20.05.2019 - 14:57 Uhr
BrandOberpfalz

Neuer Friedhofsvorplatz im Gemeinderat

Der Platz um das Leichenhaus soll neu gestaltet werden. Landschaftsarchitekt Albrecht Strohn stellt Entwurf und Kostenrechnung im Gemeinderat vor.

So soll der Platz vor und um das Leichenhaus nach den Vorstellungen des Landschaftsarchitekten künftig aussehen.
von Bertram NoldProfil

Der Friedhofsvorplatz soll umgestaltet werden. Dazu hat der Gemeinderat im August beschlossen, einen Landschaftsplaner damit zu beauftragen. Albrecht Strohn hat den Auftrag bekommen und in der letzten Sitzung war er anwesend und erläuterte seinen Entwurf einschließlich Kostenrechnung. Er lobte den schönen Rahmen und den alten Baumbestand. Der Platz vor dem Leichenhaus sei aber ein amorphes Gebilde, ein nicht sehr hochwertiges, in die Jahre gekommenes Betonpflaster. Es soll eine neue Gliederung in einen Vorbereich und einen Hauptbereich erfahren. Der Bereich um das Leichenhaus wird sich abgrenzen von der Fläche Richtung Gräber. Die Aufstellfläche wird nicht verkleinert, sie wird befestigt wie bisher. Nach Strohns Vorstellungen werden die Freiflächen teilweise mit hochwertigen Betonwerksteinen in verschiedenen Farbnuancen hergestellt. Dazu soll das bestehende Pflaster ausgebaut werden. 35 Zentimeter seien dafür nötig. Die Fläche von 250 Quadratmetern wird dann wieder mit diesen neuen Steinen belegt. Weiter sollen die Großpflasterflächen zum Gebäude optisch mit Kleinpflaster abgegrenzt werden. Ferner soll eine Rampe zum Eingang der Leichenhalle entstehen. Die bestehende Wasserstelle wird neu gestaltet und der Zufahrts- beziehungsweise Zugangsbereich zum Containerstellplatz soll neu angelegt beziehungsweise positioniert werden. Hinter einer neuen Hecke wird der Platz nicht mehr einsehbar sein, die Zufahrt des Entsorgerfahrzeugs geschieht von der Westseite aus, wofür die Hecke geöffnet und Zufahrt geschaffen werden muss. Bäume werden den Bereich auflockern und neue Sitzgelegenheiten werden aufgestellt. Zweiter Bürgermeister Christian Drehobel (CSU) lobte den Entwurf als „gut gelungen“, auch wenn wegen der neuen Zufahrt zum Containerplatz zwei Parkplätz wegfallen. Einen Baum an der Ecke des Leichenhauses hätte Bernhard Schindler (CSU) gerne an anderer Stelle, weil er eventuell bei der Zufahrt mit einem Baufahrzeug im Wege steht. Das wird noch vor Ort geklärt bei einer „Probefahrt“. Über den Preis erschrocken zeigte sich Florian Söllner (CSU). 81000 Euro plus 12000 Euro Nebenkosten erschienen ihm einfach zu hoch. Er sei von einem Vollausbau ausgegangen, meinte Strohn dazu, den werde man aber wahrscheinlich brauchen. Er warnte davor, zu Lasten der Qualität die Kosten herunterzurechnen. In dem Betrag sind auch reine Baukosten in Höhe von 3000 Euro für eine Sickergrube für die Leichenhausentwässerung enthalten und 6000 Euro für die Schaffung des neuen Containerplatzes. „Auf Wasserablauf achten!“ warnte Wolfgang Doleschal. Bei Starkregen könnte das Wasser ins Leichenhaus schießen, zumal nun eine Rampe vorhanden ist. Das werde man mit einer Wasserrinne in Griff bekommen, erklärte der Landschaftsarchitekt dazu.

Wer bezahlt das? Dass das Ehrenmal daneben in gemeindlicher Hand ist, erspart den Friedhofsbenutzern viel Geld und nimmt ihnen 70 Prozent ab. Nur 30 Prozent fließen in die Berechnung der Grabgebühren ein. Einstimmiger Beschluss!

Kommentar:

Vielleicht ohne neue Versiegelung

Ist es nicht befremdend, dass die Debatte um den Friedhofsvorplatz im Gemeinderat ohne einen Hinweis auf eine mögliche Auflösung der Versiegelung verläuft? Wer bei dem Vortrag zum Artenschutz war, müsste wissen, worum es geht, und er müsste sich an einige Aussagen des Referenten erinnern. Wenn die Natur gerettet werden soll, braucht es eine neue Sichtweise. „Wir müssen uns an eine geordnete Unordnung gewöhnen“ hatte Dr. Schäffer den ehemaligen Landtagspräsidenten Alois Glück zitiert. Der Begriff „Flächenfraß“ ist in aller Munde und drückt aus, dass täglich riesige Flächen geschaffen werden, auf denen Wasser nicht mehr versickern kann, sondern einfach über Rohrsysteme in die Kanalisation geleitet wird. In Bayern sind dies nach Auskunft des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz täglich 11,7 Hektar. Müsste man da nicht jede Möglichkeit nutzen, Flächen durchlässiger zu gestalten, wenn man denn schon einmal viel Geld in die Hand genommen und sie entsiegelt, wie es hier geplant ist? Ob die Wiederversiegelung und die Ableitung des Wassers in die kommunale Kläranlage da die richtige Lösung ist? „Alle müssen an einem Strang ziehen“, lautete die Forderung der Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei ihrem Besuch in Brand: Staat, Gemeinden, Verbraucher und auch Kirchen! Sie bezog ihre Aussage auf eine neue Sichtweise auf die Landwirtschaft. Beim Umweltschutz ist es sicher nicht anders. Um zu erkennen, dass der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser überlebenswichtig ist, braucht es keine künstliche Intelligenz, die natürliche reicht da völlig aus. Der letzte Sommer lieferte einen warnenden Vorgeschmack

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