14.01.2020 - 16:12 Uhr
BrandOberpfalz

Wohin mit dem Christbaum?

Die Junge Union entsorgt in Brand die Christbäume. Die Gewächse eignen sich auch zur Weiterverwendung als Naturzaun oder für kreative Ideen zur weiteren Verwendung.

Die Junge Union war mit zwei Gespannen unterwegs , um die am Straßenrand abgelegten Christbäume einzusammeln.
von Bertram NoldProfil

In großen und kleinen Städten wird geklagt über die schlechten Möglichkeiten der Christbaumentsorgung; für "illegale Entsorgung" wird gar Strafe angedroht. In Brand ist das anders: Hier gibt es einen Service, den die Junge Union anbietet. Am Samstag nach dem Drei-Königs-Fest werden die Christbäume, die am Straßenrand abgelegt sind, abgeholt und entsorgt. Seit Jahren ist das Ziel die Grünlasmühle. Der Besitzer baut dort einen Naturzaun - und dazu leisten die Brander Christbäume einen wertvollen und fülligen Beitrag. Die Bürger sind für diesen Service sehr dankbar.

Laut einer Sendung des Bayerischen Rundfunks gibt es aber Menschen, die ihren Baum nicht entsorgen, sondern weiterverwenden. Und dabei gehen manche sehr kreativ vor. Grundsätzlich wird davor abgeraten, den Stamm ins Feuer zu werfen. Zum Verbrennen ist er zum einen nicht trocken genug, zum anderen viel zu stark verharzt. Das könnte dem Ofen schaden.

Den "Weihnachtsbaum upcyceln" heißt es neudeutsch im Internet. Sprich: Den Tannenbaum verwerten statt entsorgen. Ganz schnell wird aus Tannennadeln feiner Tee. Wenn man Tannen- oder Fichtennadeln mit Sonnenblumenöl übergießt und sie ungefähr einen Monat stehen lässt, ergibt das ein wunderbar duftendes Öl, perfekt als winterlicher Badezusatz, als Massageöl oder um über Duftlampen die heilsame Kraft des Waldes in Form von Tannen- oder Fichtenöl ins Wohnzimmer zu holen.

Als Alternative zum guten, alten Franzbranntwein könne man eine Tinktur selbst herstellen. Die Flüssigkeit aus Tannen- oder Fichtennadeln hilft bei Zerrungen, Gelenkschmerzen, Muskelkater und kann auch für Sportmassagen verwendet werden. Die Nadeln werden dazu klein geschnitten und mit den Wacholderbeeren in ein Glas gegeben. Mit Alkohol übergießen, bis Nadeln und Beeren vollständig bedeckt sind. Das Glas verschließen und ungefähr einen Monat an einem warmen Ort ziehen lassen. Danach seihen und dunkel aufbewahren.

Auf die Herstellung von Badesalz aus Tannennadeln wird hingewiesen, egal ob mit Fichten, Tannen oder Kiefern, das bei ersten Erkältungsanzeichen hilft und Schmerzen bei Zerrungen oder Rheuma lindert.

Hustensirup aus dem Christbaum, eine nicht alltägliche Idee. Mit den Zweigen könne man basteln. Knöpfe etwa könnte man herstellen, wenn man vom Baum Scheibchen abschneidet, sie trocknet und zwei oder vier Löcher durchbohrt. Schließlich können die Zweige auch als Frostschutz dienen, wenn man damit Balkon- oder Gartenpflanzen abdeckt, um sie über den Winter zu bringen.

An den Quirl für den Suppentopf erinnern sich noch viele. Weit oben, wo der Stamm nicht mehr so stark ist, hat man den Baum knapp über einer Astreihe abgeschnitten, die Ästchen gekürzt stehen lassen und von dem so entstandenen Quirl sauber die Rinde entfernt. Am Griffende noch ein Loch durchgebohrt und eine Schnur durchgezogen. So hing der Christbaum-Quirl mindestens ein Jahr lang über dem Ofen, bis er durch einen neuen im Jahr darauf ersetzt wurde.

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