28.05.2020 - 15:55 Uhr
IllschwangOberpfalz

Um den Kalmusfelsen bei Illschwang: Im Mittelpunkt der Wanderwelt

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Fast jeder kennt die Skiwelt Amadé in Österreich. Aber die Wanderwelt Illschwang? Vor der Haustür tut sich ein Paradies für Outdoor-Liebhaber auf. Die Wanderwelt Illschwang öffnet das Tor zu einer anderen Welt.

Illschwang gibt ein echtes Postkartenmotiv ab. Der Dorfplatz ist geprägt von fränkischem Fachwerk.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Es ist die Welt der Hainsburg - einer vorgeschichtlichen Wallanlage, deren genaue Funktion noch gar nicht erforscht ist. Eines aber sieht der Wanderer ganz ohne Studium: Die Hainsburg stellt mit ihren steil abfallenden, höhlenreichen Felsen aus Frankendolomit und Hornsteinknollen eines der schönsten Naturdenkmäler in der Oberpfalz dar. Die Felswand ist von senkrechten Klüften durchzogen.

Wer am Dorfplatz die Wanderwelt Illschwang betritt, der hat vielfältige Möglichkeiten, die Umgebung des Ortes zu erkunden. Die penibel ausgeschilderten Wanderstrecken bieten Ausflüge von 2 bis 20 Kilometern an - alles machbar an einem einzigen Tag. Dabei warten die Sehenswürdigkeiten nicht erst auf dem Weg. Illschwang selbst lädt zum Staunen ein. Über den idyllischen Ortskern etwa. 1992 wurde Illschwang mit dem 1. Europäischen Dorferneuerungspreis ausgezeichnet. Beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden", räumte der Ort einen Preis nach dem anderen ab.

Nur ein Vorschlag von vielen: Ein Rundweg in der Wanderwelt Illschwang.

Wahrzeichen ist die Simultanpfarrkirche St. Vitus und St. Veit, die schon im 12. Jahrhundert von Reichenbacher Mönchen errichtet wurde. Sie ist von einer burgartigen Maueranlage umgeben. Ein Blick ins Innere lohnt sich, denn auf mehreren Gemälden in der Kirche ist die Landschaft der Umgebung mit ihren Felsen und Höhlen abgebildet - ein spirituelles Panorama ist da zu entdecken. Eines der Bilder zeigt einen Einsiedler, der sich vor dem Osterloch aufhält.

Fotos aus der Wanderwelt Illschwang

Das Osterloch - etwa einen Kilometer vom Ortskern entfernt - ist eines der beliebtesten Wanderziele der Gegend. Laut Geotop-Kataster des Bayerischen Landesamts für Umwelt gilt die Höhle als bedeutendes Naturdenkmal. Der Weg mit der Nummer 8 führt direkt am Höhleneingang vorbei. Der Eingang ist zwar breit, aber niedrig, jedenfalls muss man als Erwachsener erst einmal auf die Knie und durch die Öffnung krabbeln. Danach aber weitet sich der Raum zu einer breiten Halle - etwa 20 Meter breit und 50 Meter lang.

Die Höhle wurde immer schon von Menschen genutzt. Vielleicht lebte hier einmal der Einsiedler, der auf dem Bild in der Kirche dargestellt ist? Wer weiß das schon so genau? Auch über die Hainsburg ist nichts Genaues überliefert. Die Höhle gehört quasi zu dieser alten Wallanlage, deren Kern ein Felsmassiv bildet. Eine der beeindruckendsten Stellen dieses Massivs wird Kalmusfelsen genannt. Die steilen Dolomitwände sind zum Teil für Kletterer erschlossen. Nicht ganz so ambitionierte Wanderer können über Treppen ein Stück hochsteigen oder um das Massiv herum auf das Gipfelplateau spazieren.

Wohin gehts nach Osterloch und Kalmusfelsen? Der Möglichkeiten gibt es viele. Die verschiedenen Ziffern auf gelbem Grund markieren allesamt unterschiedlich lange Rundwanderwege, die wieder zum Dorfplatz zurückführen. Aber auch berühmte Fernrouten streifen das gelb markierte Wegenetz, etwa der Anton-Leidinger-Weg (blauer Strich auf weißem Grund). Der Weg führt 70 Kilometer lang vom Nürnberger Tiergarten bis vor das Wingershofer Tor in Amberg. Doch wer wir denn gleich übertreiben? Der Mittelpunkt der Welt – also zumindest der Wanderwelt Illschwang – ist ja der Dorfplatz. Der neu errichtete hölzerne Brunnen vor dem ebenfalls neu gebauten Rathaus ist der ideale Ort, um mit der Trinkflasche auf den erlebnisreichen Tag anzustoßen.

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