Bittenbrunn bei Ursensollen
11.11.2019 - 15:10 Uhr

Kreuz bei Bittenbrunn renoviert: Wieder ein Stück Heimat bewahrt

Gäste, die in den Landkreis Amberg-Sulzbach kommen, stellen immer wieder bewundernd fest, wie viele Flurmale es hier gibt. Dieses reiche religiöse und kulturelle Erbe wird oft von Privatleuten oder Vereinen gepflegt. So auch in Bittenbrunn.

Die Geschwister Marianne Flierl, jetzt wohnhaft in Ebermannsdorf, lassen zusammen mit Alfons Ring aus Bittenbrunn das verwitterte Flurkreuz oberhalb des Ortes renovieren. Bild: schß
Die Geschwister Marianne Flierl, jetzt wohnhaft in Ebermannsdorf, lassen zusammen mit Alfons Ring aus Bittenbrunn das verwitterte Flurkreuz oberhalb des Ortes renovieren.

Bis ins Jahr 1962 stand am Weg von Bittenbrunn nach Garsdorf ein Holzkreuz mit einer Blechschnittfigur und einem Dach aus Blech. Nach örtlicher Überlieferung war das Kreuz in einer Zeit aufgestellt worden, als das Juragebiet um Bittenbrunn einmal an großer Wassernot gelitten hatte. Die Bittenbrunner Quelle speiste einst sogar ein Bächlein, das noch vor 300 Jahren in Richtung Erlheim, Kuhfelsen ins Haager Tal floss und dann über das Mühltal in die Vils entwässerte.

Der sehr fortschrittlich eingestellte ehemalige Zanter Bürgermeister Johann Fromm setzte schon 1902/03 durch, dass eine Wasserleitung nach Garsdorf und später weiter nach Waldhaus und Köfering gebaut wurde. Diese Trasse führt heute noch Wasser und liegt auf der gegenüber liegenden Wegseite beim Standort des Kreuzes.1962 ersetzten die Familien Ring und Fromm das in die Jahre gekommene Holzkreuz durch ein schmiedeeisernes Kruzifix. Dabei dürfte es sich um ein ehemaliges Grabkreuz vom nahen Erlheimer Friedhof handeln. Viele Familien wollten nun einen Grabstein haben und entfernten die für altmodisch angesehenen Friedhofskreuze, die dann meist an Plätze gesetzt wurden, die einen Bezug zur Familie hatten.

Die Geschwister Marianne Flierl, jetzt wohnhaft in Ebermannsdorf, und Alfons Ring ließen nun das verwitterte Flurkreuz renovieren. Marianne Flierl erzählte, dass sie zu diesem Ort einen besonderen Bezug hat. Habe sie doch als Kind noch bei der Kreuzwiese Kühe gehütet. Der Künstler Hans Georg Hierl aus Ebermannsdorf leistete vorzügliche Arbeit. Daneben lädt eine Bank bei einer landschaftsprägenden Birke zum Verweilen ein. Der schöne Rundblick auf das über 1000-jährige Bittenbrunn und hinein in die Amberger Gegend erfreut jeden Naturfreund. Der Heimatpfleger der Gemeinde Ursensollen, Josef Schmaußer, würdigte das Engagement der Geschwister und dankte im Namen der Gemeinde Ursensollen für das gelungene Werk.

 
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