26.11.2019 - 09:38 Uhr
BayreuthOberpfalz

Toter lag wochenlang in einer Zisterne

Wochenlang lag er tot in seiner Zisterne und keiner hat ihn vermisst. Am Samstagnachmittag dann hat eine Familienangehörige den 62-Jährigen in der Nähe seines Weilers gefunden.

Symbolbild.
von Autor FPHProfil

Der Weiler gehört zum Gemeindegebiet Prebitz im Landkreis Bayreuth. Die Zisterne befindet sich in einem Waldstück in der Nähe des Anwesens, auf dem der Mann schon länger allein lebte.

Kriminalbeamte aus Bayreuth übernahmen die Todesermittlungen. Nach ersten Erkenntnissen der Beamten liegen zum derzeitigen Zeitpunkt keine Hinweise auf ein Fremdverschulden für den Tod des Mannes vor. Näheres soll im Rahmen einer Obduktion geklärt werden so Christian Raithel von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberfranken.

Wie die Frankenpost berichtet, wurden neben der Zisterne ein Schöpfeimer, eine Tasche und Mütze, im Wohnbereich verschimmeltes Essen gefunden. Die Zisterne dient ausschließlich der Trinkwasserversorgung für das Anwesen des Toten.

Anfang November habe sie ihn das letzte Mal besucht, sagt die Angehörige, der Besuch am Samstag sei spontan gewesen. „Ich bin sporadisch gekommen, er hat ja alles selber gemacht.“ Als sie ihn dann im Haus nicht antraf, habe sie ihn auf dem ganzen Anwesen und dann im Wald gesucht. In der Küche sei an einem Wandkalender der 6. November noch gekennzeichnet.

„Ich habe ihn nur selten mal gesehen“, so ein Nachbar, „ich könnte gar nicht sagen, wann das letzte Mal.“ Der 62-Jährige sei aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr berufstätig gewesen. Früher war er als Arbeiter bei eine Entsorgungsfirma beschäftigt. „Mittags ist er meist mit dem Auto nach Creußen gefahren und hat sich etwas zum Essen geholt“, erzählt der Nachbar. Früher war auf dem Anwesen eine Landwirtschaft gewesen, die aber mittlerweile verpachtet sei.

„Ich kenne ihn eigentlich nur im Auto“, so die Auskunft eines Mitglieds der Engelmannsreuther Feuerwehr. Am Dorfleben habe er sich aus gesundheitlichen Gründen schon länger nicht mehr beteiligt. Aber er sei immer ein netter und lustiger Mensch gewesen. „Ich kenne ihn eigentlich nur als herzensgut“, so der Feuerwehrmann. Der Einsatz am Samstag sei schon schwieriger gewesen als mancher andere, da den Toten alle gekannt hatten. Das gehe dann schon unter die Haut.

„Er war ein freundlicher Mensch, der keinem was Böses wollte“, sagt der Prebitzer Bürgermeister Hans Freiberger. Der 62-Jährige sei mehrmals schwer krank gewesen und habe sich aber immer wieder aufgerafft.

Die Feuerwehren, die den Toten geborgen haben sowie das Technische Hilfswerk waren bis nach Mitternacht vor Ort. Die Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen aufgenommen.

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