03.09.2021 - 10:28 Uhr
BrandOberpfalz

Was wird aus der Brander Freibad-Brache?

Der Zahn der Zeit hat der Anlage schwer zugesetzt. Im September soll es einen neuen Anlauf zur Gestaltung der ehemaligen Freibadfläche geben.

von Bertram NoldProfil

Wenn man die Entstehung des Brander Freibads, seine über 20-jährige Blütezeit und seinen langsamen Niedergang miterlebt hat, tut der Anblick weh: In den 17 Jahren, in denen das Areal nun brach liegt, hat der Zahn der Zeit gravierende Spuren hinterlassen, hat schwer genagt an Beton und Holz. Allenfalls stört ein Frosch, der vom Beckenrand aus - in seiner Ruhe gestört - ins Wasser springt und ein kurzes Plätschern verursacht, die Ruhe und lässt ein bisschen Leben aufkommen im ehemaligen "Beheizten Freibad Brand", das einmal sehr bekannt und sehr beliebt war. Den Frosch stört der Hinweis "Springen verboten", der auf dem metallenen Rand aufgedruckt ist, nicht - sonst springt auch niemand mehr.

Wiese für Herden

Aufgegeben wurde das Gelände nie und seit der Schließung macht man sich Gedanken über die weitere Verwendung, eventuell über eine neue oder veränderte Nutzung. Auf dem Dach der ehemaligen Umkleidekabinen sind Solarzellen, das Team "Ranger Rock" hatte das Freibadgelände mehrmals für Konzerte in Beschlag genommen und für Schaf- und Ziegenzüchter war die großzügige Wiese ein gern genutzter Bereich zum Halten ihrer Tiere.

Ganz neue Perspektiven taten sich mit der Städtebauförderung auf. Architekt Peter Haimerl hatte einmal die Vision eines "Co-Working-Space" verfolgt; mit Glastürmen, in denen fernab vom Lärm der Großstadt gearbeitet werden könnte, was die digitalisierte Welt heute möglich macht. Home-Office - bei der Pandemie verstärkt in Anwendung gebracht - lieferte den Beweis, dass so etwas möglich ist. Der Erhalt der Wasserfläche, zumindest teilweise, war im Gespräch und den Eingangsbereich hatten Haimerls Mitarbeiterinnen planerisch schon als große Rezeption mit Café und weiteren infrastrukturellen Einrichtungen gesehen. Eine große Parkanlage konnte sich Peter Haimerl vorstellen, den bereits bestehenden wertvollen dichten Bewuchs der ehemaligen Liegewiese ins Auge fassend.

Richtige Begeisterung für Haimerls Vision von einem Bürodorf im Grünen war aber nie zu spüren, auch der fehlenden Klärung der Inverstoren-Frage geschuldet. Schließlich schlug Haimerl für das Generationen-Wohnen im ehemaligen Lindner-Anwesen einen vieldiskutierten Wabenbau als Wohngebäude vor, von dem manche Gemeinderäte spontan begeistert waren, nach detaillierterer Betrachtung aber wieder davon Abstand nahmen. Für das Freibadgelände hielten manche diese Art des Wohnens für passend. Auch das war eine Idee für die Umgestaltung des Geländes, über den nie diskutiert wurde, zumindest nicht öffentlich.

Bald nach der Kommunalwahl rief der neue Bürgermeister Bernhard Schindler (CSU) den Gemeinderat im Freibadgelände zusammen. Neue junge Leute waren ins Gremium gewählt worden und so war es der Wunsch des neuen Bürgermeisters, dass auch deren Wünsche und Vorstellungen einflossen. An diesem Abend entstand eine Liste von Ideen, die man sich im "neuen Freibad" wünschte. Vielleicht könnte sich mit Haimerls Idee ein Kompromiss ergeben. Landschaftsarchitekt Alfred Strohn wurde gebeten, aus den Ideen eine Skizze zu fertigen, der all diese Ideen enthielt. Diese Skizze ist noch in Arbeit.

Neuer Anlauf

Es tut sich was: Das zeigt zum einen der nutzlos herumliegende Öltank, der schon einmal ausgebaut wurde. Er hat sicher schon rein energetisch seine Daseinsberechtigung verloren. Zum anderen gibt es im September einen neuen Anlauf. Die leitende Baudirektorin der Regierung der Oberpfalz, Regina Harrer, und Architekt Peter Haimerl werden sich mit Gemeindevertretern das Gelände anschauen und Perspektiven entwickeln. Vielleicht ergeben sich bei dem Besuch neue Impulse, so dass die Konzeption, das Dorf zwischen dem "schwebenden Schlachthaus" als südlichsten und dem Freibad als nördlichsten Punkt des Sanierungsgebietes durch die Städtebauförderung wiederzubeleben.

Im Juli 2020 sah sich der Bauausschuss das Freibadgelände an

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