11.02.2019 - 11:15 Uhr
BrandOberpfalz

Vom sportlichen Gesangsverein

Von drei Vereinen, die das gesellige Leben in Brand bereichert haben, ist in der Ortschronik die Rede. An die Namen erinnert sich kaum jemand.

1937 entstand dieses Foto vom Bau der Kirche. Darauf ist auch der vom "Club Überall" aufgestellte Gedenkstein für die Gefallen zu sehen.
von Bertram NoldProfil

Ein Kapitel der Chronik von Brand ist den Vereinen gewidmet. Die Vorstände, die Anfang der 1980er Jahre im Amt waren, waren gebeten worden, die Geschichte der ihrer Vereine zusammenzufassen. Bei den Arbeiten zur Digitalisierung der Chronik der Gemeinde Brand fielen nun Namen auf, an die man sich heute kaum mehr erinnert.

In Fuhrmannsreuth bestand längere Zeit eine Blaskapelle. Diese hatte etwa 1887 Anton Eichhorn, der 1886 das Wirtshaus erworben und zuvor bei der Regimentsmusik in Bayreuth gedient hatte, ins Leben gerufen. Der Beginn des Krieges 1914 war das endgültige Ende dieser Musikergemeinschaft.

Chronist Rudolf Nold schreibt an anderer Stelle: "Es ist bekannt, daß in Fuhrmannsreuth einmal ein 'Gesang- und Sportverein' bestanden hat. Bei der Darstellung der Vereinsgeschichte kann im Wesentlichen nur auf ein Protokollbuch, das sich in Händen von Maria Philipp geborene Bauer, einer Nichte des früheren Vorstandes Christof Bauer befindet, sowie auf ergänzende Aussagen noch lebender früherer Mitglieder zurückgegriffen werden." Gegründet wurde der Verein im April 1900. Protokolle wurden jedoch erst an 1926 - dem Jahr der "Wiedergründung" - geführt, so dass es keine Fakten zur Vereinstätigkeit gibt.

Das Protokollbuch enthält ein Mitgliederverzeichnis mit Name, Geburtstag, Beruf und Beitrittsdatum (ab 1926). Der Mitgliedsbeitrag betrug ab 1926 monatlich 20 Pfennig für Aktive. Der Beitrag zu den Kosten eines Sterbefalls belief sich nach einem Beschluss von 1932 auf eine D-Mark. Von gesanglicher Betätigung ist in dem Protokollbuch kaum die Rede. Nur einmal, am 14. Juni 1931, wurde beschlossen, einen Dirigenten zu bestellen. Dazu soll es jedoch laut Chronik mangels geeigneter Persönlichkeiten nie gekommen sein. Der Gesang soll im Verein kaum eine Rolle gespielt haben.

Das Hauptgewicht lag auf dem Fußballspiel. Am 12. November 1927 wurde beschlossen, einen Sportplatz anzulegen. Dieser kam dann unter Eigenleistungen auch zustande. Für die Sportkleidung hatten die Mitglieder selbst aufzukommen. Fußbälle wurden aus Vereinsmitteln angeschafft. Im Beschluss vom 26. August 1928 ist von einem Pokalspiel mit Mannschaften aus Fichtelberg und Ebnath die Rede. Sonst spielte man auch gegen andere Vereine wie Brand, Neusorg, Nagel, Ebnath, Immenreuth und Riglasreuth.

Mehrfach spielten die Mitglieder auch Theater, und zwar in dem Saal des Gasthauses, um die Vereinskasse aufzubessern. Im Februar 1930 etwa konnten 98,30 Reichsmark eingenommen werden, bei Ausgaben in Höhe von 56,25 Reichsmark. Auch andere Vergnügungen wie Faschingsunterhaltung, Christbaumverlosung, Bunte Abende, Ausflüge standen an.

Der letzte Protokolleintrag datiert vom 29. Januar 1933. Es wurde jedoch weiterhin Fußball gespielt, bis die Vereinstätigkeit gegen Mitte der 1930er Jahre stillschweigend zum Erliegen kam.

Auch von einem "Club Überall" ist die Rede. Ältere Brander erinnern sich daran, dass - nach den Aufgaben gefragt -, stets geantwortet wurde: "Wou wos lous is, sen mia dort!" Der Verein kümmerte sich auch um das Aufstellen von Gefallenen-Denkmälern, das damals ortsweise geschah.

In der Chronik heißt es: "In Brand nahm sie eine vorübergehend bestehende Burschenvereinigung, die sich 'Club Überall' nannte, in die Hand und ließ 1922 an der Straße bei der Kirche einen wenig geschmackvollen Stein mit den Namen der Brander, Bernloher, Ölbühler und Grünberger Gefallenen aufstellen."

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