss papst- und kirchentreuer Katholiken versteht. Der Text der Predigt vom Freitag wurde auf der Homepage des Bistums Regensburg veröffentlicht.

In der Antike sei das weibliche Priestertum durchaus bekannt gewesen. "Ihr Dienst war oft verbunden mit der Tempelprostitution als Darstellung der Fruchtbarkeit der Erde." Davon setze sich die Bibel ganz bewusst ab - "mit ihrem Verweis auf die Geschichtsmächtigkeit Gottes, der nicht durch die naturale Fruchtbarkeit wirkt, sondern durch Menschen, die auf ihn hören, durch ein Volk, das er sich als Eigentum erwählt hat und das in der gesamten biblischen Überlieferung weiblich konnotiert ist".

Voderholzer kritisierte eine angebliche "Gender-Ideologie": "Die grundsätzliche Infragestellung der in der Schöpfung gegebenen Bezogenheit von Mann und Frau aufeinander" habe "erhebliche" anthropologische und theologische Folgen. Darum sei das Schreiben der römischen Bildungskongregation mit dem Titel "Als Mann und Frau schuf er sie" so "außerordentlich wichtig". Darin heißt es nach Angaben des Bischofs: "Die menschliche Identität wird einer individualistischen Wahlfreiheit ausgeliefert, die sich im Laufe der Zeit auch ändern kann."

Im Mai hatten sich bundesweit mehrere Tausend Frauen am Kirchenstreik "Maria 2.0" beteiligt. Sie kritisierten männliche Machtstrukturen in der katholischen Kirche und den Umgang mit dem sexuellen Missbrauch. Außerdem forderten sie den Zugang zu den Weiheämtern und die Abschaffung des Pflichtzölibats für Priester.

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