Der Markt Moosbach ist seit 1983 Eigentümer des Schlosses in Burgtreswitz, das im 12. Jahrhundert erbaut wurde. Die Grafen von Sulzbach gründeten es, und fast 600 Jahre lang waren die Wittelsbacher die Herren. Das Pflegamt Burgtreswitz war der Vorgänger des Landratsamtes Vohenstrauß. Im Jahr 1809 wurde es aufgelöst und von Privatleuten übernommen, was den Abstieg des Schlosses fast zur Ruine einleitete. Erst der Markt Moosbach brachte mit Investitionen von rund 3 Millionen Euro wieder Leben in das Schloss. Dazu nutzte er einen im Jahr 1984 gegründeten Förderverein. Mit einigen Bauabschnitten machte man das Schloss wieder begehbar. Regelmäßig finden dort Weihnachtsmärkte (der nächste am zweiten Advent), Weinfeste, Theateraufführungen sowie Erlebnis- und Schlossführungen statt. Räume des Schlosses können für private Anlässe gemietet werden, und es besteht die Möglichkeit, standesamtlich zu heiraten.
Der Markt Moosbach arbeitet derzeit daran, die Nutzung des Schlosses attraktiver zu gestalten. Er beauftragte das Architekturbüro Adelmann/Landgraf (ALS) aus Amberg mit den Planungsarbeiten. Nach der Ausschreibung erhielt die Firma Bau-Regner aus Cham den Auftrag für 367.000 Euro. Zusammen mit den Architektenleistungen ergeben sich Kosten von über 400.000 Euro. Die Finanzierung soll vor allem durch Mittel des Freistaates Bayern, des Bezirks Oberpfalz, des Marktes Moosbach und des Fördervereins Schloss Burgtreswitz erfolgen. Geplant ist die Sanierung von zwei Räumen im Erd- und Obergeschoss des Südwestflügels des Schlosses. Dort befinden sich zwei Gewölbe: ein „Preußisches Kappengewölbe“ und eine „Böhmische Kappe“ aus dem frühen 19. Jahrhundert. Diese wurden von Pflegern und Richtern als Viehställe genutzt. Die „preußischen Kappen“ hatten den Vorteil, gegen Feuer und Feuchtigkeit zu schützen. Das höhere böhmische Gewölbe eignete sich besonders gut für die Pferdehaltung. Von 1820 bis 1940 war eine große Bierbrauerei im Schloss untergebracht, die mehr als 60 Gastwirtschaften im Gebiet des Amtes Burgtreswitz belieferte. Dafür benötigte man viele starke Zugpferde und geeignete Viehställe, um die schweren Bierfässer zu transportieren.
Der Zustand der Gewölbe verschlechterte sich im Laufe der Jahre, sodass sich der Markt Moosbach entschloss, sie zu sanieren. Der Beginn der Arbeiten war dringend erforderlich, denn das über 200 Jahre alte Gewölbe war noch nie saniert worden und musste notgesichert werden. In die ältere Bausubstanz mussten nachträglich große gemauerte Gurtbögen mit Vollziegeln eingefügt werden, da die vorhandenen älteren Außenwände den Gewölbeschub nicht mehr schadenfrei aufnehmen konnten. Dadurch entstanden starke Risse und Verformungen in den Gewölben. Nur Notsicherungsmaßnahmen verhinderten den Einsturz.
Die Gewölbe wurden grundlegend saniert, damit sie ihre Lasten wieder wie ursprünglich tragen können. Dazu bauten die Handwerker neue Zuganker und Zugplatten über dem Gewölbe ein. Im südlichen Raum hinter dem Gewölbe fehlte die historische Decke. Dort setzten sie eine neue Ziegeldecke ein und stabilisierten sie über die Ecke. Alle Risse und Fehlstellen im Mauerwerk reparierten sie mit Kalkmörtel und passenden Steinen. So können die Räume später flexibel als Museumsräume sowie für Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt werden.



























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