24.11.2021 - 11:28 Uhr
BirglandOberpfalz

Katastrophenschutz im Birgland reicht nicht aus

Mehr Feldbetten, Zahnpasta und Leichensäcke sollen eingelagert werden: Im Birgländer Gemeinderat wurde über den Katastrophenschutz debattiert – es müsse mehr getan werden, hieß es. Zudem schreiben die Friedhöfe rote Zahlen.

Was passiert, wenn das Birgland bei einer Schneekatastrophe mehrere Tage lang abgeschnitten würde? Wie die Gemeinde darauf besser vorbereitet werden kann, wurde im Gemeinderat besprochen. Unser Symbolbild zeigt das THW beim Beseitigen von Schneemassen in Miesbach.
von Robert DimperProfil

In der jüngsten Sitzung des Birgländer Gemeinderats kam ein bekanntes Thema auf die Tagesordnung: Der Friedhof arbeitet mit der aktuell gültigen Satzung "hoch defizitär". Das sagte Hans Süß, der seine diesbezüglichen Klagen aus früheren Sitzungen wiederholte. Es müsse endlich erreicht werden, dass der Friedhof kostendeckend arbeite, forderte der Gemeinderat. Auch Helmut Kölbel und Thomas Renner betonten, dass die Gemeinde per Gesetz verpflichtet sei, bei Pflichtaufgaben kostendeckend zu arbeiten. Beide schlossen sich Süß an und plädierten dafür, die Gebühren "anzupassen".

Bürgermeisterin Brigitte Bachmann (SPD) verwies auf vergangene Gemeinderatssitzungen. Dort habe sie erklärt, dass die früher groß geplanten Friedhöfe in Poppberg und Schwend derzeit nicht die Einnahmen brächten, um kostendeckend arbeiten zu können. Die Gebührenordnung werde deshalb, wie alle vier Jahre, neu errechnet. Die neuen Zahlen würden von der Verwaltung rechtzeitig bekanntgegeben.

Katastrophenschutz nicht ausreichend

Auch das Thema Katastrophenschutz kam in der Sitzung zur Sprache. Manche Zuhörer mögen sich dabei an die unerwartete Naturkatastrophe im Kreis Ahrweiler erinnert haben. So wurde beispielsweise die Frage aufgeworfen: "Was ist zu tun, wenn Dörfer im Birgland beispielsweise wegen massiver Schneefälle mehr als zwei Tage ausharren müssen, weil Rettungskräfte ausbleiben?" Thomas Renner und Max Graf mahnten an, dass sich die Gemeinde für den gesetzlich vorgeschriebenen Katastrophenschutz noch mehr wappnen müsse. Die eingelagerten Feldbetten, Zahnpasta oder Leichensäcke seien nicht genug, die Basisausstattung müsse erweitert werden, die Kosten hierfür seien überschaubar.

Bürgermeisterin Bachmann verwies darauf, dass hierzu bereits Gespräche stattgefunden hätte – zum Beispiel mit dem THW. Zudem erteilte das Landratsamt bei dieser "staatlichen Aufgabe" entsprechende Weisungen. Immerhin würden demnächst zur besseren Stromversorgung in der Birglandhalle und bei den Feuerwehren Schwend und Fürnried neue Steckdosen angebracht, sagte Bachmann. Uneinigkeit herrschte im Gremium jedoch darüber, wann weitere Besprechungen zur Verbesserung des Katastrophenschutzes beginnen sollten.

Knapp 1900 Euro für Kriegsgräber

In der Sitzung wurde auch bekanntgegeben, was die diesjährige Sammlung am Volkstrauertag ergeben hat. 1885,20 Euro kamen bei der Haussammlung für die Kriegsgräber zusammen. Bachmann dankte allen Spendern und den Sammlern. Weiterhin wurde mitgeteilt, dass die Lärmschutzwand vor Poppberg voraussichtlich Ende des Jahres fertig wird.

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Schwend/Birgland
Hintergrund:

Themen im Gemeinderat

  • Gebühren und Satzung der Friedhöfe
  • Vorbereitungen für Naturkatastrophen
  • Ergebnis Volkstrauertag-Sammlung
  • Lärmschutzwand Poppberg

 

 

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