07.07.2019 - 13:17 Uhr
BrandOberpfalz

Eindeutiges Votum für Christian Doleschal beim Oberpfalztag der Jungen Union

Das Votum ist eindeutig. Beim Oberpfalztag der Jungen Union wird Bezirksvorsitzender Christian Doleschal mit einer deutlichen Mehrheit bestätigt. „Seid laut, seid frech“, ermuntert Staatsminister Albert Füracker in seiner Ansprache.

Christian Doleschal (4. von links) wurde mit überwältigender Mehrzeit zum Bezirksvorsitzenden wiedergewählt. Der Brander kann sich auf ein starkes Team verlassen. Zur Wahl gratulierte Staatsminister Albert Füracker (3. von links)
von Werner RoblProfil

Viele von den 89 JU Delegierten aus den 10 Oberpfälzer Kreisverbänden hatten eine meist weite Anreise hinter sich, um am Samstag beim Oberpfalztag der Jungen Union Politik zu machen. Nicht wenige von ihnen kannten Brand (Kreis Tirschenreuth) bislang lediglich vom Hörensagen und erfuhren: Der Ort mit seinen rund 1200 Einwohnern hat mit 2 CSU-Volksvertretern, MdL Tobias Reiß und Christian Doleschal, der die Oberpfalz in Europa vertritt, eine ungewöhnlich hohe - an diesem Tag auch anwesende - Abgeordnetendichte.

In den letzten Wochen drehte sich alles um die Europawahl aus der Christian Doleschal erfolgreich aus dem Rennen ging. Eigentlich sollte langsam Ruhe einkehren, wäre nicht der Wählerwille - wie Kreisvorsitzender Matthias Grundler und Christian Doleschal betonten - "ignoriert worden." Damit meinte man Ursula von der Leyens Nominierung zur Kommissionspräsidentin. "Unser Mann für dieses Amt bleibt aber Manfred Weber", erklärte der Tirschenreuther Kreisvorsitzende und Mit-Gastgeber Matthias Grundler und mahnte unter Applaus: "Wir müssen dafür sorgen, dass so etwas nie wieder passiert."

Man befinde sich in einer spannenden Zeit mit vielen Erneuerungen, fügte der aus Falkenberg (Kreis Tirschenreuth) stammende Kommunalpolitiker und Kreis-JU-Sprecher hinzu. "Unser ganzer Stolz aber ist unser Europa-Abgeordneter Christian Doleschal. Ich darf dich in deinem Brand herzlich willkommen heißen", erteilte ihm Grundler das Wort für den Rechenschaftsbericht im Mehrzwecksaal, dem - wie sich Doleschal ausdrückte - "Wohnzimmer der Gemeinde".

Mit einem "herzlich Willkommen im Jahr der Weichenstellungen und Personalveränderungen" betrat Christian Doleschal das Rednerpult, auf dem das Gemeindewappen seines Brander Heimatortes abgebildet war. Eines machte er von vornherein deutlich: "Die JU ist in der Oberpfalz gut unterwegs." Neue Gesichter in den Reihen und neue Kräfte an der Spitze machen Mut. "Ich verspreche Euch, wir werden noch cooler, als wir es eh schon sind." Feststellen müsse man aber auch, dass die Marken "CSU" und "CDU" immer mehr zerstört werden. Grund dafür sei zweifellos das schwindende Vertrauen in der Bevölkerung. "Das wieder herzustellen sei auch eine Aufgabe der JU. Aber es wird schwer werden, das gesteckte Ziel zu meistern", bedauerte der Bezirksvorsitzende, der den verstärkten Dialog mit den Wählern forderte. "Wir müssen die Menschen ernst nehmen. Dazu aber brauchen wir das richtige Konzept, um die verlorene Wählergunst wiederzugewinnen." Nicht anderen Parteien hinterherlaufen, zudem auch die Sprache verändern, seien nur einige Beispiele von vielen Lösungsansätzen, mit denen man versuchen müsse, die Ärmel aufzukrempeln. "Mehr coolness tut uns allen gut", mahnte er zu einer gelassenen, aber sachlich frechen Geisteshaltung. "Wir müssen aber auch lernen, entscheidende Schritte zu tun, um die Sachthemen anzugehen und müssen die Stellschrauben suchen, die - auch mit Blick auf die Inhalte der Partei - nachhaltig gedreht werden können." Mit Nachdruck betonte Doleschal: "Jetzt ist die Zeit reif für eine mutige und zukunftsorientierte Reformpolitik, die aber funktioniert nicht mit einem Hubert Aiwanger von den Freien Wählern. Die Zeit der kleinen Schritte liegt hinter uns." Man dürfe die Probleme nicht einfach nur wegdrücken. "Wir müssen sie angehen, sie in die Hände der jungen Generationen legen." Erneut kam er auch auf Manfred Weber sprechen. "Er wurde abgelehnt, das war ein riesengroßer Fehler und ein Rückschlag für uns alle, die ihn an der Europa-Spitze sehen wollten. Wer so nah am Ziel war, der kann auch Kanzler werden", warb er für den gescheiterten Kommissionspräsidenten. "Setzen wir heute ein Signal. Ich möchte Bezirksvorsitzender werden und als möglicher, künftiger Landesvorsitzender euer aller Sprachrohr sein und freue mich über die Unterstützung meiner JU-Freunde."

"Die Begeisterung ist ungebrochen", erklärte Geschäftsführer Lucas Weigl mit Blick auf die aktuell 4360 JU-Mitglieder und rund 600 Neueintritte, von denen viele auch der CSU angehören.

Hintergrund:

Das Ergebnis der Wahlen

Christian Doleschal wurde in seinem Amt als Bezirksvorsitzender bestätigt. Als Stellvertreter wurden Theresa Ehl (Sinzing), Severin Hirmer (Weiherhammer), Matthias Meier (Maxhütte-Haidhof) und Michael Mertel aus Ursulapoppenricht nominiert. Schatzmeister wurde Sebastian Koller aus Parsberg. Felix Kirchberger (Kastl) und Lucas Weigl (Weiden) leiten den Bezirksvorstand als amtierende Geschäftsführer. Das Amt der Schriftführerinnen bekleiden die Pressatherin Stefanie Dippel und Constanze Niebler (Amberg) gemeinsam. Die Kasse prüfen Dr. Johannes Wittmann aus Neustadt/Waldnaab und Andreas Huber vom Kreisverband Regensburg - Land.

17 JU-Mitglieder entsendet die Bezirks-JU als Delegierte für die Landesversammlung. Aus dem Kreisverband Regensburg-Land kommen Matthias Beer, Teresa Ehl und Juliane Gröger. Der Kreisverband Cham entsendet Christoph Czakalla. Stefanie Dippel, Severin Hirmer und Christoph Müller gehören dem Kreisverband Neustadt/Waldnaab an. Der Kreisverband Amberg-Sulzbach entsendet Jonas Dittrich und Michael Mertel. Ergänzt wird das Gremium vom Weidener Lucas Weigl, und den Delegierten aus dem Raum Schwandorf, Christoph Götz und Matthias Meier. Die Tirschenreuther schicken Christoph Hörl, Felix Kirchberger und Laura Zeitler. Aus dem Raum Neumarkt stammen Alexandra Hickl und Stefanie Meier.

Nominiert wurden zudem auch 34 Ersatzleute aus den jeweiligen 10 Kreisverbänden: Philipp Bacher, Franziska Baier, Anja Brucker, Michael Brucker, Roland Elias, Dominik Engelhardt, Marina Galli, Sarah Graf, Andreas Hilger, Bastian Kleinert, Johannes Klinger, Maximilian Klose, Sebastian Koller, Alexandra Lettner, Hannes Lutter, Ann-Kathrin Marner, Franz Neugebauer, Constanze Niebler, Stefan Prantl, Mario Rabenbauer, Christian Sagmeister, Charlotte Schäffler, Yvonne Schantl, Michael Schiller, Sven Schiml, Florian Schmid, Kaja Schmidbauer, Stefan Schön, Alexander Sieber, Pius Stahl, Christina Staudinger, Julian Wanninger, Martina Zehetbauer und Sebastian Zeisig.

Füracker: Werden nicht automatisch gewählt:

Albert Füracker gratuliert und mahnt zur Geschlossenheit

"Du hast nicht nur 98 Prozent aller Stimmen bekommen, du hast sie dir auch verdient", würdigte der bayerische Finanzminister und Vorsitzende der CSU Oberpfalz, Albert Füracker, das überragende Ergebnis, das Christian Doleschal wenige Minuten zuvor eingefahren hatte. "Wir dürfen als CSU nicht die Augen schließen. Die Anliegen, auch der Jugend und die Umwelt betreffend, sind durchaus berechtigt. Wir müssen das erkennen und die Probleme ernst nehmen", mahnte Füracker. "Wir werden nicht automatisch gewählt. Es reicht nicht aus, mit nur einem Sachthema unterwegs zu sein." Man müsse sich noch breiter aufstellen, um die Balance herzustellen, forderte Füracker. "Macht euch Gedanken und zwar in allen Fragen", fuhr er fort. "Leben wir das Motto ,Zukunft' und bringen wir die Älteren auf Touren. Dafür haben wir euch, die Junge Union. Seid laut und frech", forderte Füracker. JU for Future, sei ein Appell an alle. "Wenn ihr das macht, wenn wir das schaffen, dann sind wir gut", so der Minister. (wro)

Ein Zeichen der Geschlossenheit: Christian Doleschal (links) und Staatsminister Albert Füracker ermunterten die Delegierten an den Zielen festzuhalten.
Der Oberpfalztag der JU stieß auf großes Interesse.
Das Aufeinandertreffen von MdL Tobias Reiß (links) und Staatsminister Albert Füracker war herzlich. Man kennt sich seit langem.
Christian Doleschal bekannte: "Ich möchte euer aller Sprachrohr sein."
Albert Füracker stieß etwas verspätet hinzu. Umso herzlicher aber war der Empfang.
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