17.10.2019 - 12:39 Uhr
BrandOberpfalz

Kloster, Kirche, "Wurzeltiere"

Die Nachbarschaftshilfe Brand lud ein zur Fahrt nach Speinshart und zur Besichtigung des Wurzelmuseums. Großes Interesse.

Barbara Müller empfing die Gruppe in Speinshart und führte sie durchs Klosterdorf.
von Bertram NoldProfil

Die Nachbarschaftshilfe Brand lud zu einer Fahrt ins Klosterdorf Speinshart und zum Besuch des Wurzelmuseums in Tremmersdorf ein. In Speinshart wurden die Gäste von Barbara Müller empfangen. Sie führte durch Klosterdorf und Klosterkirche. Die Baugeschichte der Speinsharter Klosterkirche steht in enger Verbindung mit der Gründung des Klosters im Jahre 1145. Im 12. Jahrhundert entstand eine dreischiffige Basilika als Vorgängerbau der heutigen Klosterkirche. Im Zuge der Barockisierung der gesamten Klosteranlage durch die Baumeisterfamilie Dientzenhofer wurde die Klosterkirche von Wolfgang Dientzenhofer zwischen 1691 und 1695 neu errichtet. Den Innenraum der Klosterkirche haben die Brüder Carlo-Domenico und Bartzholomeo Lucchese aus dem Tessin gestaltet. Zwischen 1694 und 1699 schufen sie die Stuckaturen und Fresken an den Wand- und Deckenflächen in der gesamten Klosterkirche. Die Seitenaltäre im Langhaus haben regionale Künstler nach 1714 geschaffen. Der Kreuzweg und die Reliquienschreine kamen erst in der Mitte des 18. Jahrhundert hinzu. Zurzeit leben und arbeiten fünf Patres im Konvent. Das Klosterdorf Speinshart gilt als eines der schönsten Dörfer Süddeutschlands. Es entwickelte sich aus den Ökonomiegebäuden der Abtei, die nach der Säkularisierung 1803 versteigert wurden. Seither befinden sich die Wohnhäuser in privatem Besitz und werden von Familien bewohnt. Der überwiegende Teil der Gebäude entstand nach einem verheerenden Brand in der Mitte des 18. Jahrhunderts, als hier Handwerker und Angestellte des Klosters lebten. Heute prägen liebevoll gepflegte Gärten und Blumenanlagen das Klosterdorf. Die Wieskapelle wurde zwischen 1747 und 1752 als Totenkapelle errichtet und nach der Säkularisation zur landwirtschaftlichen Nutzung zweckentfremdet. Seit der Restaurierung steht der Raum für kulturelle Veranstaltungen, Konzerte, Ausstellung und Lesungen zur Verfügung. Im Wurzelmuseum führte Bernd Donhauser die Gruppe. In vier wunderschön gestalteten Ausstellungsräumen sind rund 850 naturbelassene Baumwurzeln zu besichtigen. Jedes dieser natürlich gewachsenen Exponate ist in seiner Art einmalig. Alle Wurzeln stammen aus der Region und wurden mit den eigenen Händen ausgegraben. Die „Wurzeltiere“, die im Wasser, zu Lande und in der Luft leben, bilden eine einzigartige Sammlung, die Besucher in dem Museum erleben dürfen. Man begegnet Enten, Reihern, Adlern, Seehunden, Bären, Rehen, Stieren, Elefanten und sogar dem gestiefelten Kater. Keine der Wurzeln wurde nachträglich bearbeitet oder geschnitzt. Mit einer Einkehr in der Gaststätte Waldeslust in Süßenweiher endete der Nachmittag. Ludwig König bedankte sich bei den Teilnehmern und bei der Seniorenbeauftragten Waltraud Sticht für die Vorbereitung und Durchführung. Ebenso galt ein Dank dem Busfahrer Rene Leyritz.

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