11.04.2019 - 14:01 Uhr
BayernOberpfalz

Nacktbilder per Messenger gefordert

Ein 54-Jähriger hat ein junges Mädchen aufgefordert, Nacktbilder per Messenger zu schicken. Die Mutter erfuhr nur per Zufall davon. Die Kripo ermittelt.

Eine Mutter hat auf dem Handy der Tochter einen bedenklichen Chatverlauf gefunden und ging zur Polizei.
von Alexander Unger Kontakt Profil

Landshut. Bekanntgeworden ist der Vorfall, nachdem die Mutter ihre Tochter zunächst bei der Polizei als abgängig gemeldet hatte. Zuvor fand die Mutter auf dem Handy ihrer Tochter einen Chatverlauf mit einem Mann, der das Mädchen aufforderte, Nacktbilder von sich zu fertigen und an diesen zu übersenden. Angeblich habe das Mädchen den Mann in einem Chat kennengelernt – "Bilder hatte die 12-Jährige glücklicherweise noch nicht weiter verschickt", heißt es dazu in der Meldung der Polizei. Die Kripo Landshut hat mit der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs eines Kindes eingeleitet.

Das Polizeipräsidium Niederbayern nimmt den Vorfall zum Anlass, um Eltern und Erziehungsverantwortliche für dieses Thema zu sensibilisieren.

Kinder und Jugendliche verbringen heutzutage viel Zeit im Netz und sind online. Die Möglichkeit des schnellen, unkomplizierten und anonymen Austausch bieten nicht nur Vorteile. Sie ermöglichet auch Kriminellen, gezielt mit Kindern den Kontakt zu suchen, das Vertrauen des Kindes zu erlangen um in der Folge Kontakte auf sexueller Grundlage herzustellen (Cybergrooming). Um derartige Vorfälle zu vermeiden, ist es aus Sicht der Polizei wichtig, dass Eltern ihr Kind beim Surfen und Chatten begleiten und Hilfe anbieten.

Tipps der Polizei:

  • Vereinbaren Sie Verhaltens- und Sicherheitsregeln im Umgang mit dem Internet.
  • Zeigen Sie Interesse für die Onlinekontakte Ihres Kindes.
  • Zeigen Sie sich gegenüber Ihrem Kind gesprächsbereit und bieten ihm an, bei negativen Erfahrungen im Internet stets ein offenes Ohr zu haben. Dabei sollte es jedoch keine Verbote oder Strafen befürchten müssen.
  • Vorsicht beim Veröffentlichen persönlicher Daten – Profil-/Nutzernamen sollten keine Hinweise auf persönliche Daten (Namen, Alter, Wohnort etc.) enthalten.
  • Seien Sie misstrauisch, ob sich wirklich die Person hinter dem Chatpartner verbirgt.
  • Persönliche Treffen mit unbekannten Onlinekontakten sollten nicht vereinbart werden, zumindest nicht ohne Begleitung.
  • Webcam ausgeschaltet lassen und ggf. sogar abkleben.
  • Unangenehme Chats sofort beenden.
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