06.07.2020 - 16:10 Uhr
BirglandOberpfalz

Wandertipp: Auf geht's zur Birgland-Schlaufe

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Diese Schlaufe muss man nicht mehr binden, sie ist bereits fest verzurrt - zu einem Wanderweg, der laut Prädikat zu den besten Deutschlands gehört: Heute geht's mit Rucksack und festem Schuhwerk auf die Birgland-Schlaufe des Erzwegs.

So schön ist es in der Gemeinde Birgland - aus der Luft betrachtet mindestens genauso wie vom Wanderweg aus.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Seit 2007 darf sich der sogenannte Erzweg (Markierung: rotes Kreuz auf weißem Grund) zu den besten Wanderwegen Deutschlands zählen. Das Appetithäppchen, das die Tourist-Info des Landkreises Amberg-Sulzbach verteilt, macht jedenfalls schon mal ordentlich Lust: „Auf dem Erzweg verbinden sich auf einzigartige Weise Natur mit Kultur und Montangeschichte zu einem virtuos inszenierten Wandererlebnis“, heißt es im Wanderführer. „Himmlische Eindrücke bieten die Wege, die sich über lichtdurchflutete Felsgrate hinweg ziehen, tief eingeschnittene Täler durchqueren, sanft geschwungene Hügellandschaften zeigen und idyllische Bach- und Flusslandschaften mit weiten Wäldern abwechseln lassen.“

Das Wandererlebnis auf der Birgland-Schlaufe (gelbes Kreuz auf weißem Grund) beginnt in Kastl, dessen Marktplatz nicht von ungefähr bereits die Kulisse für den Rosenmüller-Film „Wer’s glaubt, wird selig“ abgab. Im Herbst 2011 drehte der bayerische Star-Regisseur die wichtigsten Szenen des Streifens im Lauterachtal. In Kastl explodierte vor dem Rathaus sogar ein Auto.

Wer es weniger explosiv und stattdessen langsam angehen will, kann erst einmal die reiche Geschichte dieses Maktfleckens atmen – am besten in der romanischen Klosterkirche. Wer langsam durch die mehr als 900 Jahre alte imposante Kirche schreitet, glaubt die Ritter vor sich zu sehen, die den Bau des Gotteshauses einst unterstützt haben. Ihre Wappen prangen an den Wänden links und rechts des Mittelschiffes.

Dreharbeiten im Lauterachtal

Die Etappe der 16,5 Kilometer langen Birgland-Schleife führt vom Talknoten des Lauterach- und Haintals in Kastl mit seinen Dolomitfelsen über einige kleine Bergkuppen zunächst nach Ödhaag und weiter nach Poppberg. Hier ist schon fast die Hälfte des Weges geschafft. Der von einer Burgruine gekrönte Poppberg gilt als höchste Erhebung der Fränkischen Alb. Wer hinaufsteigt, der darf sich hier nach etwa 8 Kilometern getrost ausruhen: In Poppberg ist eine Zwischenübernachtung oder eine Rast mit Einkehr möglich.

Der weitere Verlauf der Schlaufe besticht durch tief eingeschnittene Trocken- und Karsttäler, bewaldete Felskuppen und verträumte Ortschaften wie Eckeltshof. Hier lohnt es sich ebenfalls, einen Ritter kennenzulernen – keinen mittelalterlichen, sondern eher einen gastronomischen. Das Gasthaus zum Ritter hat allerdings am Montag und Dienstag geschlossen. In Heldmannsberg sind dann bereits 14 Kilometer zurückgelegt und historische Grenzen überschritten. Der letztgenannte Ort gehört bereits zur Gemeinde Pommelsbrunn und damit zu Mittelfranken. Und auch er lädt zu einem Abstecher in die Kirche ein. Das rund 350 Jahre alte, der heiligen Maria geweihte, Gotteshaus prägt den ganzen Ort.

Nach dem Abstieg ins Högenbachtal erreicht man nach 16,5 Kilometer und etwa fünf Stunden Gehzeit das ebenfalls mittelfränkische Hartmannshof und damit das Ziel der Etappe. Hier ist ein Abholservice gefragt oder die Heimreise per Zug nach Amberg und von dort mit dem Bus nach Kastl. Natürlich ist es auch möglich, zum Ausgangsort zurückzuwandern. Zum Beispiel über Illschwang. In diesem Fall dem Erzweg Richtung Amberg folgen (rotes Kreuz auf weißem Grund), ab Illschwang dem Grünkreuz und ab Ritzenfeld dem Blaukreuz. Der Erzweg hat das Prädikat „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ erhalten und erfüllt damit die Vorgaben des Deutschen Wanderverbandes hinsichtlich Wegebeschaffenheit, Naturattraktivität, der kulturellen Sehenswürdigkeiten und einer eindeutigen Markierung. Der Erzweg vernetzt mehrere Qualitätswege miteinander. Im Norden schließt er an den Fränkischen Gebirgsweg an, im Süden trifft er auf den preisgekrönten Jurasteig. Zudem verbindet er auf seiner gesamten Länge verschiedene Landschaften wie die Kuppenalb, den Bayerischen Jura und die Fränkische Schweiz.

Alle Infos zum Erzweg im Amberg-Sulzbacher Land

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