20.08.2021 - 13:55 Uhr
Berndorf bei KemnathOberpfalz

Rehkitzrettung und Flächenverbrauch bewegt Berndorfer Jagdgenossen

Sechs Rehe wurden im zurückliegenden Jahr auf der Staatsstraße 2665, allesamt im gleichen Streckenabschnitt auf Höhe der "Fischhälterei", bei Kemnath getötet. Laut dem Jagdpächter der Jagdgenossenschaft Berndorf soll eine entsprechende Beschilderung, welche auf Wildwechsel hinweist, angebracht werden.
von Michael DenzProfil

Über eine Fläche von fast 130 Hektar erstreckt sich das Gebiet der Berndorfer Jagdgenossenschaft. Zufrieden mit dem rückliegenden Jagdjahr zeigte sich Jagdpächter Andreas Schiedlofsky bei deren Jahreshauptversammlung, welche mit einem Jagdessen bei der Maschinenhalle bei Berndorf begann. "Der Abschussplan konnte erfüllt werden", sagte Schiedlofsky. Besorgt zeigte sich der Jagdpächter jedoch von der Anzahl getöteter Rehe bei Verkehrsunfällen, "welche nach wie vor immer an gleicher Stelle passieren". Nahe der "Fischhälterei" an der Staatsstraße 2665 waren im Jahr 2020 sechs Rehe bei Unfällen getötet worden.

Sechs Rehe starben bei Unfällen

Einen Wildwechsel zwischen Eisersdorf und Berndorf vermutet Schiedlofsky, so dass es an dieser Stelle "zu einer Häufung an Wildunfällen kommt". Daher wünsche sich der Jagdpächter eine Beschilderung im Bereich der Staatsstraße, an welcher sich die Wildunfälle seit geraumer Zeit häufen. Dem bisherigen Appell des Jagdpächters zur "Rehkitzrettung" sind die Jagdgenossen gefolgt und es konnten zahlreiche Kitze gerettet werden.

Von einer Drohnenbefliegung der Flächen "vor der ersten Mahd" berichtete Jagdvorsteher Michael Kreuzer. Durch den Drohnenbeflug in den frühen Morgenstunden konnten fünf Rehkitze aufgespürt und gerettet werden. Der "frühmorgendliche Drohnenbeflug" sei daher notwendig, "damit die Rehkitze im kühlen und taunassen Gras durch entsprechende Wärmesignatur mittels Infrarotkamera der Drohne auch sicher erkannt werden können". Kreuzer appellierte an alle anwesenden Jagdgenossen, auch weiterhin einige Tage vor der Mahd mit dem Jagdpächter die Drohne zur Rehkitzrettung anzufordern und die Flächen zu befliegen. Die Kosten für den Drohnenbeflug übernehme die Jagdgenossenschaft auch weiterhin.

Über eine Zuwendung von 4 Euro je Hektar „jagbarer Fläche“ kann sich die Jagdgenossenschaft zudem freuen. Ein entsprechender Antrag müsse jährlich eingereicht werden, was der Schriftführer bereits für das laufende Jahr tätigte. Die Stadt Kemnath habe ein entsprechendes Zuschussprogramm initiiert, wobei das Ziel des Förderprogramms nachhaltige Maßnahmen wie etwa Wegebaumaßnahmen oder die Anschaffung von Maschinen und Geräten für die Jagdgenossenschaft sei. Der Maschinenpark und die Ausrüstung der Jagdgenossenschaft als auch der Maschinenschuppen befinden sich den Worten des Jagdvorstehers nach in einem guten Zustand. Lediglich der Holzspalter sei in die Jahre gekommen. Über die Anschaffung eines neuen Holzspalters im noch laufenden Jahr und die damit verbundene Verwendung des Jagdpachtschillings waren sich die Jagdgenossen sogleich einig. Im Rahmen der Versammlung wies Kreuzer auf die Gefahren bei der bestimmungsgemäßen Verwendung der Gerätschaften hin. Ebenfalls bat er die Jagdgenossen, notwendige Wegebaumaßnahen oder einen entsprechenden Zuschnitt bei ihm anzuzeigen.

Besorgt wegen Flächenverbrauch

Bedingt durch die Corona-Pandemie entfiel nach Absprache mit der Unteren Jagdbehörde am Tirschenreuther Landratsamt die letztjährige Hauptversammlung, ergänzte der Jagdvorsteher. Entsprechend deren Empfehlung wurde Schriftführer Bernhard Bodenschatz, welcher sich hierzu bereit erklärte, als Datenschutzbeauftragter ernannt. Etwas besorgt zeigten sich die Jagdgenossen über den Flächenverbrauch, etwa durch Straßenbaumaßnahmen, Ausweisung von Baugebieten und den Realschulneubau.

 

 

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