14.01.2020 - 16:51 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Benedikt XVI., Papst der Vergangenheit

Benedikts Wechsel vom aktiven zum passiven Pontifex war recht modern. Trotzdem hält der emeritierte Papst an alten Regeln fest wie das Beispiel Zölibat zeigt. Dabei hätte die Kirche eine Reform bitter nötig, findet Elisabeth Saller.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hält am Zölibat fest.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil
Kommentar

Wir sind Papst: Was haben sich deutsche Gläubige über die Wahl von Joseph Ratzinger gefreut. Heute sind wir vom Buch-Skandal im Vatikan eher peinlich berührt. Dieser zeigt, wie brenzlig das Thema Zölibat für die Männer im Vatikan ist – und wie sehr die katholische Kirche in der Vergangenheit verharrt.

Papst Benedikt XVI. kann gar nicht anders, als an der Ehelosigkeit festzuhalten. Schließlich hat Namensvetter Benedikt VIII. im Jahr 1022 das Zölibat angeordnet. 1139 gab es eine Verpflichtung dazu in der westlichen Kirche. Seitdem gilt die Ehelosigkeit für Priester – auch wenn diese in der Bibel explizit gar nicht vorkommt. Dass Benedikt XVI. an alten Regeln wie der zur priesterlichen Ehelosigkeit festhält, hat er immer wieder betont. Nach 1000 Jahren Zölibat hätte die Kirche eine Reform mehr als nötig. Meist herrscht Priestermangel, Gläubige treten aus, Bänke bleiben leer, den meisten jungen Leuten ist Kirche gar nicht mehr wichtig. Das Zölibat zu lockern, wäre ein erster Schritt in Richtung der Lebenswirklichkeit der Menschen im 21. Jahrhundert.

Auch wenn Benedikts Wechsel vom aktiven zum passiven Pontifex modern war, er bleibt ein Papst der Vergangenheit. Man möchte sich nicht ausmalen, welche Gegenmaßnahmen die Kirchenmänner ergreifen, wenn über Frauen im Priesteramt ernsthaft diskutiert wird. Beim aktuellen Tempo der Reformen wird es leider erst in 1000 Jahren so weit sein.

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