29.11.2019 - 16:17 Uhr
BrandOberpfalz

Zufriedene Brander

Sorgen und auch keine Kritik an der Arbeit von Bürgermeister und Gemeinderat: Aus der Bürgerversammlung in Brand wurde deshalb einer reiner Informationsabend.

Zweiter Bürgermeister Christian Drehobel (Mitte) stellte bei der Bürgerversammlung die neuen Bauhofmitarbeiter Alexander Hecht (links) und Sebastian Söllner vor.
von Bertram NoldProfil

Seit geraumer Zeit steht die Arbeit im Zeichen der Städtebauförderung. Die Gemeinde habe die einmalige Chance, für die Beseitigung von städtebaulichen Missständen im kommunalen aber auch im privaten Bereich, hohe Zuschüsse in die Gemeinde zu holen, erklärte Zweiter Bürgermeister Christian Drehobel. Zwei Förderprogramme seien deshalb beschlossen worden.

Im ersten kommunalen Förderprogramm haben Hausbesitzer im Sanierungsgebiet die Möglichkeit, bei einer Sanierung oder Verbesserung bis zu 30 000 Euro an Zuschüssen zu erhalten. Bisher gab es 50 Einzelberatungen. Im Förderprogramm können im Allgemeinen Umbau- und Modernisierungsarbeiten an privaten Wohngebäuden gefördert werden.

Zwei Projekte

Voraussetzung, in den Genuss der Städtebauförderung zu kommen, war, dass Städteplaner und Architekt Peter Haimerl städtebauliche Missstände aufgezeigt hat. Zwei Projekte seien das sogenannte "schwebende Schlachthaus" und die "Co-Working-Spaces" im alten Freibad. Daneben wird Beratung der Hausbesitzer im Sanierungsgebiet angeboten. Es liege an den Bürgern, das Angebot anzunehmen. Der Umbau und die Sanierung des alten Schlachthauses sei Bedingung für die Inanspruchnahme von Fördermitteln sowohl für weitere öffentliche Projekte wie auch zur Förderung von privaten Maßnahmen im Sanierungsgebiet "Ortskern Brand".

Schlachthaus als Probenraum

Drehobel ging auf die aktuelle Lage der Sanierung des Schlachthauses ein, in dem zum einen Händler die Möglichkeit erhalten, zu bestimmten wöchentlichen Terminen ihre Waren anzubieten. Im hinteren, größeren Anbau soll ein Treffpunkt für Jung und Alt geschaffen werden. Momentan sei der Gemeinderat mit Personen im Gespräch, um ein Betreibermodell zu erarbeiten. Nachdem immer mehr Wirtshäuser schließen, könnten sich die beiden Brandner Chöre das Schlachthaus als Probenraum vorstellen. Spätestens bei der Sommerlounge im August sollen auch die Außenanlagen nutzbar sein. Hintergrund, Im Blickpunkt

Im Blickpunkt:

Zahlen, Zahlen, Zahlen

Drehobel stellte für Bürgermeister Ludwig König (CSU), der aus gesundheitlichen Gründen verhindert war, Zahlen vor: 11 öffentliche Sitzungen fanden statt mit 35 Beschlüssen, 32 davon waren einstimmig. Erfreuliche 18 Geburten listete Christian Drehobel auf, nur eine Hochzeit im Rathaus und 11 Sterbefälle. 49 Wegzügen stehen 40 Zuzüge gegenüber. 6 neue Gewerbe wurden an-, 5 abgemeldet. Die Zahl der Übernachtungen gab er mit 4957 für 2017 an. Es gibt 19 Arbeitslose in Brand. Am Ort gibt es 507 sozialversicherungspflichtige Arbeitskräfte und 493 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. 404 Beschäftigte kommen nach Brand von auswärts zur Arbeit, 418 verlassen ihren Wohnort.

Info:

Viel gesschafft

Drehobel stellte mit Alexander Hecht und Sebastian Söllner zwei neue Bauhofmitarbeiter vor. Er zählte einige Wegesanierungen auf. Die Jagdgenossenschaft Brand habe sich wieder mit 500 Euro beteiligt. Die Ausrüstung der beiden Feuerwehren bezeichnete er als optimal und dankte den aktiven Feuerwehrlern für ihren Einsatz. Der Mehrzwecksaal werde auch für Geburtstage und Hochzeiten sehr gerne genutzt. Der Dank galt Jutta Graf für die gute Organisation. Seit Januar werde sie von Antje Fröbrich unterstützt, die für die Sauberkeit zuständig ist. Die Grünabfall-Deponie werde jährlich überprüft. Es gab keine Beanstandungen. Am Breitbandausbau mit Gesamtkosten von 257 590 Euro war die Gemeinde mit 26 000 Euro beteiligt.

Zum 1. September wurde eine Offene Ganztagsschule in der Fichtelnaabtal-Grundschule in Neusorg eingerichtet, weil die Kindergärten der VG Neusorg die Schulkindbetreuung nicht mehr übernehmen konnten. Die Sanierung der Grundschule in Neusorg ist 2020 bis 2022 in vier Bauabschnitten vorgesehen. Der Jugendgemeinderat wurde neu gewählt: Lilli Glowka ist neue Jugendbürgermeisterin. Im Jugendraum gebe es keine Probleme. Auch 2020 wird sich die Gemeinde an der Ferienbetreuung im Kemnather Land mit Learning Campus beteiligen.

Im Kinderhaus Don Bosco werden momentan in der Krippe 13 Kinder betreut. Bis Ende des Jahres kommen noch 3 Krippenkinder dazu. In den zwei Kindergartengruppen werden 25 Kinder betreut, davon 6 Vorschulkinder.

Drehobel ging auf die Arbeit des Kulturellen Förderkreises und die Nachbarschaftshilfe ein. Für den mobilen Dorfladen gebe es ab 2. Dezember einen neuen Fahrplan, es bestehe auch die Möglichkeit, online einzukaufen. Es stehe die Errichtung eines Salzsilos am Grundstücksrand zur ehemaligen Waldfläche beim Sportheim an, umgestaltet wird der Eingangsbereich im Friedhof. Der Zweite Bürgermeister sprach die schwierige Lage im Feuerwehrgerätehaus in Fuhrmannsreuth an, die einen Anbau nötig mache. Für den Lohweg sei die Vorplanung für die Gewerke Straßenbau und Kanal für Schmutz- und Regenwasser fertig. Zu klären sei noch, ob Straßenplanung auf der bestehenden Trassen- oder in einer anderen, breiteren Straßenführung ausgeführt wird. Inwieweit es sich um Ersterschließung oder Straßenausbau handelt, ist noch nicht endgültig geklärt. Bauamtsleiter Achim Scherm arbeite noch an einer für alle Seiten verträglichen Lösung.

In der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 12. November stellte Judith Kinzel ein erstes Konzept für die Sanierung der Freibadbrache vor. Demnach gibt es drei Bauphasen: Sanierung der Bestandsgebäude und Beseitigung störender Nebengebäude, Umgestaltung des bestehenden Beckens. Die dritte Bauphase sehe dann die Realisierung der „Remote-Working-Spaces“ vor. Die Sanierung der Bestandsgebäude könne mit 90 Prozent gefördert werden. Für die Außenanlagen und das Schwimmbecken gebe es unter Umständen 80 Prozent. In der Fichtelberger Straße 3 sei vorgesehen, die beiden Bestandsgebäude zu erhalten und sie durch ein drittes Gebäude abzuschließen, so dass ein Innenhof entsteht. Es sollen sieben Wohnungen entstehen, wobei der Zuschnitt noch nicht endgültig geklärt ist. Die Siedlung liegt im Sanierungsgebiet, der Siedlerplatz soll neu gestaltet werden.

Die Sommerlounge 2020 werde das gesellschaftliche Ereignis im nächsten Jahr. Die Vorbereitungen dazu laufen. Sie kommt zum ersten Mal in die Oberpfalz. Damit der Sommerlounge soll der Wirtschaftsraum Fichtelgebirge gestärkt werden. Erfolge seien sichtbar und spürbar. Die Veranstaltung sei eine After-Work-Party und zugleich Regionalmesse, also eine Plattform für eine Image-Werbekampagne der Innen- und Außenpräsentation im ganzen Fichtelgebirge und darüber hinaus. Drehobel schloss mit einem Dank an alle, die für die Gemeinde und für die Gemeinschaft tätig waren.

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