25.03.2019 - 17:10 Uhr
BrandOberpfalz

"Brand hat uns gut begleitet!"

Bei Tag des Städtebaus lobt Architekt Peter Haimerl die Bürger für zunehmende Offenheit und positive Begleitung. Das Interesse an einer Informationsveranstaltung ist groß.

Leidenschaftlich kämpft Architekt Peter Haimerl um die Zustimmung der Brander zu seinen Projekten und er hat Erfolg: "Ich war noch nie in einer Gemeinde, die so bei der Sache war wie die Brander."
von Bertram NoldProfil

„Die Brander sind doch keine Langweiler“, hatte Architekt Peter Haimerl, der die Städtebauprojekte in Brand betreut, in einer Sitzung einmal gesagt und er hat recht. Beim „Tag des Städtebaus“, bei dem es umfassende Informationen zum Stand der Planungen gab, zeigte sich, dass das Interesse der Brander an den Projekten steigt und so freute sich nicht nur Bürgermeister Ludwig König über den außerordentlich guten Besuch im Mehrzwecksaal. Haimerl und seine beiden Mitarbeiterinnen, Judith Kinzl und Anna Firak, sahen darin einen Hinweis, dass sie auf dem richtigen Weg sind. „Sie dürfen nicht glauben, dass wir nur Schmarrn machen,“ meinte Haimerl. Sein Lob für die Brander kam dieses Mal in einer anderen Form, nämlich in der Feststellung, dass bislang bereits 50 Beratungen stattgefunden haben: "Das ist absoluter Rekord“. Er sei noch nie in einer Gemeinde gewesen, die so bei der Sache war, meinte er. „Brand hat uns bisher gut begleitet!“

Das Dorf allgemein weise einen Strukturverlust auf. Nichts ist mehr so wie es einmal war. Leute ziehen weg, Geschäfte machen zu und das habe auch das dörfliche Leben verändert. Die Zukunft der Dörfer hänge mit der Frage zusammen, wo und wie die Leute arbeiten und wie sie mit der Umgebung vernetzt sind. Es gebe mehrere Formen der Arbeit und alles werde sich komplett verändern. Wenn das Land es nicht schafft, diese Veränderungen mitzumachen und aufzufangen, dann habe es verloren. „Der Trend zu Veränderungen ist da“ und nicht nur weil das Leben in großen Städten unbezahlbar geworden ist. Am Land finde man das, was man in den Städten nicht mehr findet. Es gehe darum, ein erweitertes Arbeitsfeld zu schaffen. Auf das Bad – das ehemalige Freibad ist gemeint – schauen viele, weil es eine hohe Aufenthaltsqualität bietet. Leute müssen zuziehen, „wir brauchen Leute von außen“, damit die Jungen nicht mehr in die Städte auswandern müssen. Warum eine Steuerkanzlei im Wohnhaus, wann man im Grünen, in einer schönen, angenehmen Umgebung entspannt arbeiten kann? „Warum macht das eine Gemeinde?“ fragte Haimerl. Attraktiv soll Brand werden und junge Architekten würden eine Architektur liefern, die genau das zum Ziel hat. Der Grund werde gepachtet, nicht gekauft, die Freibad-Brache soll sich selbst finanzieren. Vielleicht gibt es dann wieder einmal Geschäfte wie einen Metzger.

An konkreten Maßnahmen sprach der Architekt die Wohnungsbauförderung an. Das Haus Fichtelberger Straße 3 ist bereits in Besitz der Gemeinde. Wie sich das Bild am Beginn der Fichtelberger Straße ändert, steht noch nicht fest. Aber es wird sich ändern! Sei es ein Abriss, vielleicht nur teilweise oder ein kompletter Neubau, vielleicht auch, um dem Nachbarn mit etwas Abstand eine sonnige Südseite zu gönnen. Bezahlbarer Wohnraum für junge Familien ist das Ziel. 30 Prozent Zuschuss sind zugesichert und für 60 Prozent der förderfähigen Kosten stellt der Staat ein zinsgünstiges Darlehen – unter einem Prozent – zur Verfügung. Warum die Gemeinde mit dem Kauf nicht warten wollte, hat die Erfahrung gelehrt. Man wollte einfach die Hand drauf haben, um ein Fiasco wie beim „Goldenen Hirschen“ nicht ein zweites Mal erleben zu müssen. Die Angelegenheit „Goldener Hirsch“ liege Zurzeit beim Gericht, erklärte Bürgermeister Ludwig König auf die Anfrage eines Besuchers. Die Gemeinde versuche, das Vorverkaufsrecht zu bekommen. Ob das gelingt, werde man abwarten müssen.

Details zum „schwebenden Schlachthaus“ und zum Konzept der Freibad-Brache stellten Haimerls Mitarbeiterinnen Anna Firak und Judith Kinzl vor.

Dieses Bild wird sich gründlich ändern. Das Anwesen ist bereits Eigentum der Gemeinde. Was damit geschieht, ist noch offen: Teilweiser Abriss oder ganz, auch um dem ohne Abstand angebauten Nachbarn eine sonnige Südseite zu gönnen.
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