Brand (VG Neusorg)
17.01.2019 - 12:51 Uhr

Vorplanung für Lohweg beginnt

Der Gemeinderat will Anlieger beim Ausbau des Lohweges möglichst wenig belasten. Nun lautet die Frage: Wird daraus eine Einbahnstraße?

Als „schlechteste Straße in der Gemeinde“ bezeichnet zweiter Bürgermeister Christian Drehobel den Lohweg in der Gemeinderatssitzung. Dass die Straße dringend saniert werden muss, steht außer Zweifel. Bild: ld
Als „schlechteste Straße in der Gemeinde“ bezeichnet zweiter Bürgermeister Christian Drehobel den Lohweg in der Gemeinderatssitzung. Dass die Straße dringend saniert werden muss, steht außer Zweifel.

Das Thema "Lohweg" bleibt schwierig. Nach einem Ortstermin des Bau- und Umweltausschusses im Juli vergangenen Jahres stand es nun auf der vom zweiten Bürgermeister Christian Drehobel (CSU) geleiteten Sitzung des Gemeinderates. Grundstücke reichen zum Teil bis in die jetzige Straße hinein. "Es ist die schlechteste Straße der Gemeinde", stellte Drehobel fest.

Der spannendste Punkt für die Anlieger: Die beitragsrechtliche Angelegenheit, ist völlig offen, auch wegen der nicht klar geregelten Situation nach der Abschaffung der Straßenausbau-Satzung. Und auch Fragen zu Altbestand, Neubebauung, Ausbau oder Erschließung kann noch niemand beantworten. Der Gemeinderat möchte die Anlieger möglichst wenig belasten. Die Suche nach Zuschussmöglichkeiten und Wegen der Entlastung hat oberste Priorität. Diesem Anliegen entspricht auch die Vorgabe für das Planungsbüro. Es gilt, die Vorplanung so zu gestalten, dass nur auf gemeindeeigenem Grund gebaut wird. Mit der Erstellung der Leistungsphasen 1 (Grundlagenermittlung) und 2 (Vorplanung) für den Ausbau hatte der Gemeinderat das Ingenieurbüro Götz aus Pullenreuth beauftragt. Harald Götz präsentierte das Ergebnis der Planung in der Sitzung.

Die nutzbare Breite liegt zwischen 2,8 und 5,1 Meter. Die jetzige Straße verlauft zum Teil auf Privatflächen, manche Grenzpunkte liegen in der Mitte der stark beschädigten Fahrbahn. Der Lohweg ist 346 Meter lang, der Aufbau benötigt 65 Zentimeter Tiefe. Das Wasser läuft zum Teil auf private Flächen, die Straße ist an manchen Stellen eingegrenzt mit Zäunen, Gabionen oder Mauern.

Baue man nur auf Gemeindegrund, würden sich einige Engstellen ergeben, die engste mit 2,39 Meter. Das bedeute, dass der Lohweg eine Einbahnstraße werden würde, meinte Götz. Ebenso schwierig sei es, das Abwasser in den Griff zu bekommen. Im vorderen, westlichen Bereich laufe es in einen Mischwasser-Kanal, der bereits überfordert sei. Für den Rest des Lohweges müsste das Abwasser nach Osten abgeleitet werden. Für diese Maßnahme könne ein bestehender Graben genutzt werden. Mithilfe von Leitungsüberquerungen könne man Geld sparen.

An der Nageler Straße wäre dann ein Regenrückhalteteich mit etwa 77 Quadratmetern Fläche und 1,25 Meter Tiefe nötig. Über zum Teil vorhandene Leitungen und entlang der Drainage würde das Wasser schließlich nördlich von Fuhrmannsreuth in den Mordbach eingeleitet. Die Kosten belaufen sich auf 262 000 Euro. Eine "hohe Summe" seien für Harald Götz die 314 000 Euro für den Straßenausbau. Bedingt durch Preissteigerungen von bis zu 40 Prozent. Noch nicht in der Kostenschätzung enthalten sind die Baunebenkosten, etwa für eine Straßenbeleuchtung oder eine Breitbandverkabelung.

Florian Söllner (CSU) fragte nach der Notwendigkeit des Rückhalteteichs. Ohne ihn wäre eine direkte Einleitung nicht genehmigungsfähig, erklärte Harald Götz. Wolfgang Doleschal (CSU) bemerkte, dass für Anlieger eine Einbahnstraße nicht optimal sei. Er appellierte, eine Lösung zu finden, um die für einen Begegnungsverkehr notwendigen 4,5 Meter Breite annähernd zu erreichen. Die Ermittlung der Mehrkosten für diesen Fall nahm das Gremium in den Beschlussvorschlag auf. Der Bürgermeister ist gefordert, hinsichtlich des Regenrückhalteteiches sowie der Ableitung mit den Grundstückseigentümern zu sprechen. Die Bauverwaltung soll zu den beitragsrechtlichen Auswirkungen Stellung nehmen. Der Beschluss fiel einstimmig.

Schon die Einfahrt in den Lohweg von der Nageler Straße lässt deutliche Mängel erkennen. An der südlichen Seite könnte im Zuge des Ausbaus einmal ein Regenrückhalteteich entstehen. Bild: ld
Schon die Einfahrt in den Lohweg von der Nageler Straße lässt deutliche Mängel erkennen. An der südlichen Seite könnte im Zuge des Ausbaus einmal ein Regenrückhalteteich entstehen.
Chancen durch Stabilisierungshilfe:

Über die Stabilisierungshilfe könnten Zuschüsse für beschädigte Gemeindeverbindungsstraßen beantragt werden. Zweiter Bürgermeister Christian Drehobel schlug vor, den Kreuzweg, die Nageler Straße und den Weg nach Grünlas in den Antrag aufzunehmen. Der Kreuzweg ist im oberen Bereich sanierungsbedürftig, die Gehsteige sind wellig. An der Nageler Straßen stehen Reparaturarbeiten an, und der Weg nach Grünlas könnte befestigt werden. Genannt wurde auch der Weg zur Bauschuttdeponie. Bernhard Schindler (CSU) fragte, ob das Stück Lohweg entlang des Waldes nicht als Außenbereich gilt. Dann könnte für dieses Stück auch ein Zuschuss beantragt werden.

 
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