14.11.2019 - 14:42 Uhr
BrandOberpfalz

Grundstück für Waldkindergarten in Brand

"Die Goldbachtaler Wurzelzwerge" finden in der Nähe des Brander Sportheims ein geeignetes Grundstück für einen Waldkindergarten. Die Initiatoren versprechen keine Konkurrenz für das Kinderhaus Don Bosco.

Die Idee für einen Waldkindergarten ist nicht neu, aber nach wie vor ungewöhnlich. In Brand könnte der Pädagogik in der freien Natur möglicherweise bald nichts mehr entgegenstehen. Auf einem Grundstück der Forst Ebnath AG in der Nähe des Sportheims könnte das Vorhaben relativ rasch realisiert werden.
von Bertram NoldProfil

Im Zuge der Weichenstellung für einen Waldkindergarten wurde Ende August 2019 ein Verein gegründet: "Die Goldbachtaler Wurzelzwerge". Nach langer Suche Suche nach einem passenden Waldgrundstück ist man in der Nähe des Sportheims in Brand fündig geworden. Dort wird der Parkplatz am Sportheim gebraucht. Das Anliegen lag dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung vor. Bürgermeister Ludwig König (CSU) skizzierte den Sachverhalt.

Positive Grundeinstellung

Eigentümer dieses Waldgrundstücks ist die Forst Ebnath AG, vertreten durch Norbert Wagner. Nach Gesprächen mit ihm erhielten die Initiatoren die Zustimmung, das Areal unter bestimmten Voraussetzungen zu benutzen. Eine Voraussetzung ist die Zustimmung der Gemeinde für die Nutzung des Parkplatzes am Sportheim. Der Sitzungsvorlage war ein Schreiben des Vereins beigefügt, aus dem hervorging, dass außer der Betriebskostenförderung des Staates keine zusätzlichen Kosten für die Kommune anfallen.

Zudem war zu entnehmen, dass der Waldkindergarten keine Konkurrenz für das Kinderhaus Don Bosco darstellt. Im Oktober war im Sportheim Brand zu einem Runden Tisch geladen worden. Durch diese Versammlung konnten erste Fragen beider Seiten geklärt werden. Ende August 2019 haben zwölf Eltern und Unterstützer den Verein zur Eröffnung eines Waldkindergartens in der Region gegründet.

Die Eintragung des Vereins sowie alle behördlichen Verfahren waren innerhalb von nur sechs Wochen abgeschlossen. Ein Waldstück in Hermannsreuth diente zunächst als Grundlage. Es gab erste Spenden in Form eines Bauwagens, eines Bollerwagens, eines echten Tipis und anderer nützlicher Dinge. Kurzfristig konnte der Verein aber keine Genehmigung für die Zufahrt zum Gelände in Hermannsreuth erhalten. Aus diesem Grund hat der Verein drei alternative Grundstücke in Brand, Ebnath und Neusorg besichtigt. Alle drei Waldgrundstücke sind im Besitz der Forst Ebnath AG. Das Grundstück in Brand kam nach intensiven Gesprächen mit den Zuständigen als einziges infrage.

Bei einem Treffen vor Ort mit Norbert Wagner fand das Projekt seine Zustimmung. Als Schutzunterkunft stellt der Sportverein Brand seine Halle im Vereinsheim zur Verfügung. Diese kann bei extremen Wetterlagen genutzt werden. Der Verein erhält als Träger eines Waldkindergartens die selben Förderungen des Staates wie ein Hauskindergarten.

Nach Tarifvertrag

Zwei Erzieherinnen werden in Anlehnung an den Tariflohn bezahlt. Durch Mitgliedsbeiträge, Betreuungsbeiträge und Spenden werden alle weiteren Kosten gedeckt. Für die Buchhaltung wurde eine qualifizierte Hilfe des Landesverbandes für Waldkindergärten gewonnen. Der Verein verursacht keine Kosten für die Gemeinde. Er arbeitet als selbstständiges und eigenständiges Unternehmen. Dass der Waldkindergarten für den Hauskindergarten in Brand keine Konkurrenz ist, wird in dem Schreiben ausführlich begründet: Der Waldkindergarten ist mit 150 Euro pro Kind und Monat kostenintensiver.

Die Betreuungszeiten von 8 Uhr bis 13.15 Uhr sind weniger flexibel und der Verein als Träger erfordert zwingend ehrenamtliche Tätigkeiten der Eltern. Aus diesen Gründen werden nur Eltern angesprochen, die die Waldpädagogik für ihr Kind unbedingt wünschen. Durch die zentrale Lage eines Waldkindergartens in Brand wird auch Eltern aus anderen Gemeinden und Städten die Möglichkeit einer Anmeldung angeboten.

Kooperation möglich

Eine Anfahrt bis etwa 20 Kilometer sei nach bisheriger Erfahrung kein Hindernis für Eltern, ihr Kind in einem Waldkindergarten anzumelden. Einer Kooperation mit dem ortsansässigen Kindergarten stehe der Verein positiv gegenüber. Des Weiteren bietet der Verein der Gemeinde eine in seinem Rahmen mögliche Ferienbetreuung für Schulkinder von der ersten bis zur vierten Klasse an. Es wird darum gebeten, den Parkplatz am Sportheim zur Verfügung zu stellen. Eine Bedarfsanerkennung durch die Gemeinde sei nicht erforderlich, da gemeindeübergreifend Kinder aufgenommen werden. Die Vorgaben für eine Betriebserlaubnis liege dem Jugendamt Tirschenreuth vollständig vor. Lediglich die Adresse des Waldgrundstückes müsse noch nachgereicht werden. Eine Debatte um die Nutzung des Parkplatzes wurde nicht angestoßen.

Keine Konkurrenz?

Die Zustimmung der Forst Ebnath AG liege bereits vor. Nach dem einstimmigen Beschluss des Gemeinderats können nun auch die restlichen Formalitäten mit dem Jugendamt erledigt werden. Christian Drehobel (CSU) liegt am Herzen, dass der Brander Kindergarten gut ausgelastet ist. Kinderhausleiterin Michaela Schmidt sieht in dem Waldkindergarten keine Konkurrenz, sondern vielmehr eine Chance. Vereinsvorstand Bernhard Reindl, schätzt, dass das die Vorbereitungen zu dem Projekt am 1. Dezember starten werden. Finanziell wird das Ganze so gehandhabt wie bei Hauskindergärten auch. Die Gemeinde bezahlt Gastschulbeiträge für die Kinder, die den Waldkindergarten besuchen.

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