02.06.2021 - 14:59 Uhr
BrandOberpfalz

Baumkletterer stutzen Krone von 130 Jahre alter Ulme in Brand

Mit Säge, Kraft und Kran wird die Ulme auf dem Grundstück von Hubert König in Brand von gepflegt. Baumkletterer sind zu Besuch und entfernen abgestorbene Äste. Der Baum mit einer langen Geschichte überragt sogar den Kirchturm.

Dem Baumkletterer macht es sichtlich Spaß, sich auf einen Ast zu stellen und ihn als Schaukel zu benutzen.
von Bertram NoldProfil

Kleine Stürme haben zwischen dem Gasthof "Zur Post" und dem Anwesen von Hubert König schon öfter dafür gesorgt, dass die Straße danach mit kleinen Ästchen übersät war. Größere Probleme gab es nie, was daran liegt, dass der Besitzer die Ulme am Straßenrand immer im Auge hat, sie mit großem Aufwand pflegt und hegt und auf diese Weise auch Schäden verhindert. Die Ulme von Hubert König ist zum Wahrzeichen des oberen Dorfes in der Fichtelberger Straße geworden. Für Foto-Freunde ist sie ein wertvolles Motiv.

28 Meter hoch ist der Kirchturm von Brand, der Baum überragt ihn. Auf 30 bis 35 Meter Höhe schätzte ihn das Team, das Hubert König engagiert hatte, um ihn wieder einmal von dürren Ästen zu befreien und auszulichten, was ihm die Möglichkeit gibt, sich wieder in seiner vollen Pracht entfalten zu können. Die Ulme gehört zu den höchsten Bäumen der Gemeinde Brand. Mitten im Dorf hat er in den geschätzten 130 Jahren seines Daseins die Entwicklung der Fichtelberger Straße und die in der nahen Umgebung miterlebt.

Baumkletterer arbeiten mehrere Stunde

Die Ulme wird noch lange stehen, weil sich ihr Besitzer mit großem Aufwand - auch finanziell - um sie kümmert. Drei Leute des Maschinenrings waren mehrere Stunden am Werk, um den Baum von abgestorbenen Ästen zu befreien, die oft selbst den Umfang eines kleinen Baumes haben und mit entsprechend großer Kraft auf den Boden fallen. Das ist nicht immer einfach. Der Korb des Kranwagens, eigens vom Maschinenring Neustadt hergeholt, kommt nicht immer dorthin, wo er gebraucht wird.

Geübte Leute, die diese große Höhe gewöhnt sind und sich vor der Auffahrt oder vor dem Aufstieg mit schwerem Handwerkszeug behängen, steigen dann einfach aus, sichern sich mit einem Seil ab und arbeiten sich per Hand vor. Da kann es schon sein, dass ein langer, krummer Ast partout nicht fallen will, weil er sich irgendwo im Geäst verfangen hat. Als ob sich einer der Baumkletterer da oben vergnügen würde, sieht es dann aus, wenn er auf den Ast steigt und solange draufspringt, bis sich das sperrige Stück Holz endlich löst und krachend zu Boden fällt.

Treffpunkt von Zugvögeln

Wüsste man nicht, dass hier große Könner am Werk sind, würde man sie glatt verdächtigen, von dem gefährlichen Vorgehen, den eigenen Ast abzusägen, auf dem man sitzt, noch nie gehört zu haben. Sie können es, sie beherrschen all die Dinge, die zur eigenen Sicherheit nötig sind. Im Herbst kommen die Baumkletterer wieder, schauen, was aus ihren Arbeiten an der Ulme geworden ist und ob weitere nötig sind.

Dann sind auch andere Gäste da, und das in großer Zahl. In der Zeit vor dem Abflug nach Süden ist die alte Ulme Treffpunkt von Hunderten von Zugvögeln, die dann in ihr Konzert einstimmen, das weit über die Fichtelberger Straße zu hören ist. Die wirkliche Menge sieht man, wenn sie sich plötzlich alle erheben und ein großer dunkler Schwarm sich schreiend in den Himmel erhebt und sich auf die Suche nach einem neuen Sammelplatz macht.

Telefondrähte gibt es nicht mehr, auch Stromkabel verschwinden zusehends ganz. Die Landeplätze für bestimmte Vogelarten werden damit weniger. Auch deshalb ist es wichtig, Bäume wie diese Ulme, die nicht nur Sauerstoff produzieren, sondern auch den Vögeln eine „Heimat“ bieten, zu erhalten.

In der Gemeinde Brand ist ein Erfahrungspfad in Planung

Brand
Wie selbstverständlich bewegten sich die Baumkletterer hoch ob in der Krone der alten Ulme, um dürre Äste herauszusägen.
Schon in den 50er Jahren, als die Ulme noch einen Backofen überspannte, hatte der Baum eine stattliche Höhe.
Schwer behangen mit Werkzeugen und Gegenständen, die der Sicherheit dienen, beginnt der Aufstieg in die Krone.
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