08.02.2019 - 12:21 Uhr
BrandOberpfalz

Steiniger Weg zur digitalen Chronik

Immer neue Probleme sind bei der Digitalisierung der Chronik der Gemeinde Brand zu lösen. Die bis Weihnachten geplante Fertigstellung war nicht zu machen.

In diesem Buch hat der Chronist der Gemeinde Brand, Hans Schellein, mit Tinte und Feder die Geschichte von Brand aufgeschrieben.
von Bertram NoldProfil

Die Chronik der Gemeinde Brand, erstellt von Hans Schellein und ergänzt von Rudolf Nold, soll digitalisiert werden. Schon vor einigen Jahren hat Michael Noack die 800 Seiten des 1984 erschienen Buches in aufwendiger Arbeit eingescannt. Viele freiwillige Helfer besserten in den mittels Texterkennung eingegebenen Seiten Fehler aus. In der Gemeinderats-Sitzung im September berichtete Bertram Nold vom Stand der Arbeit. Er versprach nicht, sie bis Weihnachten fertig zu haben, aber sich darum zu bemühen. Die Fertigstellung bis Weihnachten sollte sich als Utopie herausstellen.

3243 Steuerzeichen

Technische Hürden verhinderten den Zeitpunkt des unveränderten Nachdrucks. Denn Änderungen, die auf den ersten Seiten gemacht werden, verändern auch alle folgenden Seiten. Also eine Zwischenlösung: das Buch wird auf sechs Teile aufgeteilt und am Ende wieder zusammengefügt; dabei ist genau darauf zu achten, dass die angefügten Teile immer auf einer neuen Seite beginnen und nicht im Bereich der vorherigen. Das hätte sonst wieder die Durchsicht aller weiteren Seiten zur Folge.

Das Problem schien lösbar und wurde so umgesetzt. Schließlich war diese Arbeit getan. Bei einem Gespräch in der Druckerei stellte sich anhand einiger Probeseiten jedoch heraus, dass das angedachte Format keinesfalls machbar ist. Umformatieren war nötig und das brachte erneute Probleme mit sich. Konnten die angezeigten 3243 Steuerzeichen relativ schnell beseitigt werden, stellte sich das bei den zu entfernenden Trennstrichen wesentlich schwieriger dar. Auf 240 Seiten ergaben sich immerhin rund 1400 Stück.

Folien verschwunden

Sie per "Suchen und Ersetzen" zu beseitigen bedeutete, viele Fehler zu machen. Doch erschien dieser Weg als praktikabel, da so zusammengezogene Wörter als Fehler angezeigt wurden, denn in der Wortmitte erschienen nun Großbuchstaben. So wurde etwa aus "Brand-Ebnath" das fehlerhafte Wort "BrandEbnath". Es werden viele nicht-gefundene Trennungsstriche bleiben, davon ist auszugehen. Die Folien, die die damalige Druckerei 1984 der Gemeinde übergeben hat, sind nicht mehr auffindbar und viele Fotos sind im Original nicht mehr vorhanden. Das bedeutete, dass sie aus der Chronik gescannt werden müssen; ob das qualitativ reicht, muss sich noch zeigen.

Buch mit CD geplant

Es stehen zwei weitere arbeitsreiche Schritte an: Die Chronik enthält zahlreiche Querverweise auf andere Seiten, die nicht mehr stimmen. Eine Anpassung ist erst dann möglich, wenn das gesamte Werk fertig ist und die Seitenzahlen endgültig feststehen. Auch die Anpassung der vielen Tabellen auf eine andere Spaltenbreite erfordert großen Zeitaufwand. Schließlich ist noch das Inhaltsverzeichnis mit den neuen Seitenzahlen zu erstellen. Doch die Endphase ist erreicht, wenn auch der genaue Zeitpunkt der Fertigstellung weiter offen ist. Als Buch mit eingelegter CD soll es die Chronik dann geben. Die digitalisierte Fassung kann dann leicht zum Aufteilen für interessierte Mitarbeiter, die sich bestimmten Bereichen widmen, verwendet werden. Bis zu einer ergänzten Neuauflage dürfte es dann aber wieder einige Jahre dauern.

Immer wieder muss bei der Digitalisierung auf die Originale von Hans Schellein und Rudolf Nold zurückgegriffen werden, wenn sich Unklarheiten ergeben, die durch das Einlesen per Texterkennung entstanden sind.
Seite für Seite wird das 800 Seiten umfassende Werk angeschaut, um alle erforderlichen Maßnahmen für den Druck zu treffen.
Nach dem Tod von Hans Schellein 1963 ergänzte Rudolf Nold die Chronik, die 1984 als 800seitiges Werk erschien. Rudolf Nold war lange Gemeindeschreiber und hat den in seinem Haus zur Miete wohnenden Chronisten schon zu Lebzeiten mit Fakten für die Chronik versorgt.
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