Wer im Moment die Berichterstattung über die bestätigten Corona-Fälle auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa verfolgt, bekommt den Eindruck, in Adeje im Südwesten der Kanareninsel herrsche der absolute Ausnahmezustand.1000 Menschen unter Quarantäne, es wimmelt von Polizisten, Ärzten und Journalisten. Es wirkt, als stünde das Leben dieser Tage dort still. Dass dem nicht so ist, berichtet der Weidener Norbert Gottlöber. Zufällig macht der ehemalige Chefredakteur von Oberpfalz-Medien gerade zwei Häuser vom Quarantäne-Hotel Urlaub. Was ihm besonders an der Situation auffällt, ist der krasse Gegensatz, der im Moment überall in der Stadt zum Ausdruck kommt. In seinem Hotel, keine 500 Meter vom betroffen H-10-Hotel entfernt, sagt er, herrsche weiterhin Normalbetrieb. "Natürlich ist das, was man so mitbekommt, Thema unter den deutschen Gästen", sagt Gottlöber. Die Stimmung bei den Leuten im Ort schätzt er aber allgemein als entspannt ein. In seinem Hotel tummeln sich die Urlauber ganz normal im Pool.
Es stehen überall Polizisten, die einem ziemlich deutlich klar machen, dass es hier nicht weiter geht.
Allerdings ist Gottlöbers Angaben zufolge nicht nur das betroffene Hotel, sondern auch die Promenade gesperrt. "Es stehen überall Polizisten, die einem ziemlich deutlich klar machen, dass es hier nicht weiter geht", sagt er. Wer sich den Beamten mit Mundschutz nähere, merke schnell, dass die Polizisten "genervt, aggressiv" sind. Gegenüber dem gesperrten Hotel gibt es eine Anhöhe bei der Kirche Santa Úrsula. Von dort aus könne man teilweise in das Hotel blicken. "Man sieht Menschen auf dem Balkon stehen, manche laufen auch im Garten rum", sagt Gottlöber. Die Lokale in der Nähe seien vollkommen verwaist. Den medialen Hype um das Hotel kann Gottlöber aber nicht so ganz nachvollziehen. Es wimmle geradezu von Journalisten. Sie alle seien aufgeregt im Gespräch mit Fachleuten. Überall Kameras, Fernsehteams und Mikrofone. Dabei gibt es laut Gottlöber eigentlich nicht viel zu sehen. "Alles was die machen, ist ein Standbild einzufangen." Ein Quarantänezelt und ein paar Krankenwagen vor dem Hoteleingang, mehr passiere nicht.
Was sagt der Weidener eigentlich dazu, dass ausgerechnet im Urlaub das Coronavirus vor seiner Nase ausbricht? Gottlöber vergleicht das mit einer Fahrt auf der Autobahn. "Das ist Zufall. Wenn mir im Auto ein Geisterfahrer entgegenkommt, habe ich darauf auch keinen Einfluss." Um seine eigene Gesundheit sorgt er sich wegen der Corona-Fälle nicht.


















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