Der Prozess hätte sich über viele Tage erstrecken können. Doch als vor zwei Wochen die Verhandlung vor dem Amberger Jugendschöffengericht begann (wir berichteten), legten die beiden 19-Jährigen und ihr 20 Jahre alter Mitangeklagter auf Anraten der Verteidiger umfassende Geständnisse ab. Dafür sicherte ihnen der Gerichtsvorsitzende Peter Jung Haftstrafen zur Bewährung zu.
Hintergrund der ganzen Affäre war: Die drei in Schwandorf lebenden Asylbewerber kannten sich. Einer beschaffte das Marihuana, die anderen Beiden verkauften es. Einer mit besonderem Eifer. Und der Andere, weil er sich Geld für einen Anwalt in seiner Asylverfahrenssache erhoffte.
Das Treiben ging ab September 2018 über Wochen hinweg. Irgendwann bekam die Polizei Wind davon, dass auf dem früheren Hubmannwöhrl und jetzigen Stadtpark laufend Cannabisprodukte angeboten wurden. Da es offenbar um größere Mengen ging, schickte das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) einen Scheinaufkäufer. Als der auftrat, wurde dem Treiben rasch ein Ende gesetzt. Bis dahin war geschätzt über ein Pfund Marihuana abgesetzt worden. Auch bei Hausdurchsuchungen wurde noch einiges gefunden.
Weil Fluchtgefahr bestand, wurden die Männer Haftrichtern vorgeführt und hinter Gitter gebracht. Nach über sieben Monaten sind sie nun nach dem zweiten Prozesstag wieder auf freiem Fuß. Der Haupttäter bekam ein Jahr und sieben Monate zur Bewährung. Die beiden Mitangeklagten erhielten elf bzw. acht Monate. Auch diese Ahndungen müssen nicht abgesessen werden.
Zwei der Männer haben sich laut gerichtlicher Weisung in eine ambulante Drogentherapie zu begeben. Die Urteile des Jugendschöffengerichts deckten sich weitgehend mit den Strafanträgen von Staatsanwalt Oliver Wagner sowie den Verteidigern Jürgen Mühl (Amberg), Michael Schüll (Amberg) und Christian Reiser (Regensburg). Für den Haupttäter hatte das Verfahren noch eine weitere Folge. Der junge Mann war Auszubildender in einem Lebensmittelmarkt und verlor diese Stelle.













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