24.01.2021 - 14:26 Uhr
BrandOberpfalz

Die Freuden und Leiden des Winters in Brand

Ehrenamtliches Engagement sorgt für gut gespurte Loipen in Brand. Das Bauhofteam ist perfekt eingestellt. Die Fahrer liegengebliebener Laster werden versorgt.

Nicht weniger als sechs Stunden mussten sich letzte Woche die Fahrer von sieben Lastwagen gedulden, bis es weiterging. Vroni Söllner dachte nicht lange nach, packte einen Korb zusammen, kochte Kaffee und versorgte die Fahrer damit.
von Bertram NoldProfil

Das Fichtelgebirge wird in diesem Pandemie-Winter zum Ziel vieler Wanderer und Ski-Langläufer. Erst am Samstag wurden in einer Rundfunk-Reportage die Vorzüge des Fichtelgebirges hoch gelobt. Die Region bietet vieles, das es anderswo nicht gibt. Auch die Gemeinde Brand hat sich gut auf diesen außergewöhnlichen Winter eingestellt und das in vielerlei Hinsicht. Wenn andere längst vor dem Fernseher die Beine hochgelegt haben, werfen Christof Schindler und Manfred Kraus den Motor der Schneekatze an und fahren rund um Brand über Wiesen und Felder, um Loipen für die Ski-Langläufer zu präparieren. Noch lange nach Einbruch der Dunkelheit hört man den Motor draußen auf den verschneiten Fluren brummen. Ein kräftiger Scheinwerfer auf dem Führerhaus ist da in der Dunkelheit sehr hilfreich. Bis Hermannsreuth reichen heuer die Loipen und das für eine Sportart, die für die schwierige Zeit des Abstandhaltens geradezu geschaffen ist, zumal auch das Immunsystem von der Bewegung in freier Natur kräftig profitiert. Ehrenamtliches Engagement wie das der beiden Fahrer ist in einer solchen Zeit unbezahlbar. Zweiter Bürgermeister Christian Drehobel dankte in der Gemeinderatssitzung herzlich dafür.

Aber auch das Bauhofteam hat den Winter gut im Griff. Schon früh am Morgen sind die Fahrzeuge unterwegs, um die Gehsteige abzufräsen und den Schnee dorthin zu befördern, wo er niemanden behindert. Gut geräumte Straßen und Parkplätze gibt es auch um den Kindergarten. Dafür sprach Kindergartenleiterin Michaela Schmidt in der Gemeinderatssitzung dem Bauhofteam ein dickes Lob aus. Und selbst wenn es in Brand einmal ganz schlimm wird und sich am Berg hinauf nach Neubrand eine längere Lkw-Schlange bildet, weil es aufgrund der Glätte kein Weiterkommen gibt, wird Hilfe angeboten. Sechs Stunden lang mussten sieben Lkws in der vergangenen Woche dort stehen und geduldig auf Hilfe warten. Da überlegte Veronika Söllner nicht lange, packte einen Korb zusammen, kochte Kaffee und ging damit in Begleitung ihres kleinen Florian von Fahrer zu Fahrer, um ihnen das Warten wenigstens ein bisschen zu erleichtern.

Leider gibt es auch eine unschöne Nebenerscheinung, die auch in der jüngsten Sitzung angesprochen wurde. Die „schwarzen und braunen Kugeln“ auf den sauber geräumten Wanderwegen sind ein Ärgernis. Trotz der überall vorhandenen Hundetoiletten mit den braunen Plastikbeuteln landet der Hundekot auf den Gehwegen und das oft nur wenige Meter von der Box entfernt. Der Hinweis von Gemeinderäten, dass das auch einmal in die Nageler Dorfzeitung gehört, darf so interpretiert werden, dass auch Auswärtige mit ihren Hunden die Brander Flurbereinigungswege gerne benutzen und gebeten werden sollen, sich an die Ordnung zu halten. Vor allem die freilaufenden Hunde seien ein Problem, hieß es. Erst kürzlich hat Bürgermeister Bernhard Schindler zwei weitere Hundetoiletten angeschafft. Die Möglichkeiten der Entsorgung des Hundekots sind gegeben und wer sich an die Regeln hält, ist in Brand – auch mit Hund - herzlich willkommen.

Gewisse Not mit Hundekot

Bis in die Abendstunden hinein ist Christof Schindler (Foto), meist unterstützt von Manfred Kraus, mit der Schneeraupe unterwegs, um saubere Loipen für die Skilangläufer zu präparieren. 20 Kilometer legen die beiden Fahrer mehrmals in der Woche zurück, um so ein Paradies für Langläufer zu schaffen. Felix lässt sich das Schauspiel nicht entgehen und begleitet den Papa als Co-Pilot auf dem Beifahrersitz. Das Interesse ist groß; während des Fototermins riefen nicht weniger als drei Leute an, um sich zu erkundigen, wann sie in die Loipe einsteigen können.
Das Problem Hundekot wurde bei der letzten Gemeinderatssitzung angesprochen. Hundekot auf Loipen und Wegen ist ein Ärgernis. Die Gemeinde hat viele Hundetoiletten aufgestellt, doch den Service, der die Gemeinde auch viel Geld kostet, nehmen nicht alle an.

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