Der Parkplatz bei Selingau wurde in der jüngsten Bauausschusssitzung wieder einmal angesprochen. Unter „Verschiedenes“ berichtete Bürgermeister Bernhard Schindler davon, dass die Säuberung des Grundstücks unterhalb des Parkplatzes demnächst erfolgen wird. Um das Thema rankt sich eine traurige Geschichte. Mit einem Zaun muss die Natur nun vor Menschen geschützt werden, zumindest vor den unvernünftigen, unverantwortlichen und skrupellosen Zeitgenossen.
Vor längerer Zeit machte sich Oliver Ulbrich auf den Weg vom Grundstück des Fichtelgebirgsvereins, um das sich der Naturschutz kümmert, ins Gregnitztal. Den Bach entlang erreichte er auch die Stelle, wo ein paar Meter höher der Parkplatz an der Straße zwischen Fuhrmannsreuth und Ebnath liegt. Dort musste er feststellen, dass unterhalb des Parkplatzes eine Menge Abfall liegt. Dabei entdeckte er auch eine eher seltene Blume, den „Schuppenwurz“, die er auch mit seinem Handy ablichtete. Den Abfall hat Oliver Ulbrich nach Spuren auf die Täter durchsucht. Nichts gefunden, doch er hat Anzeige bei der Polizei erstattet.
Im März dieses Jahres war er wieder dort, um nach dem „Schuppenwurz“ zu schauen. Wieder stieß er auf Abfall und begann schon einmal, die Reifen zu zählen: „Bei 80 habe ich aufgehört!“ Es seien wohl über 100 gewesen. Es gab auch noch drei Staubsauger, ein Türschloss und Griffe, ein Eisenregal und vieles mehr. Wieder habe er bei der Polizei Anzeige erstattet und dieses Mal auch den Grundstückseigentümer, Alfons Brucker, informiert. Die Entsorgung der Reifen hätte 600 Euro gekostet, doch Alfons Brucker habe sich bereiterklärt, die Entsorgung zu übernehmen. Dann kam die Pandemie und vieles war nicht mehr möglich, eben auch das nicht.
Nachdem die Schließung des Parkplatzes durch das Straßenbauamt im vorigen Jahr im Raum stand und offenbar noch einmal abgewendet werden konnte, packen die beiden Gemeinden die Säuberung nun gemeinsam an. Die beiden Feuerwehren und die beiden Bauhöfe erledigen das, erklärte Bernhard Schindler, doch dann müsse schnell das Straßenbauamt her, um einen Zaun zu ziehen. Und weil es durchaus Leute geben könnte, die ihren Dreck drüberwerfen, muss der Schutz hoch genug sein: 2,50 Meter. Wenn das geschehen ist, können sich Autofahrer, Radfahrer oder Wanderer hier niederlassen, sich beim romantischen Plätschern des Brunnens ihre Brotzeit schmecken lassen ohne das Gefühl haben zu müssen, vor einer wilden Mülldeponie zu sitzen, auch wenn der Zaun die Idylle des Plätzchens ganz sicher nicht aufwerten wird. Den Nutzen hat die Natur!

















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.