23.01.2020 - 10:29 Uhr
Oberpfalz

Bewährter Helfer bei Halskrankheiten

Der Blasius-Segen wird in katholischen Kirchen am 3. Februar gespendet. Bis in das 7. Jahrhundert geht der Brauch zurück. Der Bischof von Sebaste in Armenien soll ein Kind vor dem Ersticken bewahrt haben.

Blasius zählt zu den 14 Nothelfern. Eine Darstellung mit gekreuzten Kerzen ist im linken „Nothelfer Altar“ von St. Konrad am Hammerweg in Weiden zu sehen.
von Rainer ChristophProfil

Am 3. Februar wird in den katholischen Kirchen nach dem Gottesdienst der Blasius-Segen gespendet. In der Volksfrömmigkeit ist dieser Brauch fest bis ins 16. Jahrhundert zurückgehend verankert.

Erteilt wird der Segen an seinem Festtag im Gottesdienst oder auch nach den Messen am Fest "Darstellung des Herrn", lange bekannt als "Mariä Lichtmess", am 2. Februar. Der Priester hält stets zwei gekreuzte Kerzen dem zu Segnenden an den Hals und spricht dabei folgenden Segenswunsch: "Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist." Im Volksmund wird dieser Vorgang "einblaseln" genannt. Dass die Segnung eigentlich schon viel älter ist, beweist die Überlieferung eines Segensgebetes aus dem 7. Jahrhundert.

In der katholischen Kirche wird Blasius als Heiliger verehrt und gehört zu den 14 Nothelfern. Sein Bild ist zum Beispiel im linken Seitenaltar der Kirche St. Konrad in Weiden zu finden. Blasius war Bischof von Sebaste in Armenien. Viele Wunder soll er gewirkt haben. Am weitesten verbreitet ist die Erzählung über das Kind, das er gerettet haben soll. Es drohte zu ersticken, weil ihm eine Fischgräte im Hals stecken geblieben war. Daher kommt die Verehrung des Blasius als Schutzheiliger bei Halskrankheiten.

Nicht gesichert ist das Todesjahr 316. Unter dem römischen Kaiser Licinius wurde er der Legende nach zusammen mit sieben Frauen und zwei Söhnen der Frauen ausgepeitscht, mit eisernen Kämmen gemartert, in einen Teich geworfen und am Ende enthauptet.

Auch zu den Kerzen gibt es eine Legende. Ein Wolf soll einer armen Frau ihr einziges Gut, ein Schwein, verschleppt haben. Bischof Blasius, an den sich in ihrer Not wandte, betete er für sie und die Frau erhielt das Schwein zurück. Zum Dank brachte sie Blasius Kerzen in den Kerker.

Die Darstellung des Heiligen ist unterschiedlich. Die Westkirche stellt ihn als Bischof mit Stab und Mitra sowie mit einer Kerze, zwei gekreuzten Kerzen oder drei verflochtenen Kerzen dar. Die vor rund 1000 Jahren gegründete ehemalige Benediktiner-Abtei St. Blasien im Südschwarzwald benannte sich nach dem Heiligen. Im Besitz des Klosters befanden sich Reliquien des Heiligen. Sie wurden über das Kloster Rheinau im Kanton Zürich nach Baden gebracht. Sie waren letztlich für das Patrozinium ausschlaggebend und gaben auch dem Ort seinen Namen. Heute wird das Kloster vom Jesuitenorden betrieben.

Blasius wird auch bei schlimmen Zahnschmerzen angerufen. Zudem gilt er als Patron der Ärzte, Blasmusikanten, Bäcker, Hutmacher, Schumacher und Weber. (cr)

Sankt Blasius ist auf Trab und stößt dem Winter die Hörner ab.

Bauernregel

Der hl. Blasius wird in der Friedhofskirche in Hirschau im Gewand eines Bischofs mit Mitra und Kerze dargestellt.
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