Brand (VG Neusorg)
27.08.2019 - 14:20 Uhr

Oldtimer-Freunde ehren ihren "Papst"

Die Rallye-Ikone Hans Schwägerl verstarb vor zwei Jahren. Helmut Burner aus Nagel organsisiert nun eine Gedächtnisfahrt in Erinnerung an den leidenschaftlichen Motorsportler.

Immer wieder treffen sich Oldtimer-Freunde bei Helmut Burner; derzeit auch, um die Autos für die Ausfahrt fit zu machen wie Manfred Köstler mit seinem blitzblank geputzten gelben Opel Ascona A oder Roland Herold mit seinem stolzen weißen Triumph 4. Links Fahrtleiter Helmut Burner mit seinem roten NSU Prinz. Bild: ld
Immer wieder treffen sich Oldtimer-Freunde bei Helmut Burner; derzeit auch, um die Autos für die Ausfahrt fit zu machen wie Manfred Köstler mit seinem blitzblank geputzten gelben Opel Ascona A oder Roland Herold mit seinem stolzen weißen Triumph 4. Links Fahrtleiter Helmut Burner mit seinem roten NSU Prinz.

Die "Oldtimer-Clinic" am Ortsende von Mühlbühl ist nicht zu übersehen. Helmut Burner kümmert sich dort um wertvolle Liebhaberstücke. Sein beklebter roter NSU-Prinz fällt ebenso auf wie ein alter Camaro, der wegen eines Problems hier parkt, oder ein alter Porsche aus den 50er Jahren. Betritt man den Laden, stößt man an der mit Presseberichten von Rennen beklebten Tür unweigerlich auf den Namen Hans Schwägerl.

Detaillierte Fragen nach der Person werden selten gestellt. Man kennt Hans Schwägerl aus Marktredwitz als Ikone des Rallye-Sports. In der Folge fällt meist auch der Name Ludwig Kleemeier - Schwägerls rechte Hand. Ein Duo, das viele Jahre das Sportgeschehen um den Rallye-Sport in der Region und darüber hinaus gemeinsam bestimmte.

Hans Schwägerl gehörte zu den Gründervätern des "Deutschen Motor Sport Bundes", kurz DMSB. Nach seiner Zeit als aktiver Rennfahrer engagierte sich der ehemalige Weinhändler und Hotelier als Funktionär ab 1960 auf nationaler und internationaler Ebene - und das in verantwortungsvoller Position.

Stets an der Spitze

Einige Jahrzehnte war er Chef-Organisator und Fahrtleiter der legendären Olympia-Rallye als ADAC-Wagenreferent sowie als Mitglied in der ONS-Sportkommission und in der FIA-Rallyekommission aktiv. Viele nannten Hans Schwägerl, der auch über 40 Jahre Vorsitzender des MSC und 1951 Mitgründer des MSC war, respektvoll und anerkennend den "Rallye-Papst", und das hat seinen Grund. Schwägerl war 25 Mal Fahrtleiter der Winterrallye Marktredwitz und Projektmanager für die Fahrtleiter-Ausbildung im Rallye-Sport.

Sein Meisterstück machte Schwägerl als Chef-Organisator und Fahrtleiter der legendären Olympia Rallye 1972, dem größten ONS/ADAC/AvD-Gemeinschaftsprojekt aller Zeiten: 7 Bundesländer, 17 Regierungsbezirke, 87 Landkreise und 900 Ortschaften wurden berührt, 45 000 Kilometer zur Streckenplanung abgefahren, dazu 5000 Helfer rekrutiert.

407 Nennungen gingen ein, 347 davon wurden akzeptiert. Fast eine Million Zuschauer säumten die Rallyestrecke zwischen Kiel und München, heißt es laut eines Berichts im Internet. Dort auch wird seine zusammenfassende Äußerung zitiert: "Eine Veranstaltung dieser Dimension hatte es bis dahin in Deutschland nie gegeben - und wird's auch nie mehr geben."

Rallye am 7. September

Am 13. Januar 2017 verstarb Hans Schwägerl im Alter von 91 Jahren. Helmut Burner ist ihm bis zuletzt treu geblieben und eine Postkarte, die er in seiner Sammlung verwahrt, zeugt von einer guten und festen Freundschaft. Zu Schwägerls Ehren organisiert der Oldtimer-Clinic-Chef nun die "1. Hans-Schwägerl-Gedächtnisfahrt - Eine Oldtimer-Ausfahrt auf den Spuren des Rallye-Papstes".

Am 7. September um 10.30 Uhr ist Start in der Fußgängerzone in Marktredwitz. Zugelassen sind Autos bis Baujahr 1989. Rund 160 Kilometer Strecke mit Roadbook und besetzten und unbesetzten Kontrollen ist zurückzulegen. Unterwegs sind also auf einer vorgedruckten Karte Buchstaben einzutragen, die an bestimmten Stellen abzulesen sind.

An den Kontrollpunkten sind Aufgaben zu lösen. Die Strecke führt über Lorenzreuth, Seußen, Arzberg, Münchenreuth, Mammersreuth, Neualbenreuth, Altmugl, Mähring, Wondreb, Egerer Waldhaus, Mitterteich, Wiesau, Poppenreuth, Waldershof, Schurbach, Ebnath, Neusorg, Pullenreuth, Hohenhard zum Ziel Friedenfels. Hier findet auch die Auswertung statt.

 
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