Junggesellenabschiede sind oft auch Abschiede von jeglichem Anstand und jeglicher Vernunft. Meist wird es nur peinlich für den zukünftigen Bräutigam und seine Kumpels, und manchmal kommt die Polizei. In Unterfranken haben am Samstag gleich zwei Junggesellenabschiede zu teils größeren Polizeieinsätzen geführt. Wie die Polizei mitteilt, wählte in Amorbach ein 27-Jähriger völlig aufgelöst den Notruf. Bei ihm wären Einbrecher im Haus, die Gegenstände zerstören würden. Wenige Minuten später, der Einsatz lief bereits, stellte sich heraus, dass es sich bei den vermeintlichen Einbrechern um Freunde des 27-Jährigen handelte. Sie wollten den Mann zu dessen Junggesellenabschied abholen und erschrecken.
Weniger glimpflich lief es in Nordheim vor der Rhön ab. Dort beobachtete eine Autofahrerin, wie ein maskierter und mit einer Pistole bewaffneter Mann zu einem Haus lief und die Tür geöffnet wurde. Mehr konnte die Frau nicht sehen. Aber was sie sah, reichte ihr, um die Polizei zu rufen. Die rückte sofort mit mehreren Streifenwagen aus. Am Anwesen trafen die Beamten aber niemanden an, auch der Hauseigentümer und seine Partnerin waren telefonisch nicht erreichbar. Weil die Polizei eine Straftat nicht ausschließen konnte, umstellte sie das Anwesen. Die Auflösung folgte, als die Polizei den Hausbesitzer doch telefonisch erreichen konnte und ihn am Bahnhof antraf: Es war eine gespielte Entführung im Rahmen eines Junggesellenabschieds. Der Trauzeuge hatte, mit Sturmhaube und Schreckschusspistole, an der Haustür geklingelt, um den Bräutigam zu erschrecken.
Junggesellenabschied? Nein, danke! Ein OTon von Lena Schulze
Da der 26 Jahre alte Trauzeuge, der die Schreckschusspistole zwar legal besitzt, keinen „kleinen Waffenschein“ vorweisen kann, erwartet ihn nun ein Strafverfahren. Die Waffe wurde durch die Beamten sichergestellt. Die Polizei prüft zudem, ob dem 26-Jährigen die Einsatzkosten in Rechnung gestellt werden. Deswegen die Bitte der unterfränkischen Polizei: Man solle eine gewisse Sensibilität bei der Planung solcher Veranstaltungen an den Tag legen und vor allem nicht mit Waffen in der Öffentlichkeit hantieren. Denn: "Hier hört - bei aller Liebe - der Spaß tatsächlich auf."













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