06.08.2020 - 14:53 Uhr
BurglengenfeldOberpfalz

Brand in Burglengenfelder Labor: Schaden kann in die Millionen gehen

Der Schaden nach einem Brand in einem Burglengenfelder Labor liegt zwischen 100.000 und mehreren Millionen Euro. Es ist noch nicht absehbar, wie stark die sensiblen Geräte in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Einen Großeinsatz hatten die Feuerwehren am Donnerstag bei einem Brand in einem Burglengenfelder Labor.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

In einem Labor für Lebensmittelsicherheit am Unteren Mühlweg in Burglengenfeld löste am Donnerstagvormittag gegen 8.40 Uhr die hausinterne Anlage Alarm im "nass-chemischen" Bereich aus. Da in dem Gebäude chemische Stoffe im automatisierten Verfahren bearbeitet werden, waren insgesamt 150 Feuerwehrleute und Fachberater vor Ort. Der Brand war nach Auskunft des Pressesprechers der Kreisfeuerwehr, Hans-Jürgen Schlosser, schnell unter Kontrolle, die Nachsorge zog sich noch Stunden hin.

Der Brand war im Bereich der Luftabsaugung ausgebrochen. Der Geschäftsführer und eine Mitarbeiterin hatten noch Löschversuche unternommen, die aber erfolglos blieben. Beide litten danach an Atembeschwerden. Auf dem gesamten Firmengelände arbeiteten zum Zeitpunkt des Brandausbruchs etwa 50 Mitarbeiter. Sie konnten das Gelände unbeschadet verlassen.

Den Ersthelfern war sofort klar, dass im nass-chemischen Bereich nicht mit Wasser gelöscht werden kann. Sonderlöschgeräte und schwerer Atemschutz waren gefragt. Das Labor ist auf lebensmittelchemische, mikrobiologische und Gesundheitstests spezialisiert, wertet auch Covid19-Tests aus. Diese Sparte ist allerdings laut Hans-Jürgen Schlosser in einem anderen Gebäudeteil untergebracht, weshalb letztendlich im Nachhinein betrachtet keine Gefahr bestanden habe, dass derartige Stoffe austreten.

Da bei der Alarmierung noch nicht absehbar war, ob Gefahrstoffe austreten, veranlasste die Polizei Burglengenfeld über Rundfunk entsprechende Warn-Durchsagen an die Bevölkerung. Das Laborgebäude wurde nach Abschluss der Löscharbeiten belüftet, eine Dekontaminierungsstelle eingerichtet. Die Messungen auf Gefahrenstoffe in der Luft ergaben letztendlich, dass keine gefährlichen Stoffe ins Freie gelangt waren. Die Warnmeldung über Rundfunk wurde zurückgenommen.

Zwei Feuerwehrleute klagten nach den Löscharbeiten in großer Hitze über Kreislaufprobleme. Im Einsatz waren die Feuerwehren Burglengenfeld, Teublitz, Dietldorf, Münchshofen, Maxhütte-Winkerling, Kallmünz, Pilsheim und die Berufsfeuerwehr Regensburg, THW-Fachberater sowie die Kreisbrandmeister Markus Dechant und Christian Demleitner. Die Leitung vor Ort lag in Händen des stellvertretenden Kommandanten der Burglengenfelder Wehr, Michael Aschenbrenner.

Schwer einzuschätzen ist die Schadenshöhe. Sie kann nach Mitteilung der Burglengenfelder Polizei "im günstigsten Fall" bei 100 000 Euro liegen, aber ebenso bei mehreren Millionen Euro, je nachdem in welcher Dimension die hochsensiblen Geräte in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Bislang geht die Polizei von einem technischen Defekt im Bereich der Luftabsaugung als Brandursache aus.

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