Nach Tod eines 46-Jährigen: Geisterfahrer ist nun in Haft

Cham in der Oberpfalz
30.12.2022 - 17:41 Uhr
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Ein 46-Jähriger aus dem Landkreis Neustadt/WN ist bei einem Geisterfahrerunfall Ende November gestorben. Der Vorwurf lautet fahrlässige Tötung und Alkohol am Steuer – außerdem sieht die Staatsanwaltschaft beim Beschuldigten Fluchtgefahr.

Einem Mann werden die Handschellen angelegt.

Von Elisabeth Geiling-Plötz

Ein 46-Jähriger aus dem Landkreis Neustadt/WN hat bei einem tragischen Geisterfahrerunfall Ende November auf der B 85 sein Leben verloren. Der Unfallverursacher sitzt seit Donnerstag in Haft. Der Tatvorwurf der Staatsanwaltschaft Regensburg lautet auf fahrlässige Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung in drei tateinheitlichen Fällen sowie vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs. Erschwerend dürfte hinzukommen, dass der 37-jährige Geisterfahrer offenbar 1,9 Promille Alkohol im Blut hatte.

„Gegen den Beschuldigten besteht bereits seit Wochen ein Haftbefehl, der jedoch erst am Donnerstag vollzogen werden konnte, da der Gesundheitszustand des Beschuldigten dies aufgrund seiner unfallbedingten Verletzungen nicht zugelassen hat“, erläutert Thomas Rauscher, Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Regensburg, auf Nachfrage des Straubinger Tagblatts. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Unfallverursacher fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor. Dass der 37-Jährige noch vor jeder Gerichtsverhandlung hinter Gitter muss, hat einen besonderen Grund, wie Rauscher erklärt: „Haftgrund ist Fluchtgefahr, da der Beschuldigte bulgarischer und mazedonischer Staatsangehöriger ist und keinen festen Wohnsitz im Inland mehr hat.“ Der Geisterfahrer befinde sich in einer bayerischen Justizvollzugsanstalt.

Über die Unfallursache war in den vergangenen Wochen in Cham viel spekuliert worden. Wie konnte es sein, dass der Fahrer schon auf Höhe des Knotens Roding falsch auf die B85 aufgefahren ist und knapp zehn Kilometer trotz etlicher entgegenkommender Autos seine Geisterfahrt fortgesetzt hat?

Ganz offenbar lag es am Alkohol. Rauscher: „Hinsichtlich der Alkoholisierung liegt uns lediglich ein Screening des aufnehmenden Krankenhauses vor. Dieses lautet auf 1,9 Promille. Wie zuverlässig dieses Screening ist, werden wir von der Rechtsmedizin abklären lassen.“ Eine klassische Bestimmung der Blutalkoholkonzentration kurz nach der Tat sei aufgrund des erheblichen Blutverlustes des Beschuldigten im Rahmen der mehrstündigen Operation nicht möglich gewesen. Auch ein Rückrechnungsgutachten sei aufgrund der konkreten Umstände nicht möglich.

Der Unfallfahrer saß alleine im Wagen, als er ein entgegenkommendes Auto rammte. Das Fahrzeug war mit vier Personen besetzt: Ein 46-Jähriger aus dem Landkreis Neustadt/WN starb, drei Mitinsassen wurden schwer verletzt.

Cham in der Oberpfalz20.11.2022
 
 

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